Warum ich barfuß gehe – ein update

… oder ob ich immer noch barfuß gehe, das werde ich in den letzten zwei 1/2 Jahren immer mal wieder gefragt. Das ist hier ein update mit ein paar Informationen von meinem ersten Blog dazu. Also: Ich gehe schon seit vielen Jahren barfuß – eben das übliche: Zuhause, auf der Wiese, gelegentlich im Wald oder beim Wandern. Ich war aber früher nie barfuß in Restaurants, beim Wandern, im Zug oder bei meinen Vorträgen. Ich habe immer schon in meinen Büchern, auf meiner Website oder auf Facebook angeregt mal die Schuhe auszuziehen. Ich glaube, dass es wichtig ist, wenn wir die Erde, den Boden erspüren und mal alles wegnehmen, was uns von Mutter Erde trennt. Aber die Betonung lag auf „mal“ und nicht auf oft.

Natürlich bin ich auch Frau und mit dem (ich befürchte fast) genetischen Schuhtick ausgestattet. Aber ich habe empfindliche Füße. Blasenpflaster waren immer in meiner Handtasche und wenn ich von den Winterschuhen mit den dicken Socken in die Riemensandalen wechselte, kamen die Blasen. Ich war deswegen auch immer auf der Suche nach den “perfekten” Schuhen. Welche, die nicht schmerzen. Besonders suchte ich den perfekten Schuh für die Reise, denn wenn ich unterwegs war, nahm ich einen halben Schuhladen mit: Ballerinas, High Heels, Turnschuhe, Flipflops, Stiefel. Das war immer sehr mühsam. Dafür alleine lohnt sich das Barfußgehen schon; in meinem Koffer habe ich jetzt mehr Platz.

Erst als ich die Schuhe ganz auszog verstand ich, dass ich die „perfekten Schuhe“ immer schon hatte: Meine Füße!

Mir fiel früher oft auf, dass meine Haltung nicht ganz korrekt war. Ich fiel zu sehr nach vorne, wenn ich stand. Ich hatte auch immer Schwierigkeiten lange zu stehen. Irgendetwas stimmte an meinem Bewegungsablauf nicht.

Dann las ich im Juli 2014 das Buch von Carsten Stark: “Füsse gut, alles gut” – und zog, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte, im Flieger sofort meine Schuhe aus. Ich war fasziniert vom Ballengang und wollte ihn unbedingt ausprobieren. Ich kaufte mir in der Ankunftshalle in der Apotheke feuchte Reinigungstücher, um mir die Füße abzuwischen, wenn ich irgendwo reintrete oder jemanden besuche … und das war es dann. Seitdem gehe ich fast alles barfuß.

Ich habe mir den Ballengang angewöhnt – also vorne mit dem Ballen zuerst auftreten und nicht mit der Ferse. Dadurch ist das Aufprall bei jedem Schritt im Körper sehr viel sanfter. Das hat eine Weile gedauert und war zuerst mit erstaunlichem Muskelkater verbunden. Jetzt fühle ich mich wohl damit.

Ich gehe zu 90% barfuß und ich bin in diesen zwei einhalb Jahren drei Mal in Glasscherben reingetreten. Der Trick ist dabei sofort nachzusehen, wenn einem an den Fußsohlen etwas weh tut. Und dann entfernen, was stört. Im Winter kann ich keinen langen Schneespaziergang machen. Neuer Schnee macht noch Spass – für eine Weile. Alter Schnee ist mir zu kalt. Da brauche ich einfach Schuhe. Und dazu sind sie ja auch da. Man braucht Schuhe, wie man Handschuhe braucht: Es ist zu heiß, zu kalt oder zu gefährlich.

Man merkt beim Barfußgehen auch sofort, wenn man eine Schonhaltung einnimmt. Ich habe mir mal beim Laufen den Knöchel leicht verletzt und spürte sofort, dass mein Bewegungsapparat nicht mehr rund lief. Als ich dann für ein paar Tage Schuhe trug, da ich Schmerzen hatte und einen Puffer brauchte, spürte ich den Unterschied: Barfuß spüre ich, wenn ich eine Schonhaltung einnehme. Mit Schuhen nicht.

Barfuß zu gehen ist ein unfassbares Freiheitsgefühl. Früher bevorzugte ich das Radfahren, heute das Gehen, denn so erspüre ich die unterschiedlichen Böden. Straßen sind übrigens sehr warm. Muss am Teer liegen. Manche Supermärkte eiskalt. Der Münchner Flughafen hat einen fantastischen Boden: Richtig gemütlich für die Füße. Gras, Wiese, der Boden im Nadelwald, Match – das ist natürlich großartig. Regen! Unnachahmlich fantastisch. Und saubere Füße gibt es obendrein noch. Alleine schon sich nicht zu überlegen, welche Schuhe man anzieht, wenn man schnell die Post holt oder Brot vom Bäcker ist herrlich.

Das einzige was mich am Anfang störte, war das Auffallen. Natürlich ist es praktisch wenn ich einen Vortrag halte, wenn man mich wahrnimmt – aber in meinem privaten Leben bin ich lieber Beobachter, statt Beobachtete. Und hier ist die Frage, die sich uns allen immer wieder stellt: Passe ich mich an oder erspüre ich, was ich selbst brauche? Dazu gehören gelegentlich seltsame Blicke von Anderen, aber eben auch interessante Gespräche. Was mich am meisten beeindruckt und rührt, ist die Großzügigkeit, die wir Deutschen uns angewöhnt haben. In meiner Generation durfte man als Kind nicht auf dem Rasen spielen und was die Nachbarn sagten, war das Amen in der Kirche. Jetzt sieht man mich barfuß in Restaurants, im Flugzeug, im Zug, auf der Straße, in Museen und Konzerten und niemand beschwert sich. Ich finde das toll!

Beim Barfußgehen werden unsere Füße wieder wach. Unser Energiefeld das oben gut funktioniert (Augen, Ohren, Nase, Hände) wird auch unten wieder aktiviert. Wir inspirieren unseren Körper wieder überall zu spüren. Der Körper im harmonischen Ganzen und nicht abgetrennt in eine obere und eine untere Hälfte. Wir haben fast verlernt, wie es sich anfühlt, frei an den Füssen zu sein. Stellt Euch vor, wir würden immer zu enge Handschuhe tragen und dann könnten wir sie endlich ausziehen… unsere Hände würden es uns danken und unsere Füße tun das eben auch.

Bei vier, sogar drei Grad fühlen sich meine Füße noch sehr wohl. Eine halbe Stunde barfuß ist noch angenehm. Meine Augen sagten mir am Anfang häufig: „Zieh Dir Schuhe an! Da draußen ist es kalt!“ Aber was wissen die Augen schon von Kälte? Sie sitzen warm verpackt mitten im Kopf. Meine Füße hingegen sagen nach den ersten Schritten nach draußen: „Was willst du denn? Das ist doch herrlich!“ Ich habe keine Erkältung und keine Blasenentzündung gekriegt (auf die meine Mutter am Anfang monatelang wartete. Blasenentzündungen haben etwas mit Bakterien und nichts mit kalten Füssen zu tun. Das war das Märchen dass uns erzählt worden ist, damit wir Schuhe ANziehen.)

Natürlich höre ich auf meine Füße. Wenn sie sich unwohl fühlen und es ihnen zu kalt wird, dann ziehe ich Minimal-Schuhe oder Barfußschuhe an. Ich mag da besonders die Leguanos. Es geht nicht darum, dass wir stur werden – und auch das gilt es auch bei den Leuten die barfuß gehen zu vermeiden. Ich habe nicht umsonst „BodyBlessing – der liebevolle Weg zum eigenen Körper“ geschrieben, um meinen Körper und seine Signale dann zu ignorieren. Also wenn meine Füße sagen, dass es ihnen zu kalt ist oder ich sehe, dass die Situation unpraktisch ist, dann ziehe ich etwas an. Ich war zum Beispiel im letzten Herbst in Südafrika und stellte zu meiner großen Überraschung fest, dass es dort auf manchen Wanderwegen mehr Glasscherben gibt als hier auf dem Oktoberfest. Und dann habe ich mir Schutz geholt. Dazu benutzte ich die Xero-Schuhe, die nur eine dünne bewegliche Sohle mit einer paar Bändern zum festhalten sind.

Es ist auch unpraktisch von heute auf morgen die Schuhe auszuziehen und dann barfuß einen Marathon zu laufen. Da kann man sich enorm verletzen. Unsere Füße sind in Schuhen nichts mehr gewöhnt und das dauert eben ein bißchen, bis sie sich auf die neugewonnene Freiheit eingestellt haben. Gönnen wir ihnen die Zeit der Umgewöhnung.

Gerade Frauen beschweren sich oft über zu kalte Füße. Unsere Füße sind kalt, weil sie der Körper nicht mehr durchblutet. Der denkt sich: „Da unten passiert nichts, die sind eingesperrt in Schuhe, da brauche ich nichts mehr machen.“ Unsere Füße – wenn sie zu oft kalt sind –  sind quasi halb abgestorben. Wenn wir barfuß gehen, werden unsere Füße wieder bewegt und damit durchblutet sie der Körper auch schneller. Ergo: Schnell wieder warme Füße.

Mir ist klar, dass nicht alle von uns ihre Schuhe ausziehen werden oder können. Aber wenn wir unsere Füße öfter bewegen lassen, wenn wir wenigstens ein paar Barfuß-Schuhe mit beweglicher Sohle benutzen, wenn Kinder wieder mehr barfuß gehen dürfen – dann ist schon viel passiert und unser Körper wird es uns danken. Es gibt erstaunlich viele Barfuß-Schuhe, die überhaupt nicht auffallen. Zwar erspürt man den Boden damit nicht – was ich persönlich sehr schade finde – aber der Fuß wird wenigstens bewegt. Manche Barfuß-Schuhe verdienen aber ihren Namen nicht. Die Sohle zu dick, der ganze Schuh zu klobig – da hat wohl jemand nicht ganz aufgepasst …

Wann trage ich Schuhe? Wenn ich mit Leuten unterwegs bin, denen es unangenehm ist, wenn ich barfuß bin. Ich frage da einfach nach. Warum sollte ich unsere gemeinsame Zeit ohne Schuhe für meine Freunde/Familie anstrengender machen?  Wenn ich ab und zu Schuhe trage, dann fällt mir kein Zacken aus der Krone. Eine gewisse Flexibiltät finde ich macht das Leben leichter. Ich trage Schuhe auf Beerdigungen und manchmal Hochzeiten. Bei Gelegenheiten eben, bei denen ich die Aufmerksamkeit von der Hauptperson/dem Hauptzweck ablenken würde. Da ich immer zusammengefaltete Ersatzschuhe in meiner Handtasche habe, ist es ein einfaches mich zu entscheiden.

Gerade in diesem Jahr ist mir aufgefallen, dass die Leute nicht mehr sagen: „Oh Gott, Sie sind ja barfuß!“ – sondern eher: „Ach, Sie sind Barfußgängerin. Davon habe ich schon gehört.“ So ging es auch bei den Vegetariern damals los und jetzt ist das keine große Sache mehr. Das wünsche ich mir für unsere Füße und unser Wohlbefinden auch.

Herzlichst,

Sabrina

 

 

Wie die Seele durch den Körper spricht

Ein Vierseithof. Wie schön. Für diejenigen, die das nicht kennen: Das ist ein Bauernhof an dem an jeder Seite ein Haus steht und somit ein Viereck mit Innenhof bildet. Kann sehr schön aussehen. Kann aber auch daneben gehen.

