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Von Engeln begleitet

Aus dem Buch:

  • So sehen uns die Engel
  • Ein Gebet
  • Vorwort
  • Wie helfen Engel? (1. Kapitel)
  • Die Benutzung des Buches (3. Kapitel)

So sehen uns die Engel

»Du bist ein einzigartiges Lebewesen.
Wenn du zurückschaust auf dein Leben,
verstehe, dass du kein Zufall bist.
Jede Entscheidung, die du getroffen hast, und
jede Erfahrung, die du gemacht hast,
hat dich zu dem Menschen gemacht,
der du heute bist.
Fühle, wie deine Weisheit und deine Stärke
dich durch Situationen geleitet haben,
und erinnere dich daran,
wie häufig du schon Schwierigkeiten gemeistert hast.
Dir wurde ein großes Geschenk gemacht,
das Geschenk der Wahl.
Ehre dieses Geschenk. Benutze es.
Du bist wie die Sonne, die die Welt wärmt.
Schätze dich, wie wir dich schätzen.
Fühle die Wärme in dir und erinnere dich,
dass du ein Wunder bist,
ein tägliches Wunder und
unendlich geliebt.«

Ein Gebet

Zeit.
Ich nehme sie mir. Jetzt.
Um euch, meine Engel,
die ihr leise sprecht, in mir zu hören.
Meine Gebete fühle ich in der Tiefe meines Herzens,
und ich erlaube mir einen weiten Atemzug.
Ich öffne mich in den Übungen,
die meinem Erwachen dienen.
Ich weiß um die Herausforderungen,
die sich meine Seele wünscht,
und bedanke mich für eure Lösungswege.
Ich vertraue mich eurer Liebe und Weisheit an,
mit der ihr, meine Engel, mich begleitet.
Amen.

Vorwort

Vielleicht haben Sie schon viel Zeit mit Engeln, Gott, Meditationen, Shamanen, Gebeten und Reisen zu heiligen Orten verbracht. Vielleicht aber sind sie in diese gelegentlich recht seltsame spirituelle Welt hineingestolpert und moechten jetzt gerne wissen, was es denn mit Engel auf sich hat. Fuer die Beginner, wie die Fortgeschrittenen auf der Reise des Lebens ist dieses Buch geschrieben. Es entstand aus meinen Engelkarten „Von Engeln begleitet“. Da es nicht immer praktisch ist, Karten mit sich herumzuschleppen und da ich alles immer auch unter dem Gesichtspunkt der Praktikabilitaet und der Nuetzlichkeit betrachte, war mir und dem Verlag klar, dass wir auch eine reine Buchform anbieten moechten.
Es unterstuetzt, wie die Karten, drei unterschiedliche Bereiche in unserem Leben. Manchmal suchen wir nach einem Gebet, um den Kontakt mit Gott und den Engeln herzustellen, manchmal nach einer Uebung, um uns weiterzuentwickeln, manchmal nach einem Loesungsweg fuer eine Herausforderung, die uns im Magen liegt.

Als ich damals fuer die Engelkarten schrieb, beschäftigte mich die Frage der Anrede in den Karten und im Buch. Ich channele nicht (ich gehe also nicht in Trance, um Informationen aus dem Ungesehenen weiterzugeben), sondern ich bete. Außerdem kann ich Gott von den Engeln nicht trennen. Für mich sind Engel die Boten Gottes und auch unsere Vorbilder. Das heißt, dass ich die Engel nicht mit Gott gleichsetze, obwohl wir alle eins sind. Wenn Gott der Pilot ist, dann sind die Engel die Flugbegleiter, und ich bin der Passagier. Wir fliegen gemeinsam. Was soll also zum Beispiel in den einzelnen Bereichen stehen: »Lieber Gott« oder besser »Liebe Engel«? Sind diejenigen, die sich mit »Gott« noch gar nicht anfreunden können oder schmerzhafte Erfahrungen mit einem Gottesbild gemacht haben, nicht abgeschreckt, wenn da plötzlich auch »Gott« auftaucht? Oder, ganz anders: Wieso heißt das Buch Von Engeln begleitet, und da steht dann dauernd etwas vom »lieben Gott« …?