Dieser Vierseithof sieht auf den Fotos toll aus. (Das Foto oben habe ich wegen des „Nicht-Wiedererkennungs-Wertes“ ausgesucht ;-). So ein Vierseithof hat immer auch etwas Romantisches und deswegen haben sich mein Liebster Stanko und ich auf dem Weg gemacht, um ihn uns anzuschauen. Wir suchen ein neues Zuhause, denn in unserem jetzigen gibt es Eigenbedarf. Wir steigen ins Auto und fahren … und fahren … und fahren. Ganz schön weit weg von unserem jetzigen Zuhause auf dem Land (1 ½ Stunden) und über zwei Stunden von München weg. Der Hof liegt dafür 20 Minuten in der Nähe von Passau. Passau ist eine schöne Stadt, aber eben nicht meine. Selbst mit dem Zug dauert die Fahrt von hier bis nach München zwei Stunden. Auch zum Flughafen eine richtige Strecke.

Erste Zweifel.

Aber wir wollen offen bleiben. „Offen bleiben“ – für das was sich in meinem Leben zeigt – ist ein wichtiges Kriterium für mich. Ich lehne nicht alles erst Mal ab. Vielleicht ist es ja was? Vielleicht muss ich mich überraschen lassen? Vielleicht, vielleicht, vielleicht…

Der Hof steht auf einem schönen Hügel, die Nachbarn 500 Meter weit weg. Mir eigentlich zu weit. Ich mag Nachbarn. Eines der Häuser – das Haupthaus – ist schön hergerichtet. Die anderen haben zwar eine schöne Fassade, aber dahinter ist der Originalzustand: Schweineställe, Kuhställe. Nichts isoliert. Kies als Böden unten und Holzbretter als Decke. Aber Potential. Unglaubliches Potential. Was – in Immobilien – immer auch mit viel Kosten einhergeht.

Ich spüre in mich rein und mein Körper ist erst mal still. Nimmt auf. Erspürt. Mein Verstand sprudelt über vor Ideen: Ja, hier ist Platz. Platz genug für uns. Platz für zwei Ateliers und Büros, ein Meditationszimmer, diverse Gästezimmer und sogar einige Seminarräume könnten ohne Probleme untergebracht werden.

Ich nehme mir Zeit und erspüre die Erde und frage sie, ob sie uns haben will: „Wir freuen uns, wenn Du kommst“ – höre ich. Okay, hier ist kein Widerstand.

Wir gehen um das Grundstück, betrachten die Obstbäume, die Vögel, den weiten Blick in den Himmel und zum Horizont. Neu fühlt sich die Gegend an. Fremd. Ich weiß, dass das auch vergehen wird. Ich bin in meinem Leben schon oft umgezogen. Ist das die erste Fremdheit oder die Fremdheit, die einen zu schaffen machen wird?

Wir steigen ins Auto und schauen uns den nächsten Ort an. Erinnert mich an die Heimatstadt meiner Mutter in der Oberpfalz. Ist das ein Zeichen?

Wir fahren weiter nach Passau und schauen uns dort um. Schöne Stadt. Die Leute schauen aufmerksam und freundlich. Spannende kleine Läden. Viel Kunst. Drei Flüsse treffen sich da. Jede Menge guter Live-Musik wird angeboten.

Mein Körper zeigt sich schwach und wird immer schwächer. Ich spüre eine Schwere auf mir lasten. Diese Schwere fing schon an, als wir den nächsten Ort unweit des Vierseithofs erkundeten, doch jetzt ist sie offensichtlich. Stanko schaut mich besorgt an. Ich muss mich setzten.

Wir wissen, was uns das sagen will. Auch sein Körper zeigt ihm keine Begeisterung. Doch seiner ist ruhig. Meiner wird schwach. Mein Verstand wehrt sich noch: „Aber der Vierseithof! Das könnte doch was werden!!!“ Doch mein Verstand weiß, dass meine Seele durch den Körper spricht. Mein Verstand weiß, dass er sich da nicht durchsetzen kann und gibt auf. Er weißt aus Erfahrung, wenn meine Seele sagt: „Das ist nichts für uns. Hier werden wir nicht genährt“, dann ist das nicht mehr weiter zu diskutieren. Er wird still.

Es ist jetzt klar, dass wir den Vierseithof nicht nehmen und wir wissen auch gleichzeitig, dass wir hier in dieser Ecke nicht mehr suchen müssen. Mein Körper fühlt sich sofort besser und bekommt seine Stärke zurück. Im Auto – auf dem Rückweg aus Passau – fährt der nette Makler in seinem Auto „zufällig“ neben uns. Ich winke ihm zu. Er weiß noch nicht, das dies ein Abschiedsgruß ist.

Am Abend bedanke ich mich noch mal bei meinem Körper und meditiere wie immer und ich frage in der Stille meines Seins nach: „Was war wichtig an diesem Nachmittag?“ Kaum habe ich die Frage innerlich ausgesprochen, kommen in einem kurzen Satz die Antwort als Gedanke: „Gib nicht auf, was du brauchst.“ Ich lächle. Ich weiß, was ich brauche: Einen weiten Blick und einen offenen Himmel. Vom Wohnzimmer/Küchenbereich direkt in den Garten. Nachbarn hinten. Vorne frei. Nicht mehr als ein, zwei Kilometer zum nächsten Ort, damit ich mit dem Rad fahren kann und nicht dauernd ein Auto nehmen muss. Eine aktive Gemeinde, bei der ich mich anschließen kann. Nicht zu weit weg von München und vom Flughafen – also eine Stunde ca. Und eine Zugverbindung. Die habe ich schon vor ein paar Tagen in der Meditation gesehen. Alte Bäume. Wenig Wind. Gerne ein Bach und viel Platz. Platz zum Sein und Platz zum Erschaffen.

Der Vierseithof war zu isoliert. Der Weg zum nächsten Ort mit 5 Kilometer zu weit. Die Nachbarn nicht in der Nähe. Die Verbindung nach München zu lange. Danke, liebster Körper!

Es bleibt spannend.

 

 

Zu allem erst mal Ja sagen

„Zu allem erst mal Ja sagen? Ich bin doch nicht verrückt! Im Gegenteil, ich bin gerade dabei Nein sagen zu lernen und mich abzugrenzen.“ Sie schaute mich an und schüttelte den Kopf: „Ich soll „Ja“ dazu sagen, dass mein Mann mich verlassen hat? Ich soll „Ja“ dazu sagen, dass ich in meinem Job unglücklich bin?“

„Ja.“

„Das müssen Sie mir genauer erklären.“

Ich verstand Ihre Argumente gut. Es wären vor zehn, fünfzehn Jahren auch meine gewesen. „Ja“ zu sagen, das war es, was ich mir damals abgewöhnen wollte. Und doch hatte ich etwas in den Jahren danach verstanden. Ein Ja ist erst einmal ein Ja zu meinem Leben. Ich wehre mich nicht, gegen das was IM MOMENT in meinem Leben passiert. Ich lege mich nicht mit der Realität an. „Das darf doch nicht wahr sein!“ war ein häufig ausgesprochener Satz in meiner Kindheit. Meine (augenzwinkernde) Antwort jetzt darauf ist: „Doch, es ist wahr. Es passiert ja gerade.“

Das heißt nicht, dass ich es „nur so“ hinnehme und nichts dagegen tue. Oft wollen wir die Realität nicht akzeptieren, weil wir befürchten, wir geben mit der Akzeptanz auch eigentlich auf und ändern dann nichts mehr daran.

Das wäre schade und auch nicht nützlich. Doch erst einmal gilt es zu akzeptieren was IST. Und dann schaue ich mir an, ob ich das behalten will …

Alles was mir in meinem Leben passiert, ist zu meinem Vorteil da. Das mag am Anfang nicht so aussehen, aber ich weiß, dass meine Seele nach Wachstum sucht. Und wir lernen nun mal nicht besonders viel, wenn wir mit einem Glas Sekt unter einer Palme sitzen. Das mag schön gemütlich sein und – verstehen Sie mich nicht falsch – wunderbar und großartig, aber lernen tun wir nichts dabei.

Wir lernen von Herausforderungen. Von Dingen, die nicht einfach sind. Manchmal sind sie so schmerzhaft, dass wir sie kaum ertragen können und doch erfahren wir dabei viel über uns selbst: Wie gehe ich mit der Situation um? Wie bin ich früher damit umgegangen? Wie möchte ich gerne mit dieser Situation umgehen? Warum zeigt sich mir das jetzt? Was möchte ich darüber verstehen? Wie ist sie entstanden? Wohin möchte ich mich entwickeln?

Ich habe vor einem Jahr mein Zuhause verloren (siehe älterer Blog). Dann bin ich aufs Land zu meinem Liebsten gezogen und bin jetzt ein Jahr hier. Letzte Woche kamen die Hausbesitzer und erzählten von dem Eigenbedarf für ihre Tochter. Wir wussten schon vorher, dass das irgendwann einmal passieren wird. Wir dachten nur noch nicht, dass es jetzt passiert. Sie mögen uns gerne als Mieter und man konnte sehen, dass sie am liebsten zwei Häuser gehabt hätten: Eines für uns und eines für ihre Tochter.

Also nochmal umziehen. Nochmal ein Zuhause suchen.

In mir gab es ein Ein-Sekunden-Gefühl: Eine Art Trauer kam hoch und dann ging sie wieder. Mehr war da nicht.

Als ich damals die Münchner Wohnung verließ, hatte ich länger damit zu tun. Es dauerte ein paar Tage bis sich mein Gehirn von einem hektischen „Wir-müssen-SOFORT-ein-Zuhause-finden“-Modus löste. Damals brauchte ich einige Meditationen und Yogastunden. Dieses Mal nicht.

Wachstum erkennt man daran, wie man sich früher verhalten hat und wie man sich jetzt verhält – und wie lange es dauert, bis man emotional und körperlich wieder in seinem Wohlfühl-Zustand ist.

Ich kannte früher diesen relativ konstanten Wohlfühl-Zustand nicht. Mein energetisches Feld war wackeliger. Harscher. Unharmonisch. Mal war ich oben, mal war ich unten. Das wechselte enorm schnell. Ein Blick konnte mich verwirren, ein Gedanke in tiefe Täler schicken. Das wechselte mehrmals täglich. Das hat sich sehr verändert. Ich befinde mich fast immer in einem Wohlfühlmodus. Und falls ich da mal rausfalle, komme ich schnell wieder rein. WIE SCHNELL man wieder reinkommt, ist ein Indikator unseres Wachstums. Jeder von uns kann mal aus seiner Schwingung herausfallen – schließlich leben wir – doch wie schnell man wieder zurückkommt (also welche Techniken wir haben um das zu erreichen) zeigt uns unser Wachstum.