Natürlich trifft man irgendwann einmal eine Entscheidung, wie man solch ein Buch schreibt, weil Sie sonst nichts in Händen halten würden – von der überstrapazierten Geduld des Verlags einmal ganz zu schweigen. Und ich treffe solche Entscheidungen, wie ich sie immer treffe: Ich bete und hoffe auf eine Antwort.

Manchmal kommt keine. Unsere Engel warten häufig, bis wir unsere eigenen Gedankengänge darüber abgeschlossen haben. Sie unterstützen uns ja bei unseren Lernaufgaben, und da hilft vorsagen nicht. Ich muss natürlich auch erst selbst meine Hausaufgaben gemacht haben. Das heißt, ich muss darüber nachdenken und Zeit damit verbringen. Mich tiefer in mich hineinbemühen. Das machte ich natürlich, und nach einer Weile wollte ich mich mit den Engeln darüber austauschen. Ich wusste nicht, »ob es denn schon so weit ist« und ich meine Hausaufgaben laut der Einschätzung der Engel bereits gemacht hatte.

Ich möchte Sie gern an einem dieser Dialoge mit den Engeln teilhaben lassen, damit Sie sich vielleicht vorstellen können, wie solch ein Gespräch ablaufen kann. Ein Austausch mit den Engeln ist nicht kompliziert. Sie können nichts falsch machen. Es gibt keine genauen Regeln. Die Engel »lesen« dabei die Tiefe unserer Gefühle. Aber auch hier müssen Sie sich nicht zu sehr anstrengen. Lassen Sie sich in Ihr Herz sinken und erlauben Sie sich, die Sehnsucht nach den Engeln in sich wachsen zu lassen. Freuen Sie sich auf das Ergebnis! Das reicht vollkommen.

Als ich gebetet hatte und meine Fragen stellte, schrieb ich alles genau so mit, wie ich es erlebte. Natürlich stellt meine Art des Gesprächs nicht den Anspruch, die einzige Gesprächsmöglichkeit zu sein. Meine Freundin Sheila Kenny zum Beispiel spricht mit den Engeln immer unter der Dusche. Ich höre da gar nichts. Vielleicht habe ich zu viel Seife in den Ohren.

Meine Gespräche laufen in der Regel so ab, dass ich die Augen schließe und mir die Zeit und die Stille nehme. Und das tat ich auch in diesem Fall.

Ich schließe die Augen (Gott sei Dank kann ich blind schreiben), nehme ein paar tiefe Atemzüge und spreche ein Gebet. Dabei erinnere ich mich an die Dankbarkeit, die ich für Gott und die Engel empfinde, fühle die Demut darüber und warte eine Weile, bis ich in diesem Gefühl tief eingesunken bin. Dabei habe ich immer das Gefühl, als gehe mir das Herz auf: Es wird weiter als mein Oberkörper, und die Herzgegend wird auch sehr viel wärmer. Automatisch lächle ich dabei.

Dann stelle ich in Gedanken meine Frage: »Wie soll ich die Anrede auf den Seiten schreiben?«

Manchmal höre ich lange nichts, doch dieses Mal geht es ganz schnell – ich höre Kichern und Lachen wie von einem ganzen Kirchenchor, sehr warm und doch leise: »Weißt du nicht, dass wir aus dem Gefühl hinter den Worten sehr viel mehr lesen als durch das Wort allein?«

Ja, natürlich! Wie konnte ich das nur vergessen! Doch hilft das meinen Lesern weiter? Ein Buch besteht nun mal aus vielen geschriebenen Wörtern.

Ich warte und hoffe auf mehr.

Ich warte …

Ich warte immer noch.

Es dauert eine Weile, bis ich wieder »drin« bin. Deshalb stelle ich mir wieder die Demut und Dankbarkeit vor, ich fühle sie, und dann warte ich ab.

»Schreib ›Lieber Engel‹ oder ›Lieber Gott‹, wie immer du es fühlst. Was immer natürlich in deine Gedanken kommt. Und wenn du das Buch und die Karten dann am Ende noch einmal durcharbeitest, dann wirst du schon wissen, ob etwas zu ändern ist.«

Solche Antworten gefallen mir gar nicht … Ich mag immer gleich alles erledigt haben. Ich mag »Jas« und »Neins«, aber keine »Später«. Aber das wissen die Engel natürlich auch. Schließlich soll ich wie immer auch bei diesem Buch selbst einiges lernen.

»Was mache ich mit den Ausführungen zu den jeweiligen Antworten im Buch? Wie soll ich dort schreiben? Ich bin ja schließlich kein Engel.«

»Deine Leser und Leserinnen wissen sehr wohl, dass du dich um Klarheit und Selbsterkenntnis bemühst. Und sie schätzen deine Offenheit. Natürlich bestehst du aus Lebenserfahrung, und auch diese Lebenserfahrung möchtest du weitervermitteln. Häufig sind ja deine Erkenntnisse angeregt worden durch ein Gebet mit uns, nicht wahr?«

Ich nicke.

»Außerdem war es dir immer schon wichtig, dass deine Leser dir eben ›nicht folgen‹, sondern ihr eigenes Verhältnis zu der ungesehenen Welt aufbauen. Und deshalb hast du auch Leser, die das sehr wohl einzuschätzen wissen. Mach dir also nicht zu viele Sorgen.«

Meine Augen werden feucht. Und so seltsam es vielleicht klingen mag, wenn ich es hier schreibe, aber ich fühle mich von der himmlischen Welt verstanden.

»Es ist gut«, höre ich noch.

»Schreib! … Und dräng dich nicht.«

Dann wieder das Lachen.

Ich öffne wieder die Augen und bedanke mich für die Liebe, Großzügigkeit und Leichtigkeit meiner Engel.

Also, hier ist mein Versprechen an Sie: Ich schreibe so gut und so klar, wie ich kann. Ich wünsche mir von Herzen, nichts Falsches über die Engel zu schreiben. Ich bat sie, mir zu helfen, so wahrhaftig wie möglich ihre Essenz und ihre Weisheit weiterzugeben. Darum bitte ich meinen Vater, meinen Gott. Amen.

Sabrina Fox

Wie helfen Engel? (1. Kapitel)

Wäre es nicht wunderbar, wenn jedes Gebet sofort beantwortet würde? Wenn unsere Engel fleißig an der Erfüllung unserer Wünsche arbeiteten, während wir uns in freudiger Erwartung zurücklehnen könnten? Wir müssten nur lernen, wie man »richtig« betet, »richtig« meditiert, und wie bei einem perfekten Kochrezept würden wir immer genau wissen, wie das Endergebnis aussieht. Es gäbe keine Überraschungen und natürlich auch keine Enttäuschungen. Vielleicht suchen wir deshalb unbewusst nach Engeln und ihrer Führung, weil wir dadurch nie wieder Probleme haben wollen? Und vielleicht wünschen Sie sich ja, dass dieses Buch endlich das »Rezept« für ein problemloses Leben liefern, obschon Sie natürlich selbst sehr wohl wissen, dass es so etwas nicht gibt.

Leider.

Und doch … ist es wirklich so erstrebenswert, ganz problemlos zu leben?

»Ja!«, werden Sie vielleicht rufen. »Natürlich! Haben Sie eine Ahnung, mit welchen Problemen ich mich dauernd herumschlage? Mir reicht es jetzt! Ich habe das Gefühl, ich komme keinen Schritt weiter, und ich habe keine Lust mehr, solch ein Leben zu führen.«

Dann lassen Sie uns einfach mal zwei vergleichbare Szenarien durchspielen.

Erstes Szenario: Unsere Engel führen uns. Das Einzige, was wir also irgendwie lernen müssten, sei, »richtig« zu beten. Offensichtlich können wir das noch nicht, denn unsere Wünsche werden ja nicht sofort erfüllt. Wenn wir dann alles richtig gelernt haben, hören unsere Engel uns endlich, und dann (es wurde auch Zeit!) erfüllen sie uns sofort jeden Wunsch: der richtige Partner, der richtige Job, die immer währende Gesundheit. Selbst das perfekte Aussehen könnten wir mit relativ wenig Arbeitsaufwand erreichen.

Wie würden wir uns entwickeln? Wahrscheinlich nicht unähnlich einem verzogenen Kind, das stündlich nach seiner Schokolade brüllt und dabei unerträglich und auch noch übergewichtig wird. Gott ist bestimmt klüger als so manche »wohlmeinenden« Eltern. Dafür »der ganze Aufwand mit der Welt und dem Leben«? Ich glaube, wohl eher nicht.