„Jetzt verstehe ich, was Sie meinen“, sagte mein Gegenüber zu mir. „Ich denke mal darüber nach. Und es hilft ja nichts, wenn ich mich weigere, die Tatsachen anzuerkennen. Wie heißt das neuerdings? Alternative Fakten.“ Sie lachte. „Tja, dann werde ich doch mal Ja dazu sagen.“

Übrigens, falls Sie von einem großen Haus hören, gerne auch mit Scheune oder Werkstatt daneben. Weiter Blick in den Himmel. Mit ein paar netten Nachbarn. Bayern bevorzugt. Und eine Bahnstation glaube ich hat es auch. Das habe ich in der Meditation gesehen. Melden Sie sich gerne…

 

 

 

 

 

Familienerbe…

Dieser Blogeintrag ist inspiriert von meiner fast 90jährigen Mutter. Sie erlaubt mir, dies zu teilen. Heute war sie zu Besuch. Da sie häufig die Beine hochlegen muss, sieht sie dabei gerne fern. Ich fragte sie, ob sie das normale Programm oder lieber einen Film ansehen möchte. Sie möchte lieber einen Film sehen. Ich schaute auf Netflix nach. Ich zeigte ihr eine Auswahl und fragte sie immer wieder „Was hältst du davon?“ Ihrem Gesichtsausdruck zu deuten, war noch nichts Richtiges dabei. Dann landeten wir bei einer Serie und sie meinte: „Ja, warum nicht.“ Ich schlug vor mal reinzuschauen und wenn es ihr gefällt, dann würden wir dabei bleiben. Ich setzte mich zu ihr aufs Sofa und wir schauten fern. Kurz danach fragte ich sie: „Und? Willst du weiterschauen?“ „Ja“, sagte sie. Wir schauten weiter. Ich sah auch immer mal wieder zu ihr hinüber, denn ich kenne sie ja. Sie lächelte und verfolgte die Serie neugierig. Wir schauten weiter. Zwanzig Minuten später rührte sich meine Intuition und ich fragte sie noch mal: „Gefällt sie dir? Magst du sie weiter anschauen?“
Sie zuckte mit den Schultern: „Wenn du sie gerne ansiehst, dann schaue ich sie auch an.“
In mir zuckte es. Jetzt sind wir trotz meines permanenten Nachfragens wieder mal in Mamas Lebensthema gelandet: Wahrhaftig sagen, was man möchte. Und nachfragen, ob der andere wirklich das denkt, was angenommen wird.
„Mama, es ging darum was Du sehen möchtest, nicht was ich sehen möchte. Es war nicht mein Wunsch fernzusehen, es war deiner.“
„Ich dachte, Du möchtest sie gerne sehen und dann schaue ich sie eben mit.“ Für sie war es kein großes Ding. Für mich schon. Ich versuche immer noch – manchmal frage ich mich ob ich lernfähig bin – ihr das abzugewöhnen.
„Mama, ich habe Dich gefragt was Du sehen willst. Erzähl mir, wieso du glaubst, dass ich das sehen will? Und warum hast Du mich denn nicht gefragt, ob ich das auch wirklich denke?“
Sie lachte. „Du kennst mich doch.“

Ja. Ich kenne sie und ihr kenne ihr Lebensthema. Ich habe es geerbt.
Wir sprachen darüber, wie wir schon duzende Mal darüber gesprochen haben. Ich gebe gerne zu, dass ich davon gelegentlich frustriert bin, aber ich versuche den Humor zu behalten. Meine Mutter ist fast 90 Jahre alt. Vieles hat sie in Ihrem Leben verstanden und verändert.
Das nicht.
Ich durfte erkennen, dass ich und meine Schwestern dieses „Familien-Erbe“ verändert haben. Wir haben – manchmal mühsam, manchmal schmerzlich und doch Schritt für Schritt – gelernt uns auszudrücken. Es ist nicht nötig dieses Erbe/diese Themen bis ans Ende des Lebens mitzuschleppen. Wir können es verändern. Und doch sehe ich am Leben meiner Mutter was passiert wenn man es eben nicht verändert.

Vor einiger Zeit sprachen wir darüber, dass meine Mutter so gut wie nie Fragen stellt. Das liegt daran, dass ihre Mutter ihr das Fragenstellen mit den Worten: „Musst Du immer so neugierig sein?“ – „Das geht dich überhaupt nichts an!“ – „Jetzt sei doch mal still!“ abgewöhnt hat. Meine Mutter hat die neugierigen Fragen ihrer Kinder so schon nicht mehr beantwortet und uns damit die Möglichkeit gegeben entspannt und selgstverständlich zu fragen.
Bis zu dem heutigen Tag ist im Kopf meiner Mutter die Stimme ihrer Mutter lebendig. 70/80 Jahre später reagiert sie noch so, wie ihre Mutter es ihr damals eingeimpft hat.
Wollen wir das auch so erleben?
Wir haben die Wahl: Will ich das behalten? Oder möchte ich es verändern? Dazu braucht es immer die Erkenntnis, dass es veränderbar ist. In unserer Familie kann man das sehen: Von einer Generation zur nächsten wurde es verbessert. Es ist also machbar.

PS: Da mir das Thema sehr am Herzen liegt, gebe ich dazu in Hamburg (11. und 12. Februar) und in Hannover (5. Februar) einen Workshop: „Wie sage ich es?“

Der innere Schweinehund

„Bei dir schaut das aber so einfach aus!“ Der junge Mann war erstaunt, als ich ihm erzählte, dass mir Disziplin nicht leicht fällt. Wenn es etwas zu erledigen oder zu tun gibt, dann erspüre ich häufig eine innere Faulheit, ein Gefühl von: „Muss das jetzt sein?“ Und dann gibt es in mir ein erwachseneres Selbst, ein intelligenteres Selbst, das mir sagt, dass das jetzt gerade wichtig ist.

Ich erzählte ihm, dass ich früher selten etwas fertig gemacht habe. Ich dachte, ich bin ein guter Initiator, aber für den Rest, für das „fertig machen“ nicht wirklich geeignet. Ich entschuldigte mich damals damit, dass das meine Persönlichkeit sei und dass ich jemand bräuchte, der dann die Dinge, die ich initiierte, auch fertig machte. So suchte ich nach dem geeigneten beruflichen „Partner/in“ – doch es kam niemand.

In meinen Zwanzigern, versprach ich häufig Dinge, die ich nicht hielt: „Ich rufe dich später an“, war am nächsten Morgen vergessen. „Ich schicke dir das Buch“, ebenfalls. Nun ja, es war nicht ganz vergessen. Da gab es eine kleine Stimme, die mich an mein Versprechen erinnerte und ich versuchte sie ruhig zu stellen, in dem ich es auf morgen verschob. Aber der Morgen kam und ging und nichts passierte. Meistens erinnerte ich mich siedend heiß eine Woche später an mein Versprechen, aber dann versuchte ich mich damit zu beruhigten, dass es jetzt wirklich schon zu lange her sei und der Andere es bestimmt/hoffentlich auch vergessen hatte. Dummerweise blieb aber ein komisches Gefühl in der Magengegend zurück. Ein Gefühl, dass ich nicht wirklich verlässlich sei.

Als ich mit dreißig Jahren heiratete, merkte ich relativ schnell, dass ich einen Lehrmeister im Einhalten von Versprechen geheiratet hatte. Er war – trotz aller Verliebtheit – schockiert darüber, dass ich es nicht tat. „Hast Du schon soundso zurückgerufen?“ frage er mich mehrmals und ich stammelte irgendeine Entschuldigung. Wenn er sagte, er würde jemandem ein Buch schicken (und das war damals noch weit vor einfachen Internet-Bestellungen, sondern erforderte einen Gang zum Buchladen und zur Post) dann war es am nächsten Tag unterwegs. Es dauerte ein paar Jahre bis ich es auch lernte. Aber ich lernte es durch sein Vorbild.

Ich merkte, dass es bei mir zwei Gründe gab, warum ich etwas nicht erledigte:

  • Manchmal wollte ich es eigentlich nicht: Ich hatte etwas zugesagt – vielleicht vorschnell und nicht richtig überlegt – und bedauerte das. Leider korrigierte ich es nicht. Zum Beispiel mit einem: „Tut mir leid, aber das wird mir gerade zu viel. Ich schaffe das zeitlich nicht.“
  • Manchmal war ich zu faul.

Als ich verstand, dass ich selbst die Sachen fertig machen sollte, die ich anfing und die Versprechen halten sollte, die ich gab, begann ich sorgfältiger mit meiner Auswahl zu werden. Ist das einfach nur eine interessante Idee (und von denen habe ich viele) oder ist das etwas, das ich bis zur Fertigstellung begleiten möchte? Natürlich hat jedes Projekt auch seine zählen Momente, aber hält das Projekt meine Aufmerksamkeit genug, um es auch bis zum Ende durch zu ziehen? Genauso wie ein Versprechen eben auch Zeit braucht, die ich zur Verfügung stelle. Bin ich dazu bereit oder nicht?

Wahrscheinlich bin ich im Tiefsten meines Herzens ein fauler Mensch. Und das hat auch immer etwas mit dem Haushalten unserer Energiereserven zu tun. Das Gehirn ist darauf programmiert nicht unnötig Energien auszugeben. Es könnte ja ein Säbelzahntiger vorbei kommen und dann brauchen wir alle Energie, die wir aufbringen können.

Jeden Morgen wenn ich Yoga mache, sagt mir eine kleine Stimme: „Ach, wirklich? Es ist doch gerade so gemütlich ohne. Lass uns doch Yoga heute mal ausfallen.“ Und ich lächle, erkläre mir, dass auch heute kein Säbelzahntiger vorbeikommen wird und dann lege ich die Yogamatte aus … denn ich weiß, das tut mir gut. Und das ist es, was ein aufmerksameres, intelligenteres Leben ausmacht: Ich begreife die zukünftigen Ergebnisse meiner jetzigen Entscheidungen. Also wenn ich weiterhin beweglich bleiben will, ist es praktisch jeden Tag etwas dafür zu tun. Wenn wir verstehen, dass unser innerer Schweinehund eigentlich ein „Energiespar-weil-Säbelzahn-Tiger-kommen-könnte“-Modus ist, dann fällt es uns vielleicht ein bißchen leichter …

 

 

Abwehren …

Ihr Lieben,

gelegentlich werde ich in der Schnupfen-/Grippe-Saison gefragt, warum ich nie Grippe habe und was ich denn mache, wenn ich merke, dass Viren oder Bakterien sich bei mir einnisten möchten. Dafür habe ich schon seit Jahren ein sehr erfolgreiches Abwehrprogramm entwickelt und irgendwie dachte ich mir, es wäre vielleicht ganz praktisch das mal zu teilen.

Meistens erspüre ich das im Hals. Da gibt es dann einen Punkt, der plötzlich kratzt. Ein Punkt, der plötzlich auffällt. Wann immer ich es merke, beginne ich SOFORT mit einer massiven Abwehr. Die Betonung liegt auf SOFORT. Früher habe ich gedacht „Ach nee, das kratzt. Das wird schon nichts werden.“ Oder „Ach, ich liege aber doch jetzt schon so gemütlich im Bett. Das ist bestimmt morgen vorbei.“ Denkste! Wenn sich Viren/Bakterien mal eingenistet haben, dann bleiben sie eine Weile. Es ist also praktischer, sie wie ungebetene Hausgäste sofort aus dem Haus zu schieben. Das mache ich so:

  1. Ich erspüre mich SOFORT beim ersten Gedanken („Da kratzt doch was?“) in meinen Körper ein. Lokalisiere den „Punkt des Einnisten-Versuchs“ und sage energisch (laut oder innerlich): „Nein! Das ist mein Körper. Da ist kein Platz für Dich. Und Tschüss!“ – Ich bezweifle meine Fähigkeit des „Herausschmeissens“ nicht. Schließlich ist das mein Körper.
  2. Um dem zusätzlichen Nachdruck zu verleihen (auf Gedanken sollten Taten folgen) hole ich meine „Abwehr-Schale“. Es wird auf jeden Fall mit Salz gegurgelt und je nach Gefühl eines oder mehrere meiner Abwehrmittel für den Tag benutzt und zwar so lange bis ich nichts mehr im Hals spüre.
  3. Selbst wenn ich im Bett liege und merke, da rührt sich was im Hals, stehe ich auf und mache mein Abwehrprogramm. Über all die Jahre habe ich gemerkt, wenn ich aus Faulheit liegen bleibe, dann lasse ich zu, dass sich jemand einnistet.

Der Grundgedanke ist immer der gleiche: Ich bin aufmerksam und lasse etwas zu, oder eben nicht. Erst gestern bekamen wir Besuch und als er ging, erspürten mein Liebster und ich beide, dass mit dem Gast ein Virus mitkam. Und sofort wurde die „Abwehr-Schachtel“ geholt.

Es gibt allerdings diverse Gründe, warum wir krank werden wollen:

  1. Manche von uns erlauben sich allerdings erst bei einer Krankheit eine Ruhepause. Sie  möchten unterbewusst krankwerden – denn nur dann können sie sich ausruhen.
  2. Manche suchen durch Krankheit eine Auszeit von einem ungeliebten Job zu bekommen.
  3. Manche brauchen Aufmerksamkeit und werden krank. Wenn wir als Kinder nur dann die Liebe der Mutter oder des Vaters gespürt haben, wenn wir krank wurden, dann ist es nicht selten, dass wir dieses Gefühl mit in unser Erwachsenenleben nehmen: „Bitte kümmert Euch um mich. Ich fühle mich gerade alleine/einsam/abgelehnt/unsicher/ungeliebt…

Dies sind oft unbewusste Wünsche krank zu werden. Da kann ich natürlich soviel Abwehrschachteln haben wie ich will: EIGENTLICH will ich krank werden. Nur dann, wenn ich keine unterschwelligen Sehnsüchte danach habe, funktioniert diese Abwehr.

Schwere Krankheiten können auch einen der obrigen Gründe haben. Meistens kommt aber noch etwas dazu: Wir, als Seele, suchen eine bestimmte Erfahrung. Das ist keine Schuld-Frage, sondern eine Erfahrungsfrage. Manchmal wird jemand krank, damit etwas in der Familie heilt (Zum Beispiel: Weit auseinandergerissene Familien kommen dadurch wieder zusammen. Oder es werden neue Lebens-Prioritäten gesetzt. Oder es wird eine unerträgliche Situation geändert.) Oder wir leben in einem ungesunden Umfeld (nicht nur emotional, sondern auch körperlich) welches uns nicht gut tut und unseren Körper vergiftet.  Oder wir ignorieren schon seit Jahren die Warnzeichen und jetzt „zwingt“ uns unser Körper darüber nachzudenken. Oder aber es ist Teil unseres Seelenwegs mit einer bestimmten Krankheit zurechtzukommen (Eine Lähmung durch einen Unfall zum Beispiel).

Bei jeder Krankheit gibt es einen Grund, warum wir schwächeln. Ignorieren wir vielleicht seit Jahren schon unseren Körper und unsere eigenen Sehnsüchte? Die Seele zeigt uns mit jeder Krankheit eine Hausaufgabe und die besteht darin herauszufinden, was unser Körper braucht und warum er uns diese Zeichen gibt. Und dazu hilft es mit dem Körper zu sprechen. In die Stille zu gehen und ihn einfach zu fragen: „Warum erlebe ich das?“ und „Was brauchst du von mir?“

Alles Liebe,

Sabrina

PS. Viel mehr und ausführlicher über das was unser Körper braucht, zeigt und heilen kann: Mein Buch „Bodyblessing – Der liebevolle Weg zum eigenen Körper“

 

 

GASTBEITRAG – Barfuß wandern … und Barfuß verlaufen in den Snowy Mountains

Lisa von TravelistMe (www.travelistme.com) hat mir geschrieben und von einer Ihrer Reisen erzählt. Übrigens, sie geht zu ca. 80% barfuß. Lisa hat also nicht einfach ihre Schuhe ausgezogen und ist zum Wandern gegangen. Das wäre dann doch ein bisschen zu viel für die ungeübten Füße ;-). Schaut gerne auch mal auf Ihre website. Sie liebt ungewöhnliche Reisen. Vielleicht Ihr ja auch. Danke fürs Schreiben, liebe Lisa.

„Barfuß wandern … und Barfuß verlaufen in den Snowy Mountains

Mount Kosciuszko ist mit seinen 2228 m der höchste Berg Australiens und macht die Snowy Mountains zu den australischen Alpen. Der höchste Berg Australiens gehört zu jedem Work and Travel Year dazu …. aber Barfuß? Bei einem so „kleinen“ Gebirge wie diesem sollte es ja keinerlei „Probleme“ geben. Doch es sollte anders kommen…

Nachdem ich anstatt 5 Uhr doch lieber erst 7:30 Uhr aufgestanden war, begab ich mich nach einem ausgiebigem Frühstück auf den Weg (8 Uhr). Von Woodridge aus (einem Ortsteil von Thredbo) lief ich entlang des „Merritts Nature Track“ entgegen der Spitze. Der Aufstieg war steil, er kreuzte einige Male die Schotterstraße, führte entlang eines Flusses und durch den Wald, der die Hänge des Gebirges säumt. Ich muss zugeben, dass es schon eine Herausforderung war hier barfuß hoch zu stacksen. Der nasse Boden weichte meine Füße auf und der Schotter rieb sie mir dann wund….

Der Waldbrannt von 2003 – der große Teile des Nationalparks vernichtet hatte – hatte zwischen all den grünen lebhaften Bäume, die seitdem versuchen den Berg wieder mit Leben zu füllen, tote Baumgerippe hinterlassen. Knochenartig und spitz ragten sie empor und verliehen dem Flussgeplätscher und Vogelgesang einen trügerischen Ausdruck. Ein verwunschener Wald in dem rau und sanft aufeinander treffen.

lisa travelIstMe barfuss snowy mountains

lisa travelIstMe barfuss snowy mountains

Nach 1h 45 min Barfußlaufen, war ich auf 1930 m Höhe angekommen und damit am Ende des Sesselliftes… Ja du hast richtig gehört, es gibt einen Sessellift und der wurde auch von den meisten Menschen bevorzugt gewählt. Nur die Deutsche läuft doch tatsächlich den Wanderweg und das auch noch ohne Schuhe! Mit entsetzten Mienen und Fassungslosigkeit blickten mir die vermeintlich „hartgesottenen“ Australier hinterher, die in voller Bergausrüstung aus dem Sessellift stiegen.

Während unzählige Mountainbiker bergab an mir vorbei sausten machte ich meine erste Pause. Ich genoss den Ausblick des noch wolkenfreien Himmels. Nun ja … es war windig wie Hölle und dadurch eisig kalt – dennoch lief ich glücklich weiter dem gepflasterten „Wanderweg“ bergauf. …Was? Gepflastert? Ich glaube ich träume? Seit wann sind denn Wanderwege in den Bergen gepflastert? Anscheinend fährt man hier nicht nur Links sondern pflastert auch Wanderwege….

Ich fand es schon irre komisch, dass man etwas gepflastertes überhaupt Wanderweg nenne durfte =D . Ich kapitulierte vor der Kälte und zog mir schließlich eine lange Hose an. 11:58 Uhr erreichte ich den Gipfel … zusammen mit einer Horde anderer Touristen. Leider war die Wanderung nicht so einsam verlaufen, wie ich gehofft hatte. Statt verrückte 7 – 9 Stunden Aufstieg (Angabe des Infomaterials) hatte ich knappe 4 Stunden gebraucht (mit Pausen) um von ganz unten nach ganz oben zu gelangen….

Nicht lange und die Kälte kroch wieder in meine Kleidung. Außerdem hatte ich noch die Hälfte des Tages übrig, weshalb ich mich kurzer Hand dazu entschied dem „Main Range Walk“ zum „Blue Lake“ zu folgen. Dann wollte ich zum Ende des „Charlotte Pass“ laufen um einen Lift zurück nach Thredbo zu bekommen. Soweit der Plan.

Wanderweg

Jetzt wurde der Weg auch tatsächlich zu einem Wanderweg der teilweise mit kleinen Bächen überflutet war. Die Touristen verschwanden allmählich und allein genoss ich das Gefühl der Einsamkeit und unendlichen Weite um mich herum. Der Boden war recht steinig, trotzdem sehr angenehm zu laufen. Bäume gab es hier oben keine mehr, nur noch bunte Wiese, Blumen und Bergseen. Es sah wunderschön aus … verzaubert irgendwie.

In dieser unglaublichen Stille kreuzten nur vereinzelt andere Wanderer meinen Weg während langsam graue Wolken aufzogen. Etwas besorgt – ich wusste wie schnell das Wetter umschlagen konnte – lief ich bestimmt und zügig weiter. Ich stellte mir vor, wie es wäre nur mit Rucksack und Zelt bepackt durch unberührtes Gebirge zu laufen … ganz allein … abgeschnitten von jeglichem menschlichen Kontakt, ohne Musik, nur ich und meine Gedanken… und dann auch noch barfuß 😀 .

Wiesen aus Bergblumen in Weiß, Silber, Rostrot, Orange zusammen mit Gras in allen Tönen, das zwischen rauen Steinen hervor ragte lenkten meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich erreichte den „Blue Lake“ 15:22 Uhr zusammen mit zwei Bulgaren, die sich im eisigen Wasser ein Bad gönnten. Als sie mich sahen und meine blanken Füße musste ich lachen. Alle sahen wir uns gegenseitig an, als seien wir verrückt. Auf steinigem Boden Barfußlaufen, in eiskalte Bergseen springen …. warum sollte sich jemand so etwas antun? Ganz einfach, weil es sich großartig anfühlt! Es folgte ein verständnisvoller Blick beiderseits und wir widmeten und wieder ganz uns.

Ich beschloss den wunderschönen, tiefblauen See samt Bulgaren hinter mir zu lassen. Ich folgte einem Trampelpfad bergab entlang des Flusses. Ich glaubte, dass dieser Pfad zurück zum Hauptwanderweg führen würde und stapfte freudig los… Es war das schönste was ich jemals gesehen hatte. Über all waren kleine Seen, die durch kleine Flüsse verbunden waren. Ab und an kleine Wasserfälle und alles war übersät mit Blumen und buntem Gras. Immer weiter und weiter führte mich der Weg, doch irgend wie kam ich einfach nicht mehr zum Hauptweg zurück. Und so lief ich … überquerte einen Fluss indem ich von Stein zu Stein sprang … dann einen zweiten, dessen Strömung eindeutig zu stark war um hindurch zu laufen. Und nun … nun war ich im Nirgendwo.

Verlaufen?

lisa travelIstMe barfuss snowy mountains

lisa travelIstMe barfuss snowy mountains

Kein Weg, nicht einmal ein kleiner Pfad war mehr zu sehen. Ich stand mitten im Gesträuch. Um mich herum Berge und keine Menschenseele. Der Himmel war in zwischen mit grauen Wolken verhangen, meine Haut hatte einen leichten Sonnenstich und der eisige Wind wurde rauer. Ich war allein, oder zumindest konnte ich nicht sehen, ob auf der anderen Seite des Berges Menschen waren. So weit konnten sie zumindest nicht weg sein. Ich entschloss mich also dazu einfach nach rechts weiter zu laufen, da ich in dieser Richtung den Pfad vermutete. Also im Zirkel um die Bergspitze herum. Die Sträucher wurden höher und dichter, bis sie mir zur Hüfte reichten und so dicht waren, dass ich irgendwie darüber hinweg klettern musste, während ich immer wieder in sie einbrach. Hier musste ich mir nun endlich eingestehen, das es Zeit wurde, Schuhe zu tragen. Der Boden war voller Dornen und überseht mit Löchern. Teilweise waren es Behausungen von Erdhummeln und teilweise nicht…. Ich zog mir also Flip-Flops an und nickte zufrieden über meine erwachsene Entscheidung. Nun ja wenn ich jetzt darüber nachdenke kann ich auch nur mit dem Kopf schütteln, kann mir aber ein amüsiertes Lachen nicht verkneifen. Natürlich hätten mich die Flip-Flops genauso wenig geschützt wie das Barfußlaufen, es war einfach nur angenehmer. Erst nach einiger Zeit viel mir auf, dass ich weder Spinnen noch Schlangen sehen könnte, falls welche da wären und platz zum Ausweichen hatte ich auch nicht …

Inzwischen hatte ich einen Bergkamm überquert und dennoch war kein Weg in Sicht.
32 Kilometer war mein Wanderweg lang, doch kein Ende weit und breit.

Langsam tröpfelte Panik durch mich hindurch, obwohl mir mein logisches Denken sagte, dass der Weg nicht weit weg sein konnte. So lief ich weiter. Minuten zogen sich unangenehm in die Länge und Momente fühlten sich an wie Stunden… Ein zweiter Bergkamm folgte. Als ich über einige große Felsen kletterte bemerkte ich Blut an meinen Füßen. Ich hatte ganz vergessen, dass ich nur mit Flip-Flops unterwegs war. Als ich schon, etwas missmutig, fast dabei war um zu kehren entdeckte ich plötzlich etwas Graues im Hintergrund. Von weitem sah es aus wie ein Fluss, aber es könnte auch ein Weg sein. Aufgeregt lief ich immer schneller werdend dem vermeintlichen Weg entgegen und tatsächlich … ich wurde belohnt und stand urplötzlich wieder auf dem Hauptwanderweg, welcher von hohen Büschen verdeckt worden war.
Welch ein Glück!