Zweites Szenario: Nehmen wir also an, wir seien in der Lage, immer und jederzeit unsere Engel zu hören. Sie stünden uns ununterbrochen beratend zur Seite und wir bekämen jedes noch so kleine Problem sofort beantwortet. Wir würden also keine Fehler mehr machen, sondern nur noch »das Richtige« tun. Das bedeutet: Wir hätten keine freie Wahl und auch keine Entscheidungsmöglichkeit. Alles, was wir tun müssten, wäre, zuzuhören und es dann prompt umzusetzen.

Doch was würden wir daraus lernen? Würde Gott uns wirklich auf diese Erde schicken, damit wir einzig und allein folgsames Zuhören lernen? Kann das der Sinn unseres Lebens sein?

Wir wissen, oder zumindest ahnen wir doch, dass es da einen größeren göttlichen Plan gibt. Und dieser Plan wird wahrscheinlich nicht heißen: »Du machst gar nichts, mein liebes Erdenkind, und ich, dein Engel, kümmere mich um alles.« Es gäbe keine Überraschungen mehr, und ein sehr voraussichtlicher Ablauf unseres Lebens würde uns bestimmt auf Dauer langweilen – aber langweilig ist unser Leben weiß Gott nicht.

Eine Astrologin fragte meine Tochter Julia einmal, sie muss wohl um die zwölf Jahre alt gewesen sein, ob sie Voraussagen zu ihrem Leben hören wollte. Sie schaute die Frau vollkommen entsetzt an und meinte: »Ja wozu denn das? Dann ist ja die ganze Überraschung vorbei!«

Und doch ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich einfach wissen will, wie sich die Dinge in meinem Leben entwickeln werden. Aber ich fürchte, meistens werden wir wohl warten müssen, bis der Zeitpunkt gekommen ist.

»Wozu sind die Engel also da?«, mag sich der eine oder andere fragen, »wenn schon nicht zum Wunscherfüllen?«

Engel, wie gute Lehrer, sind dazu da, uns Rat zu geben. Uns die Richtung zu zeigen und uns im Leben und im Sterben zur Seite zu stehen. Wie gute Eltern ihren Kindern nicht alles abnehmen, so halten sich auch unsere Engel an die Regel, dass man, um etwas zu lernen, auch etwas zum Üben braucht.

Jede Sprache, jede Erfahrung und jede Verhaltensweise ist angelernt. Manches hat uns leichtfüßiger, anderes schwermütiger gemacht. Und häufig erkennen wir in der Rückschau, wie wichtig jede einzelne Erfahrung für uns war.

Wenn ich mit ehemaligen Krebskranken zusammen bin, bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Klarheit sie über ihre Zeit der Krankheit sprechen. Ich höre fast ausschließlich, »dass die Krankheit auch ein Geschenk war«. Natürlich anstrengend und eine große Herausforderung – und doch, ein Geschenk. Meistens kommt diese Klarheit erst nach ein paar Monaten, nachdem man sich verlassen gefühlt und in Todesangst verzweifelt damit gerungen hat. Doch dann kommt der Punkt, da der Kranke seine Krankheit anders sieht.

Warum wird sogar eine solche Krankheit als Geschenk erlebt?

Vielleicht weil wir uns für uns selbst Zeit nehmen mussten. Weil wir dabei unser Leben überprüft haben. Wir mussten uns mit unseren Ängsten auseinander setzen und auch mit unseren Vorstellungen von uns selbst und unserem Leben. Dabei haben wir uns besser kennen gelernt und nicht selten Veränderungen vorgenommen, die schon seit Jahren mal mehr oder weniger leise angeklopft haben. Plötzlich fingen wir an, darüber nachzudenken, was wir, was unsere Körper denn eigentlich brauchen, um sich wohl zu fühlen.

Alles im Leben verändert sich. Ob es uns passt oder nicht. Und je weniger wir gegen diese Veränderungen ankämpfen, desto leichter wird unser Leben sein. Und für all das braucht es Zeit. Und so beginnt auch dieses Buch mit »Zeit«. Ihrer, da Sie sich die Zeit nehmen, dieses Buch zu lesen, und sich dann die wichtige Zeit den Engeln widmen. Meiner, in der das Manuskript geschrieben wurde. Und mit der Zeit der Stille. Mit der, so scheint es mir, irgendwie alles beginnt.