Und ihr werdet jetzt sicherlich lachen wenn ihr hört, dass dieser „Ausflug“ abseits der Pfade, der sich wie ein ganzer Tag anfühlte, in Wirklichkeit nur 1h & 35 min gedauert hatte. 1h & 35 Minuten klingen kurz, aber wenn du glaubst, du hast dich verlaufen und zweifelst an deiner Orientierung, dann wird eine Stunde zu einer Unendlichkeit. Ich folgte also dem Pfad. Immer weiter bergab laufend dem Charlotts Pass entgegen, als plötzlich hinter mir das Auto des Wildlife Rescue-teams auftauchte. Sie hatten sich den ganzen Tag um die Flora gekümmert und traten nun ihren Rückweg an. Deshalb also die guten Wege. Damit die Parkranger mir ihren Vierradantrieben hier entlangfahren konnten.

Glück

Und wieder einmal hatte ich Glück, denn sie sammelten mich auf und brachten mich nicht nur nach Jindabyne, sondern gaben mir auch noch einen Lift nach Thredbo. Dabei bemerkten sie nicht einmal mein fehlendes Schuhwerk. Erleichtert darüber keine tadelnden Blicke zu ernten gelangte ich 18:44 Uhr und damit noch vor Sonnenuntergang zurück an meinem Auto an.

Was für ein verrückter Tag. Ich bin auf Australiens höchsten Berg rauf, habe mich barfuß verlaufen, um dann doch noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang wieder zu Hause zu sein. Was so viel bedeutet wie, an meinem Van. 32 Kilometer denke ich mir, als ich meine verkratzten Füße versorge. Der Schock und die Panik über das vermeintliche verlaufen sein lassen langsam nach; während draußen die Temperatur auf Null Grad absinkt bin ich bereits im Sitzen eingeschlafen.

Zu aller Ironie träumte ich in dieser Nacht von Schuhen.

Liebe Grüße und ein urkomisches Lachen wünscht euch Lisa von TravelIstMe; einem Reiseblog für die besondere Art von Reisenden. Fühle dich eingeladen dich bei mir um zusehen.“

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lisa barfuss in den snowy mountains

Die kleinen Dinge oder simplify your life – Teil 2

Es sind die kleinen Dinge, die oft an Großes erinnern. Kleine Dinge, die gelegentlich mit einer gewissen Rührung kommen. Oder manchmal mit einem Deja vu-Gefühl.

Als ich das letzte Mal umzog – von Los Angeles zurück nach Deutschland – war es eine Packung Wattestäbchen. Als ich, noch in Los Angeles lebend, im Geschäft automatisch die große Packung in die Hand nahm, wurde mir klar, dass ich sie bis zu meinem Umzug nicht mehr aufbrauchen würde. Damals, vor zehn Jahren, hat das eine gewisse Melancholie ausgelöst: Bald nehme ich Abschied. Bald bin ich weg. Bald ist das Vertraute nur noch Vergangenheit.

Jetzt ziehe ich wieder in ein paar Wochen um und mir gehen wieder die Wattestäbchen aus. Dieses Mal war es mehr Rührung, als Melancholie. Die Be-Rührung, dass ich wieder ein Zuhause wechsle … und die Erinnerung an die Wattestäbchensituation von damals.

Ein Zuhause ist die Verlängerung unseres Körpers. Wenn wir „nach Hause“ kommen, dann erweitert sich unser Energiefeld in diesen Raum, in diesem Wohlgefühl, das wir uns erschaffen haben. „Ahhhh! Daheim!“ – wer kennt das nicht? Immer vorausgesetzt, dass sich unser Zuhause auch wirklich wie eines anfühlt.

Jeder Umzug zeigt uns immer ein neues Wachstum. Wir verändern einen Teil unseres verlängerten Körpers. Lassen etwas zurück und begeben uns (neuer, klarer, neugieriger) in ein anderes Zuhause. Claudia van der Kamp, meine Assistentin und Freundin, hat ihr Zuhause in Berlin aufgegeben und ging aufs Land in ein kleines Zimmer innerhalb einer Drei-Personen-Kommune. Sie gab vieles her. Sie wollte sich verkleinern. Simplify your life. Auch da war es wieder. Sie genoss die Stille der Natur. Und auch das Alleinsein im Haus – denn ihre zwei Mitbewohner waren kaum da.

Nach ein paar Monaten spürte sie eine Unruhe und nach einigen Meditationen erfühlte sie, dass sie mehr Menschen, mehr Leben, mehr Raum und mehr Wahlmöglichkeiten – auch zum gemeinsamen singen – braucht. Sie erspürte stark, das die Zeit des fast kompletten Rückzuges vorbei war und so zog sie – mit dem wenigen was sie noch hatte – nochmal um. Jetzt fühlt sie sich angekommen.

So ein Umzug konfrontiert uns auch immer mit dem Angesammelten: Was will ich behalten? Bin ich das noch? Will ich das noch mal mit mir rumschleppen?

Jeden Tag gehe ich durch eine Schublade, einen Schrank, ein Regal oder einen Ordner. Jeden Tag treffe ich Entscheidungen was zu verschenken, was zu verkaufen, was zu behalten und was zu entsorgen ist. Jeden Tag berühre ich Dinge aus meiner gelebten Vergangenheit. Heute ist das Bücher aussortieren dran. Wie viele will ich wirklich behalten? Für mich ist es immer am einfachsten die Sachen zuerst rauszunehmen, die ich wirklich mag. Der Rest kann dann meistens weg.

Außer den Wattestäbchen.

Im Gästebad waren noch welche. Die sollten reichen …

Simplify your life – immer mal wieder loslassen

Ich bin dabei mein Zuhause zu verlieren. Nein, ich bin nicht auf der Flucht und nein, ich bin auch nicht pleite. Ich werde umziehen, denn ich habe eine kräftige Mieterhöhung bekommen.

„Das ist es nicht wert“, sagt mein Hirn.

„Aber ich liebe meine Wohnung!“, sagt der Rest.

„Ja, aber es ist unpraktisch so viel Geld für eine Wohnung auszugeben, die du nur die Hälfte des Jahres benutzt. Außerdem ist sie zu groß,“ sagt mein Hirn.

„Ich mag groß.“

„Du musst ja nicht in eine Kammer ziehen. Schließlich brauchst du auch ein Büro. Aber so groß muss sie auch nicht sein.“

Nein, das muss sie nicht – aber ich weiß, dass ich zum Wohlfühlen ein Gefühl von Weite brauche.

Ich ging in die Stille um zu meditieren. „Warum bekomme ich die Mieterhöhung?“

„Damit du dich bewegst.“ – das ist die Antwort die kurz danach kommt.

Also bewege ich mich. Zwei Minuten später bin ich am Computer und suche. Keine der angebotenen Wohnungen spricht mich an.

Aber mein Hirn spricht mit mir. Sprechen ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Es ist wie ein Stehaufmännchen – ein gesichtsloses Wesen in dem Körper eines Dreijährigen – das hektisch auf und abspringt, die Fäuste ballt und mich anschreit: „SOFORT, JETZT, IN DIESEM MOMENT müssen wir ein neues Zuhause finden“.

Ich beobachte dieses Ausbruch in mir und rufe mich streng zur Ordnung: „Sag mal spinnst du? Was sollen da bitte die Flüchtlinge sagen? Die warten irgendwo sicher unterzukommen und besitzen nichts mehr! Du hast doch überhaupt kein Problem!!! Du wohnst immer noch in deiner schönen Wohnung – darf ich Dich daran erinnern, dass wir im Jetzt leben! – und du hast überhaupt keinen Zwang sofort auszuziehen. Du wirst schon was finden! Du weißt doch wie das geht! Konzentriere Dich auf das was du willst, vertraue darauf und dann schaue dich um, was passiert.“

Ja. Klar weiß ich das.

Der kleine dreijährige Hampelmann in meinem Kopf kapiert es nur nicht.

Ich fange an um mein Zuhause zu trauern. Ich kenne das schon. Auch Abschiednehmen will geübt werden, damit wir später, wenn wir von diesem Körper Abschied nehmen, es auch leichter können.

Und doch meckert kurz danach schon wieder etwas in mir: „Darf ich dich daran erinnern, dass dies nur eine Wohnung ist! Und du bist noch nicht einmal ausgezogen. Warte gefälligst mit dem Trauern, bis zu auch draußen bist. So vergraulst du dir die ganze Zeit, in der du noch in der Wohnung bist. Himmel Herrgott noch mal. Das weißt du doch!“

Ja, das weiß ich. Vielleicht sollte ich aufhören Bücher zu schreiben. Vielleicht sollte ich überhaupt aufhören irgendwelche Ratschläge zu geben. Ich bespreche das mit meinem Freund LD Thompson. Er lacht. Er schreibt auch Bücher. „Willkommen in meiner Welt. Das denke ich mir auch jedes Mal, wenn es mich durchschüttelt.“

Da ist es wieder: Unser Perfektionsanspruch! Es darf uns nichts durchschütteln.

Ich bespreche das mit meinem Liebsten Stanko. Er lächelt. „Dass es dich durchschüttelt, sieht man nicht. Du bist nicht hektisch, nicht nervös, gereizt und ungeduldig. Du denkst nur an deine verschiedenen Optionen. Willst du aufs Land oder doch weiterhin in der Stadt bleiben? Willst du öfters hier bei mir sein und wie viel Zeit brauchst du alleine? Du planst eben gerne. Es ist wie es ist.“

Stanko, mein Liebster, ist Maler. Er kennt sich mit Ist-Zuständen aus. Er macht Farbfelder. Intensive, bewegende, meditative Farbfelder. In einem Bild verliert man sich in Rottönen, im anderen berührt das Türkis. Jede Farbe ist einfach nur da. Farbe. Nichts zum hineininterpretieren. Nichts zum aufräumen. Nichts zum organisieren.

Es ist Sein. Betrachtendes Sein. Pures sein. Meditatives Sein.

Ich kenne diesen Zustand und liebe ihn. Wenn ich singe, wenn ich meditiere, wenn ich ins Feuer schaue, sogar wenn ich im Stau stehe. Ich kenne diesen Zustand oft in meinem Leben.

Aber jetzt, jetzt gerade kann ich es nicht.

„Schau,“ sagt Stanko mir, „beschreibe mir Wasser.“

„Es ist feucht, es hat eine chemische Formel, es ist durchsichtig, es gibt Wasser als Regen, als Meer, als Schnee. Es kann rein oder verschmutzt sein. Es hat verschiedene Temperaturen. Man kann es einfrieren…“

Ich denke noch nach.

Stanko schaut mich aufmerksam an: „Wasser ist aber auch ein Erlebnis. Es macht was mit dir. Du erspürst etwas dabei und so ist es eben auch mit den Herausforderungen, die uns das Leben schickt. Jeder von uns erspürt etwas – oft etwas anderes.“

„Und was heißt das jetzt?“

„Muss das immer was heißen?“

„Schön wär’s.“

Er lacht. Er schaut auf eines seiner Bilder, das an der Wand hängt. „Manchmal geht es eben nur um das Erleben. Bis es eben dann irgendwann einmal wieder aufhört.“

„Bis zum neuen Erleben.“

„Bis zum neuen Erleben.“

Stanko nimmt Zustände hin. Ich dagegen habe die Tendenz, sie ändern zu wollen. Er schaut mich liebevolle an: „Du bist zu streng mit dir.“

Ich seufze.

Kurze Zeit später hat sich das Stehaufmännchen beruhigt und eine Woche später ist alles klarer. Ich werde mein Leben vereinfachen: Simplify your life, we es auch wunderbar treffend heißt. Ich habe viel angesammelt in den  letzten zehn Jahren, seitdem ich wieder zuhause in Deutschland lebe. Jede Verpflichtung ist wie ein Rucksack, der etwas von uns verlangt. Und manchmal wird der Rucksack zu voll. Ab und zu mal durchschauen, was man wirklich braucht und was man wirklich will, hilft uns bei der Leichtigkeit und Wahrnehmung. Dazu gehört das Aussortieren. Das Hergeben.

Ein neues Zuhause zeigt sich für mich noch nicht – und das wird einen Grund haben. Aber trotzdem soll ich mich bewegen und das tue ich jetzt auch: Die Entscheidung zu Stanko aufs Land zu ziehen ergab sich plötzlich im Gespräch. Mal den Schalten umgelegt, geht es leichter. Was ich von meiner Wohnung behalten will, kommt in ein Lager. Ein paar Sachen nehme ich mit. Und dann warte ich ab, wie ich mich auf dem Land fühle. Erst durch das Erleben werde ich herausfinden, ob mir die Stadt fehlt. Und erst dann, wenn ich im tiefsten meiner Seele das Gefühl habe, dass ich mich auch noch in der Stadt aufhalten will, dann werde ich auch dort etwas finden, was zu mir passt. Das weiß ich. Das hat sich immer wieder in meinem Leben bestätigt. Manche Fragen brauchen für die Beantwortung Zeit. Manche Fragen können erst dann wirklich wach und klar beantwortet werden, wenn wir innehalten und den Rucksack mit Verpflichtungen mal für eine Weile auf dem Boden abstellen.

Jetzt ist eine gute Zeit dafür. Ich habe keine Kinder mehr zu versorgen. Kein Tier was von mir etwas braucht. Keine Notwendigkeit eine große Wohnung in München zu unterhalten. Mein Rucksack wird jetzt abgenommen. Ich bin aus tiefsten Herzen dankbar: Für die Wohnung, die ich fast zehn Jahre lang sehr genossen habe und auch dafür, dass ich in der Lage bin,  jeden neuen Lebensabschnitt auch immer als Abenteuer betrachten zu können.

Ich werde mein Zuhause verlieren. Und wie immer ein Neues erschaffen.

Ich weiß, wie das geht.

Nur wann, das weiß ich nicht.

Ist ein Meister immer froh?

Ein enger Freund von mir las in einem Buch der grandiosen Schriftstellerin Isabel Allende eine Passage, in der ein Meister seinem Schüler erklärt, dass ein wahrer Meister immer „joyful“ (also immer froh) ist.

Tja.

Immer froh. IMMER froh! Ganz schön viel verlangt von so einer Meisterschaft.

Immer froh.

Immer froh, auch wenn das Mitgefühl eintritt?

Immer froh, auch wenn man Abschied nimmt?

Immer froh, auch wenn man die dunkle Nacht der Seele erlebt?

Trotzdem immer froh?

 

Und als erstes schaut man sich selber an – oder in diesem Fall haben dieser Freund und ich uns gemeinsam angeschaut und sofort gemerkt: Wir sind das nicht.

Später im Gespräch stellten wir uns die Frage ob das, hier als Fiktion geschrieben, auch wirklich stimmt? Ist es wirklich so, dass man als Meister immer froh ist? Und wenn dies das Ziel ist, warum ist es das Ziel?

Und ist das nicht viel leichter zu erreichen, wenn ich oben auf meiner Berghütte, einsam und genügsam, ohne Internet und ohne Familie, ohne Job und ohne finanzielle Zwänge einfach meine Reisschale leere, die mir jemand bringt?

Erwarten wir da nicht auch zu viel von uns, die wir eben nicht so ein Leben führen?

Immer froh.

 

Ich bin froh, wenn ich es zu immer wach schaffe.

Ist das in meinem Leben wichtig?

Ihr Lieben,

ich freue mich in Zukunft einen regelmässigen Blog anzubieten, der hoffentlich interessant ist und inspiriert. Das hier ist ein Teil meines Jahresrückblicks, aber auch ein Teil meines täglichen Lebens. Vielleicht unterstützt es Euch.

Herzlichst,

Sabrina

 

Ist das wichtig?

http://www.ldthompson.com/

Warum ich barfuß gehe …

Ein Plädoyer für die Füße

Stellen Sie sich vor, man würde Ihnen verbieten, ein Bett in einer kleinen, dunklen Kammer zu verlassen. Man ist besorgt um sie. Möchte nicht, dass Sie sich verletzen. Außerdem könnten Sie dreckig werden. Die Welt ist nicht sauber. Es ist also zu Ihrem Schutz. Das müssen Sie doch einsehen!

Nun gut, Sie werden etwas von Ihren Bewegungsfähigkeiten verlieren, aber wer ist denn wirklich heute noch ganz und gar beweglich? Von der Welt bekommen Sie natürlich auch nicht mehr viel mit, aber dafür sind Sie vor Überraschungen sicher. Und ja, es müffelt ein bisschen – so ganz ohne Fenster – aber es fliegen auch keine Ungeziefer herein. Dafür bekommen Sie immer mal wieder ein neues Bett. Zugegeben, viel Platz haben Sie da drin nicht und Sie stoßen auch dauernd mit dem Kopf an die Bettkante, aber Sie und das Bett sehen gut aus. Das ist doch was!

barfuss-im-wasser

barfuss im Wasser

Vor so einer Einschränkung würden wir uns ganz sicher wehren. Ja, das Leben ist zu einem gewissen Grad gefährlich, aber das Risiko gehen wir für unsere Freiheit ein. Natürlich kann man mal die Treppe herunterfallen, aber wir werden uns dafür nicht nur im Erdgeschoss aufhalten. Ja, es gibt Autounfälle, aber trotzdem sitzen wir gelegentlich in einem. Jedes Jahr sterben ca. 8.000 Menschen in Deutschland durch Grippe und doch gehen wir im Winter aus dem Haus.
Wir wollen uns frei bewegen.

Unsere Füße wollen das auch. Aber wir sperren sie ein. Zu ihrem Schutz. Natürlich lassen wir sie ab und zu mal „raus“: Im Sommer auf einer Wiese. Vielleicht in der Wohnung. Am Strand im Urlaub. Doch wie viel Prozent der Zeit dürfen sich die Füße wirklich frei bewegen, vom nächtlichen Schlafen und der halben Stunde im Bad mal abgesehen?

Muskeln und Sehen müssen trainiert werden. Unser Fußgewölbe stabilisiert sich durch das Bewegen unserer Füße. Mit jedem Schritt müssen wir uns den unterschiedlichen Untergründen anpassen. Das hält den Fuß auf Trapp. Leider verlieren wir mit Schuhen einen unserer Sinne und unsere Füße schlafen ein. Wir erspüren keinen Untergrund mehr und keine Temperaturschwankung. Das was uns mit Schuhen hingegen am meisten beschäftigt ist ihre Bequemlichkeit, ihre Schönheit und … die Frage was wir mit der Hornhaut, den entstandenen Blasen, dem Käsegeruch und den verkümmerten Zehen machen sollen?

Seit Juli 2014 gehe ich barfuß. Zuhause, auf der Straße, in Flugzeugen, in Straßenbahnen, in Läden, in Museen, in Galerien, in Restaurants, auf Bühnen, auf Reisen, bei Regen und Schnee. Natürlich höre ich auf meinen Körper und wenn es meinen Füßen zu kalt ist, dann schütze ich sie. Doch selbst unter Null Temperaturen gehen noch für ein paar hundert Meter. Wer hätte das gedachte? Ich damals nicht.

Und nein, ich habe keine dicke Hornhaut. Diese bildet sich als Schutzfunktion gegen Reibung. Meine Füße reiben gegen nichts mehr. Als ich anfing immer barfuß zu gehen, fiel mir als erstes eine Sache auf: Die Welt ist voller unterschiedlicher Temperaturen und Bodenbeläge und es macht richtig Spaß, das zu entdecken. Jeder Schritt wird zum Abenteuer!

Einige Leute fragen interessiert: Wo sind denn ihre Schuhe? (Zuhause im Schrank.) Macht das Spaß? (Ja!). Sind Sie schon mal irgendwo reingestiegen? (Ja. Zweimal in eine kleine Glasscherbe – aber meine Hände haben sich schon öfter geschnitten). Schauen die Leute? (Ja. Manchmal fällt das auf, manchmal nicht.). Sind ihre Füße nicht kalt? (Nein, sie werden ja bewegt.) Ekelt es sie nicht? (Nicht mehr. Das habe ich mir abgewöhnt und meine Füße werden so oft gewaschen wie nie zuvor).

Eine Frage wird mir allerdings nie gestellt: „Ist das denn gesund?“

Wir wissen, dass es gesund ist

barfuss-in-muenchen

Barfuss in München

Ich war gesund, als ich mit dem Barfußgehen anfing. Obwohl ich nicht krank war, hatte ich doch einige Herausforderungen. Ich fand oft, dass ich nicht gerade stehe. Dass da irgendetwas mit meinem Bewegungsablauf nicht stimmt. Meine Sehnen an den Beinen waren verkürzt und meldeten sich öfters. Das hat sich alles zum besseren verändert. In nicht einmal einem Jahr.

Unsere Füße sind ein hochkomplexes, fantastisches Kunstwerk. Sie sind mit 26 Knochen, 27 Gelenken, 107 Bändern, 32 Muskeln und Sehnen und unzähligen Nervenzellen ähnlich faszinierend wie unsere Hände. Wir können springen, landen, laufen, stehen. Wir könnten sogar mit ihnen Heruntergefallenes vom Boden aufheben, Türen aufmachen, einen Stift halten. Menschen ohne Arme haben immer schon ihre Füße als Ersatz benutzt und dafür eine erstaunliche Beweglichkeit entwickelt, die wir in Internet-Videos bewundern können. Füße haben mehr Sensoren als unser Gesicht. Mehr Knochen als unsere Arme. Unsere Fußgelenke sind so genial gebaut, dass sie Baumeister zu Meisterwerken inspiriert haben. Diese relativ kleinen Füße sind in der Lage unseren viel längeren und schweren Körper so zu balancieren und zu bewegen, dass wir nicht umfallen. Das alleine ist eine Meisterleistung.

Die weltweit besten Läufer und Jogger kommen häufig aus den bäuerlichen Gebieten Afrikas und sind ohne Schuhe aufgewachsen. Ihre Füße konnten sich über Jahre zu einem starken Instrument der Fortbewegung entwickeln. Der Äthiopier Abebe Bikila gewann 1960 die Goldmedaille im Marathonlauf und lief kurzerhand barfuß – weil er das als Kind schon getan hatte und kein passender Schuh zur Olympiade nach Rom mitgeliefert wurde.

Leute, die barfuß laufen, landen auf dem Ballen, also genau vor dem Fußgewölbe. Dann erst kommt die Ferse nach unten. Das ist sehr viel bequemer. Der ganze Vorderfuß ist mit seinen Gelenken auf Federung eingestellt. Seit über zwei Millionen Jahren sind die meisten Leute so gelaufen. Wenn wir kleine Kinder beobachten, die barfuß gehen, dann treten sie mit dem ganzen Fuß fast gleichmäßig auf. Wenn wir barfuß laufen, landen wir auf dem Vorderfuß. Wenn wir eine Gangart runterschalten – also gehen – treten die meisten von uns mit der Ferse auf. Das haben wir alle so gelernt: Den Fuß von der Ferse her abrollen. Das galt – noch bis vor kurzem – als die einzige richtige Art des Gehens. Und mit Schuhen – besonders mit festem Schuhwerk – ist auch kaum etwas anderes möglich.

Und hier gilt es einen Moment innezuhalten: Mit festem Schuhwerk ist kaum etwas anderes möglich! Der Fuß wird eingeschnürt und dadurch bewegungsunfähig. Nur wenn wir eine flexible, dünne, absatzlose Sohle tragen, die uns den Fuß komplett entspannen lässt, können wir mit dem Vorderfuß auftreten. Ansonsten bleibt uns nur der Fersengang. Bei manchen Damenschuhen im Ballerina-Stil ist das möglich. Bei den üblichen Männerschuhen gibt es oft gar keine Option. Außer bei einigen Modellen der neu konzipierten Barfuß-Schuhe. Und damit wir dabei den viel härteren Aufprall der Ferse nicht spüren, mussten Absätze her, die den Schmerz abfedern. Die Erschütterung stoppen sie allerdings nicht. Sie wird weitergegeben: An die Knie, die Hüften, hinauf bis zum Ende unserer Wirbelsäule.