Die Benutzung des Buches (3. Kapitel)

Von Engeln begleitet

Knaur Ratgeber – MensSana Reihe
ISBN 3-426-87301-X
Preis: € 8,95Sabrina Fox

Dieses Buch ist eingeteilt in drei Bereiche: »Gebete«, »Übungen« und »Lösungswege«. Sie finden an den Seitenraendern Griffmarken, die die einzelnen Bereiche markieren.

Das Gebet empfinde ich entweder als tägliche Kontaktaufnahme oder als Vorbereitung in mein Gespräch mit Gott und den Engeln. Meine Gebete versuche ich nicht als Hilferufe zu schicken – obwohl es gelegentlich unvermeidbar passiert –, sondern eher als Dank für das, was ich habe. Und selbst wenn es mir schwer fällt: Dank für die neue Herausforderung mit dem Wunsch nach Verständnis dafür.

Eine meiner wichtigsten Fragen ist immer die »Warum?«-Frage. Da ich annehme, dass es stets Gründe für alles gibt, möchte ich die gern kennen. Allerdings kommen meine »Warums« nicht in Sätzen wie den folgenden vor: »Warum passiert das immer nur mir?« oder »Warum habe ich nie Glück im …?«. Das sind keine Fragen, sondern eher Beschwerden. Ich bin sicher, Sie kennen den Unterschied.

Ich versuche, meine Tage mit einem Gebet zu beginnen; und für diesen Fall sind einige Gebete als Vorschläge auf den Gebetsseiten. Benutzen Sie die Abteilung Gebete, wenn Sie keine Übungen machen wollen und auch keine Lösungswege zu einem bestimmten Problem benötigen. Doch an manchen Tagen brauchen wir mehr.

Wer kennt nicht das Gefühl des erschöpften Aufwachens, wenn man den Kloß im Hals oder die Schwere im Magen schon vor dem ersten Augenaufschlag fühlen kann? Mal wieder liegt ein Tag vor uns, der eine noch nicht geklärte Herausforderung mit sich bringt. Nicht selten eine, die uns schon lange das Leben schwer macht. Falls Sie einen dieser Tage erleben sollten, dann nehmen Sie bitte das Buch in die Hand und lassen ihre Finger in die Mulde der Lösungswege eintauchen. Schließen Sie die Augen, atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus und hören Sie Ihrem Atem zu, bis Sie entspannt sind. Sprechen Sie dann entweder Ihr eigenes Gebet, eines, das Ihnen besonders gut gefällt, oder das, welches am Anfang des Buches geschrieben steht. Ein »Vaterunser« hilft hier auch immer sehr. Wenn Sie Ihr Herz spüren, dann bitten Sie mit Ihren eigenen Worten, dass ihre Finger die Seiten oeffnen, die Sie bei der Lösung dieser Herausforderung unterstützen soll. Dann wählen Sie bitte mit geschlossenen Augen eine Seite. Lesen Sie sie einmal durch. Atmen Sie noch einige Mal tief ein und aus und lesen Sie diese Seite ein zweites Mal. Seien Sie sich dessen bewusst, was Ihnen so durch den Kopf geht. Wenn Sie Lust haben – und vor allen Dingen die Zeit –, können Sie sich Ihre Gedankengänge dazu auch aufschreiben. Die Information auf dieser Seite hat einen Vorschlag für Sie, den Sie anwenden können.

Es ist mir ein eigenartiges Phänomen aufgefallen, das häufig eintritt, wenn man gerade eine Entscheidung getroffen hat. Hierzu ein Beispiel: Sie haben sich nach langem Hin und Her entschlossen, Ihren mittlerweile ungeliebten Beruf aufzugeben. Just in dem Moment, in dem Sie sich »eigentlich« für einen neuen Job entschieden haben, kommt ein verlockendes Angebot aus dem bisherigen Betätigungsfeld. Oder Sie haben sich gerade von Ihrem Freund getrennt, und zwei Wochen später kommt genau »der Gleiche in Grün« und verdreht Ihnen den Kopf.