Was mich ebenfalls daran faszinierte war der leise Gang. Meine Nachbarn unter mir wussten immer wann ich zuhause war. Obwohl ich barfuß ging, machte ich mit dem Fersen-Auftritt noch genug Krach. Ich übte mich im Ballengang und das war am Anfang nicht einfach. Mit dem entspannten Vorderfuß zuerst aufzutreten – ohne ihn nach vorne auszustrecken – erforderte einiges an Bereitschaft zur Veränderung.

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich denn Verbesserungen erlebt habe und ich habe mir eine Liste dafür angelegt, weil ich sonst die Hälfte vergesse (siehe Barfuß Vorteile “). Das, was mich am meisten bei diesem Abenteuer Barfußgehen überrascht hat, war das Gefühl von Freiheit, das man damit geschenkt bekommt. Als Frau erinnern mich Schuhe jetzt an ein enges Korsett. Es wurde Anfang des 19. Jahrhunderts abgeschafft, weil Frauen merkten, dass es zu sehr einengt. Jetzt wird es Zeit, hundert Jahre später, das Gleiche mit den Schuhen zu tun. Wahrscheinlich gehören sie auf den Listenplatz der schädlichen Substanzen gleich neben den Zucker.

Wenn wir mal darüber nachdenken, wie oft wir uns an den Händen verletzten, wundert es mich, dass wir für sie noch keinen permanenten Schutz erfunden haben. Wie oft haben wir uns schon mit einem Messer geschnitten? Wie oft durch die scharfe Kante einer Glasscheibe die Haut aufgeschnitten? Wie oft am Papier geschnitten? Wie oft schon geblutet? Wie oft unsere Finger eingeklemmt? Wie oft irgendwo aufgekratzt? Wie oft etwas Unsauberes berührt?

Das einzige was Hände brauchen sind Handschuhe, wenn es zu kalt ist oder wir etwas Heißes anfassen müssen. Und genau das ist es auch, was unsere Füße brauchen. Nicht mehr und nicht weniger.

Wir kommen nicht auf die Idee unsere Hände einzusperren, weil wir unsere Hände sensibel und beweglich halten möchten. Wir wollen in der Lage sein, mit Hilfe unserer viel geübten Feinmotorik einen Faden durch ein Nadelöhr zu kriegen. Wir wollen in der Lage sein, auf der kleinen Tastatur unseres Smartphone eine Nachricht zu tippen. Wir wollen die Haut unserer Liebsten erspüren. Wir wollen im Stande sein komplizierte Verschlüsse zu öffnen. Wir wollen uns waschen, anziehen, frisieren, rasieren, schminken und kratzen können.
Und was sollen unsere Füße?
Unseren kompletten Bewegungsablauf von der Wurzel an gesund halten.
Tja.
Ist das wirklich so viel unwichtiger als dass, was unsere Hände tun?

Nähere dazu über mein Jahr barfuß in meinem Buch:
„Auf freiem Fuß – Ein Jahr ohne Schuhe?“ – Ein Experiment

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Foto: J.Wagner

Barfuß-Vorteile

Was wird besser?
• Die Beweglichkeit der Füße wird wieder hergestellt
• Das Immunsystem wird gestärkt
• Fuß-Muskulatur wird gekräftigt und stabilisiert (Hilfe für Plattfüße etc.)
• Fußnerven werden angeregt und verkümmerte Fußnerven werden aktiver
• Fuß wird besser durchblutet und ist weniger kalt
• Haltung verbessert sich
• Sehnen werden gedehnt und gekräftigt (Archillessehne)
• Zehen werden beweglicher
• Fußgewölbe wird stabiler
• Keine Blasen mehr
• Krampfadern werden weniger
• Keinen Fußschweiß – keinen Fußpilz
• Für Kinder extrem wichtig für die gesunde Entwicklung des Fußes.
• Übrigens: Blasenentzündungen gibt es auch keine, denn diese werden durch Bakterien verursacht und nicht durch kalte Füße

Wie fühlt man sich?
• Fühlt sich freier, lebendiger
• Gang wird leichter, sanfter und aufmerksamer
• Man folgt seinem eigenen Rhythmus
• Es macht Spaß!
• Man spürt seine Füße immer und weiß wo sie sind
• Man stößt sich nicht mehr an
• Erstaunlicherweise ist mir niemand auf die Füße gestiegen, weil ich mit ihnen nicht mehr unaufmerksam bin
• Die Wurzeln unseres Körpers werden aktiviert
• Das aufmerksame Erspüren des unteren Körperbereichs
• Man hat keine kalten Füße mehr
• Keine Blasen mehr – es reibt ja auch nichts mehr an der Haut.
• Der Fuß wird bei jedem Schritt massiert
• Da der Fuß beweglicher wird, hebt er dann die Bereiche hoch auf denen er beim Auftreten etwas Spitzes spürt.
• Der Beckenbereich wird flexibler und offener
• Man genießt den Regen
• und sogar für ein paar hundert Meter den Schnee

Fazit: Mit Schuhen sperren wir einen unserer Sinne weg.


Warum ich barfuß gehe? (ein Update: 13.März 2017)

… oder ob ich immer noch barfuß gehe, das werde ich in den letzten zwei 1/2 Jahren immer mal wieder gefragt. Das ist hier ein update mit ein paar Informationen von meinem ersten Blog dazu. Also: Ich gehe schon seit vielen Jahren barfuß – eben das übliche: Zuhause, auf der Wiese, gelegentlich im Wald oder beim Wandern. Ich war aber früher nie barfuß in Restaurants, beim Wandern, im Zug oder bei meinen Vorträgen. Ich habe immer schon in meinen Büchern, auf meiner Website oder auf Facebook angeregt mal die Schuhe auszuziehen. Ich glaube, dass es wichtig ist, wenn wir die Erde, den Boden erspüren und mal alles wegnehmen, was uns von Mutter Erde trennt. Aber die Betonung lag auf „mal“ und nicht auf oft.

Natürlich bin ich auch Frau und mit dem (ich befürchte fast) genetischen Schuhtick ausgestattet. Aber ich habe empfindliche Füße. Blasenpflaster waren immer in meiner Handtasche und wenn ich von den Winterschuhen mit den dicken Socken in die Riemensandalen wechselte, kamen die Blasen. Ich war deswegen auch immer auf der Suche nach den “perfekten” Schuhen. Welche, die nicht schmerzen. Besonders suchte ich den perfekten Schuh für die Reise, denn wenn ich unterwegs war, nahm ich einen halben Schuhladen mit: Ballerinas, High Heels, Turnschuhe, Flipflops, Stiefel. Das war immer sehr mühsam. Dafür alleine lohnt sich das Barfußgehen schon; in meinem Koffer habe ich jetzt mehr Platz.

Erst als ich die Schuhe ganz auszog verstand ich, dass ich die „perfekten Schuhe“ immer schon hatte: Meine Füße!

Mir fiel früher oft auf, dass meine Haltung nicht ganz korrekt war. Ich fiel zu sehr nach vorne, wenn ich stand. Ich hatte auch immer Schwierigkeiten lange zu stehen. Irgendetwas stimmte an meinem Bewegungsablauf nicht.

Dann las ich im Juli 2014 das Buch von Carsten Stark: “Füsse gut, alles gut” – und zog, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte, im Flieger sofort meine Schuhe aus. Ich war fasziniert vom Ballengang und wollte ihn unbedingt ausprobieren. Ich kaufte mir in der Ankunftshalle in der Apotheke feuchte Reinigungstücher, um mir die Füße abzuwischen, wenn ich irgendwo reintrete oder jemanden besuche … und das war es dann. Seitdem gehe ich fast alles barfuß.

Ich habe mir den Ballengang angewöhnt – also vorne mit dem Ballen zuerst auftreten und nicht mit der Ferse. Dadurch ist das Aufprall bei jedem Schritt im Körper sehr viel sanfter. Das hat eine Weile gedauert und war zuerst mit erstaunlichem Muskelkater verbunden. Jetzt fühle ich mich wohl damit.

Ich gehe zu 90% barfuß und ich bin in diesen zwei einhalb Jahren drei Mal in Glasscherben reingetreten. Der Trick ist dabei sofort nachzusehen, wenn einem an den Fußsohlen etwas weh tut. Und dann entfernen, was stört. Im Winter kann ich keinen langen Schneespaziergang machen. Neuer Schnee macht noch Spass – für eine Weile. Alter Schnee ist mir zu kalt. Da brauche ich einfach Schuhe. Und dazu sind sie ja auch da. Man braucht Schuhe, wie man Handschuhe braucht: Es ist zu heiß, zu kalt oder zu gefährlich.

Man merkt beim Barfußgehen auch sofort, wenn man eine Schonhaltung einnimmt. Ich habe mir mal beim Laufen den Knöchel leicht verletzt und spürte sofort, dass mein Bewegungsapparat nicht mehr rund lief. Als ich dann für ein paar Tage Schuhe trug, da ich Schmerzen hatte und einen Puffer brauchte, spürte ich den Unterschied: Barfuß spüre ich, wenn ich eine Schonhaltung einnehme. Mit Schuhen nicht.

Barfuß zu gehen ist ein unfassbares Freiheitsgefühl. Früher bevorzugte ich das Radfahren, heute das Gehen, denn so erspüre ich die unterschiedlichen Böden. Straßen sind übrigens sehr warm. Muss am Teer liegen. Manche Supermärkte eiskalt. Der Münchner Flughafen hat einen fantastischen Boden: Richtig gemütlich für die Füße. Gras, Wiese, der Boden im Nadelwald, Match – das ist natürlich großartig. Regen! Unnachahmlich fantastisch. Und saubere Füße gibt es obendrein noch. Alleine schon sich nicht zu überlegen, welche Schuhe man anzieht, wenn man schnell die Post holt oder Brot vom Bäcker ist herrlich.

Das einzige was mich am Anfang störte, war das Auffallen. Natürlich ist es praktisch wenn ich einen Vortrag halte, wenn man mich wahrnimmt – aber in meinem privaten Leben bin ich lieber Beobachter, statt Beobachtete. Und hier ist die Frage, die sich uns allen immer wieder stellt: Passe ich mich an oder erspüre ich, was ich selbst brauche? Dazu gehören gelegentlich seltsame Blicke von Anderen, aber eben auch interessante Gespräche. Was mich am meisten beeindruckt und rührt, ist die Großzügigkeit, die wir Deutschen uns angewöhnt haben. In meiner Generation durfte man als Kind nicht auf dem Rasen spielen und was die Nachbarn sagten, war das Amen in der Kirche. Jetzt sieht man mich barfuß in Restaurants, im Flugzeug, im Zug, auf der Straße, in Museen und Konzerten und niemand beschwert sich. Ich finde das toll!

Beim Barfußgehen werden unsere Füße wieder wach. Unser Energiefeld das oben gut funktioniert (Augen, Ohren, Nase, Hände) wird auch unten wieder aktiviert. Wir inspirieren unseren Körper wieder überall zu spüren. Der Körper im harmonischen Ganzen und nicht abgetrennt in eine obere und eine untere Hälfte. Wir haben fast verlernt, wie es sich anfühlt, frei an den Füssen zu sein. Stellt Euch vor, wir würden immer zu enge Handschuhe tragen und dann könnten wir sie endlich ausziehen… unsere Hände würden es uns danken und unsere Füße tun das eben auch.

Bei vier, sogar drei Grad fühlen sich meine Füße noch sehr wohl. Eine halbe Stunde barfuß ist noch angenehm. Meine Augen sagten mir am Anfang häufig: „Zieh Dir Schuhe an! Da draußen ist es kalt!“ Aber was wissen die Augen schon von Kälte? Sie sitzen warm verpackt mitten im Kopf. Meine Füße hingegen sagen nach den ersten Schritten nach draußen: „Was willst du denn? Das ist doch herrlich!“ Ich habe keine Erkältung und keine Blasenentzündung gekriegt (auf die meine Mutter am Anfang monatelang wartete. Blasenentzündungen haben etwas mit Bakterien und nichts mit kalten Füssen zu tun. Das war das Märchen dass uns erzählt worden ist, damit wir Schuhe ANziehen.)

Natürlich höre ich auf meine Füße. Wenn sie sich unwohl fühlen und es ihnen zu kalt wird, dann ziehe ich Minimal-Schuhe oder Barfußschuhe an. Ich mag da besonders die Leguanos. Es geht nicht darum, dass wir stur werden – und auch das gilt es auch bei den Leuten die barfuß gehen zu vermeiden. Ich habe nicht umsonst „BodyBlessing – der liebevolle Weg zum eigenen Körper“ geschrieben, um meinen Körper und seine Signale dann zu ignorieren. Also wenn meine Füße sagen, dass es ihnen zu kalt ist oder ich sehe, dass die Situation unpraktisch ist, dann ziehe ich etwas an. Ich war zum Beispiel im letzten Herbst in Südafrika und stellte zu meiner großen Überraschung fest, dass es dort auf manchen Wanderwegen mehr Glasscherben gibt als hier auf dem Oktoberfest. Und dann habe ich mir Schutz geholt. Dazu benutzte ich die Xero-Schuhe, die nur eine dünne bewegliche Sohle mit einer paar Bändern zum festhalten sind.

Es ist auch unpraktisch von heute auf morgen die Schuhe auszuziehen und dann barfuß einen Marathon zu laufen. Da kann man sich enorm verletzen. Unsere Füße sind in Schuhen nichts mehr gewöhnt und das dauert eben ein bißchen, bis sie sich auf die neugewonnene Freiheit eingestellt haben. Gönnen wir ihnen die Zeit der Umgewöhnung.

Gerade Frauen beschweren sich oft über zu kalte Füße. Unsere Füße sind kalt, weil sie der Körper nicht mehr durchblutet. Der denkt sich: „Da unten passiert nichts, die sind eingesperrt in Schuhe, da brauche ich nichts mehr machen.“ Unsere Füße – wenn sie zu oft kalt sind – sind quasi halb abgestorben. Wenn wir barfuß gehen, werden unsere Füße wieder bewegt und damit durchblutet sie der Körper auch schneller. Ergo: Schnell wieder warme Füße.

Mir ist klar, dass nicht alle von uns ihre Schuhe ausziehen werden oder können. Aber wenn wir unsere Füße öfter bewegen lassen, wenn wir wenigstens ein paar Barfuß-Schuhe mit beweglicher Sohle benutzen, wenn Kinder wieder mehr barfuß gehen dürfen – dann ist schon viel passiert und unser Körper wird es uns danken. Es gibt erstaunlich viele Barfuß-Schuhe, die überhaupt nicht auffallen. Zwar erspürt man den Boden damit nicht – was ich persönlich sehr schade finde – aber der Fuß wird wenigstens bewegt. Manche Barfuß-Schuhe verdienen aber ihren Namen nicht. Die Sohle zu dick, der ganze Schuh zu klobig – da hat wohl jemand nicht ganz aufgepasst …

Wann trage ich Schuhe? Wenn ich mit Leuten unterwegs bin, denen es unangenehm ist, wenn ich barfuß bin. Ich frage da einfach nach. Warum sollte ich unsere gemeinsame Zeit ohne Schuhe für meine Freunde/Familie anstrengender machen? Wenn ich ab und zu Schuhe trage, dann fällt mir kein Zacken aus der Krone. Eine gewisse Flexibiltät finde ich macht das Leben leichter. Ich trage Schuhe auf Beerdigungen und manchmal Hochzeiten. Bei Gelegenheiten eben, bei denen ich die Aufmerksamkeit von der Hauptperson/dem Hauptzweck ablenken würde. Da ich immer zusammengefaltete Ersatzschuhe in meiner Handtasche habe, ist es ein einfaches mich zu entscheiden.

Gerade in diesem Jahr ist mir aufgefallen, dass die Leute nicht mehr sagen: „Oh Gott, Sie sind ja barfuß!“ – sondern eher: „Ach, Sie sind Barfußgängerin. Davon habe ich schon gehört.“ So ging es auch bei den Vegetariern damals los und jetzt ist das keine große Sache mehr. Das wünsche ich mir für unsere Füße und unser Wohlbefinden auch.

Herzlichst,

Sabrina


Mein erster Blogbeitrag nach 5 Monaten

“Warum ich barfuß gehe“ … das werde ich immer wieder gefragt. Also: Ich gehe schon seit vielen Jahren barfuß – eben das übliche: Zuhause, auf der Wiese, gelegentlich im Wald oder beim Wandern. Oft habe ich in den letzten Jahren entweder in meinen Büchern, hier auf der Website oder auf meiner Facebook-Seite angeregt mal die Schuhe auszuziehen. Ich glaube, dass es wichtig ist, wenn wir die Erde, den Boden erspüren und mal alles wegnehmen, was uns von Mutter Erde trennt.
Natürlich bin ich auch Frau und mit dem (ich befürchte fast) genetischen Schuhtick ausgestattet. Ich war immer auf der Suche nach den “perfekten” Schuhen. Besonders den perfekten Schuhen für die Reise, denn wenn ich reise, nehme ich einen halben Schuhladen mit: Ballerinas, High Heels, Turnschuhe, Flipflops, Stiefel. Das war immer sehr mühsam. Dafür alleine lohnt sich das Barfußgehen schon; in meinem Koffer habe ich jetzt mehr Platz.

sabrina-barfuss-muenchen

Barfuß in München

Außerdem fiel mir gelegentlich auf, dass meine Haltung nicht ganz korrekt war. Ich falle zu sehr nach vorne, wenn ich stehe. Ich hatte auch immer Schwierigkeiten lange zu stehen. Irgendetwas stimmte an meinem Bewegungsablauf nicht.
Dann las ich im letzten Juli (2014) das Buch von Carsten Stark: “Füsse gut, alles gut” – und zog, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte, im Flieger sofort meine Schuhe aus. Ich kaufte mir in der Ankunftshalle in der Apotheke feuchte Reinigungstücher, um mir die Füße abzuwischen, wenn ich irgendwo reintrete oder jemanden besuche … und das war es dann. Seitdem gehe ich fast alles barfuß.
Ich habe mir den Ballengang angewöhnt – also vorne mit dem Ballen zuerst auftreten und nicht mit der Ferse. Dadurch ist das Aufprall bei jedem Schritt im Körper sehr viel sanfter. Das hat eine Weile gedauert und war zuerst mit erstaunlichem Muskelkater verbunden. Jetzt fühle ich mich wohl damit.


sabrina-barfuss-ladies

Sabrina mit „barfuss-ladies“

Ich schreibe diese Zeilen jetzt Anfang Dezember und bin in diesem halben Jahr nicht ein einziges Mal in irgendwas reingetreten und ich schaue selten auf den Boden. Das ist mir zu mühsam. Ich habe meinem Energiefeld gesagt, es muss sich darum kümmern, dass ich mich nicht verletze – und das macht es auch.
Barfuß zu gehen ist ein unfassbares Freiheitsgefühl. Ich liebe es jetzt zu gehen und unterschiedliche Böden zu spüren. Straßen sind übrigens sehr warm. Muss am Teer liegen. Manche Supermärkte eiskalt. Der Münchner Flughafen hat einen fantastischen Boden. Richtig gemütlich für die Füße. Gras, Wiese, der Boden im Nadelwald, Match – das ist natürlich großartig. Regen! Unnachahmlich fantastisch. Und saubere Füße gibt es obendrein noch. Alleine schon sich nicht zu überlegen, welche Schuhe man anzieht, wenn man schnell die Post holt oder Brot vom Bäcker.
Eigentlich will ich nicht auffallen. Tue es natürlich. Und hier ist die Frage, die sich uns allen immer wieder stellt: Passe ich mich an oder erspüre ich, was ich selbst brauche. Dazu gehören gelegentlich seltsame Blicke von Anderen, aber eben auch interessante Gespräche. Was mich am meisten beeindruckt und rührt, ist die Großzügigkeit, die wir Deutschen uns angewöhnt haben. In meiner Generation durfte man als Kind nicht auf dem Rasen spielen und was die Nachbarn sagten, war das Amen in der Kirche. Jetzt sieht man mich barfuß in Restaurants, im Flugzeug, im Zug, auf der Straße, in Museen und Konzerten und niemand sagt etwas. Ich finde das toll!


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Barfuß im Englischen Garten

Beim Barfußgehen werden unsere Füße wieder wach. Unser Energiefeld das oben gut funktioniert (Augen, Ohren, Nase, Hände) wird auch unten wieder aktiviert. Wir inspirieren unseren Körper wieder überall zu spüren. Der Körper im harmonischen Ganzen und nicht abgetrennt in eine obere und eine untere Hälfte. Wir haben fast verlernt, wie es sich anfühlt, frei an den Füssen zu sein. Stellt Euch vor, wir würden immer zu enge Handschuhe tragen und dann könnten wir sie ausziehen… unsere Hände würden es uns danken und unsere Füße tun das eben auch.
Bei vier, sogar drei Grad fühlen sich meine Füße noch sehr wohl. Eine halbe Stunde barfuß ist noch angenehm. Mein Kopf sagte am Anfang häufig: „Willst du wirklich jetzt barfuß rausgehen. Das ist doch fürchterlich kalt!“ Und meine Füße sagen nach den ersten Schritten nach draußen: „Was willst du denn? Das ist doch herrlich!“ Ich habe keine Erkältung und keine Blasenentzündung gekriegt (auf die meine Mutter schon seit Monaten wartet. Blasenentzündungen haben etwas mit Bakterien und nichts mit kalten Füssen zu tun. Das war das Märchen dass uns erzählt worden ist, damit wir Schuhe anziehen.) Natürlich höre ich auf meine Füße. Wenn sie sich unwohl fühlen und es ihnen zu kalt wird, dann ziehe ich Minimal-Schuhe oder Barfußschuhe an. Lange auf Steinfußböden rumstehen macht nicht wirklich Spaß. Es geht nicht darum, dass wir stur werden – und auch das gibt es bei den Leuten die barfuß gehen. Ich habe nicht umsonst „BodyBlessing – der liebevolle Weg zum eigenen Körper“ geschrieben, um ihn dann zu ignorieren.
Barfuß gehen ist eine Möglichkeit. Eine, die zwar auch etwas Mut erfordert, aber in erster Linie Spaß macht. Ich habe mir Barfußschuhe für den Winter besorgt, die eine dünne bewegliche Sohle haben, aber eben auch warmhalten.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Herzlichst,
Sabrina

Zusammenfassend: Was bringt Barfuß gehen?

  • Einmal ein Gefühl von Freiheit.
  • Dann das „Aufwecken“ der Füße.
  • Die Beweglichkeit der Füße wird wieder hergestellt
  • Das aufmerksame Erspüren des unteren Körperbereichs
  • Füße werden durch das Barfuß gehen massiert und Akkupressurpunkte werden angeregt.
  • Körperhaltung wird natürlicher
  • Durch den Ballengang (nicht mit der Ferse aufkommen) werden Knie, Hüften und Wirbelsäule entlastet
  • Zusätzlich ist es spannend was da in der Innerwelt und der Außenwelt passiert

Video 1. Teil: Hier spreche ich über das Barfuß gehen.
http://piece-by-peace.de/interviews/sabrina-fox/

Links zu Barfuss-Schuhen, die ich manchmal benutze.
http://xeroshoes.co.uk/
http://www.leguano.eu/
http://www.vivobarefoot.com/eu/womens/karma-ladies

barfuss-kinder

Barfuss  mit anderen Kinderfüßen