Wenn wir etwas gelernt haben, dann gibt es diverse Methoden, nachzuprüfen, ob wir es denn auch wirklich kapiert haben. Es wird uns also nochmal präsentiert. Häufig auch dann, wenn wir uns ein bisschen verzweifelt fühlen. Das Neue hat sich noch nicht entwickelt: Wir sind wie die Segler in einer Flaute, in der das Segel den neuen Wind noch nicht bekommen hat, aber der alte Wind schon weg ist. Dann kommt da »der alte Wind« nochmal hoch, um uns dazu zu verlocken, dass wir uns wieder umdrehen. Alles das, um nachzuschauen, ob wir es wirklich schon verstanden haben. Das mag ruhig noch zwei-, drei- oder viermal passieren, dass wir uns doch noch einmal zurückdrehen. Und dennoch merken wir nach kurzer Zeit jedes Mal erneut, dass wir genau das wieder machen, was wir eigentlich nicht mehr tun wollten. Irgendwann einmal lösen wir uns dann doch davon, und die Engel warten mit unglaublicher Geduld dabei und begleiten uns.

Wie immer ist jede Hilfestellung unserer Engel stets auch nur ein Angebot. Es liegt an uns, ob wir es als passend empfinden und ob wir es ausprobieren wollen. Ich bin eine von der »ausprobierenden Sorte«, natürlich immer nur dann, wenn es legal, ehrenhaft und schmerzfrei ist. Wobei sich »schmerzfrei« nicht auf schmerzfreie Erfahrungen bezieht. Die gibt es nicht in allen Fällen. In meinem Leben ist es so, dass die wichtigsten Erfahrungen immer mit einigen Schmerzen errungen worden sind.

Wir lernen aus Erfahrung, und dazu gibt es ausgesuchte Übungen. Experten wissen, dass sich ein Thema über das Lesen, Sehen oder Hören weniger einprägt. Was sich dagegen am meisten einprägt, ist die eigene Erfahrung damit. Und darum geht es bei den Übungen. Wenn uns keine Herausforderung erwartet und wir gern etwas für unsere Weiterentwicklung tun möchten, dann können wir uns hier inspirieren lassen.

Gelegentlich war es für mich schwierig, die Vorschlaege in die Kategorien einzuordnen. Manches von dem, was in den Gebeten vorkam, hätte genauso gut in den Übungen erscheinen können. Einiges ist sich ähnlich. Mir hat es immer geholfen, Dinge immer und immer wieder zu üben. Je mehr wir üben, desto leichter fällt es uns. Wenige davon sind deswegen doppelt und werden, manchmal im selben Wortlaut, in zwei Abteilungen aufgeführt. Eine Freundin aus der »Testgruppe«, die die erste Ausfuehrung als Kartenset vorher ausprobiert hat, legte sie lieber alle auf einen Stapel und zog sich jeden Tag etwas. Das koennen Sie natuerlich mit dem Buch genauso machen. Es mag nur eventuel etwas schwieriger sein, die Anregungen der Loesungswege richtig einzusetzen, da man sich ja auf keine Herausforderung konzentriert hat. Eine andere Freundin nahm sich gleich aus jedem Bereich eine, das waren dann drei Seiten auf einmal. Wie sie sehr schnell feststellte, war das zu viel. Auch ich möchte Ihnen dringend empfehlen, sich wirklich nur eine Seite pro Tag vorzunehmen.

In dem Buch finden sie einen Satz, der als direkte Anrede verstanden wird. In den Karten, ist es das, was sie nur auf den Karten lesen. Das Buch gibt es im Kartenset natuerlich dazu. Hier haben Sie „nur“ das Buch, und bis auf das Seidentuch, das auch als Altartuch benutzt werden kann, und die Karten ist die Information die gleiche. Die Zeilen unter der direkten Anrede beschreibt, warum und wozu eine Übung gedacht ist. Ich möchte immer gern wissen, was das Ergebnis einer Sache ist – natürlich nicht jedes Mal bestimmbar und selbstverständlich auch häufig individuell verschieden. Und doch glaube ich, dass es bestimmte Erfahrungen gibt, die nun einmal menschlich sind, und da sind wir uns in vielem gleich.

Ich würde mich freuen – und ich hoffe, die Engel auch –, wenn Ihnen das Buch nützlich sind. Ich wünsche Ihnen aus tiefstem Herzen viel Freude, Kraft und Erfolg bei der Neuerschaffung Ihres Lebens.

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