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Newsletter Juli 2014

Ihr Lieben,
ein paar von Euch habe ich in den letzten Wochen entweder in Basel, Frankfurt oder Hamburg treffen dürfen und es hat mir eine große Freude bereitet wieder „auf Tour“ zu sein. Wir sehr ich das vermisst habe, ist mir da erst bewusst geworden. Ich freue mich auch auf die nächsten Termine im Herbst. Die Planung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Fest stehen Hannover, München, Braunschweig, Hamburg, Zürich und Frankfurt.

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Ich habe letzte Woche das Manuskript für „Kein Fliegender Wechsel – Jede Frau wird älter, fragt sich nur wie“ abgegeben. Da gibt es diese paar Sekunden der Freude und Befriedigung „Ja, jetzt ist es fertig“ – sofort gefolgt von der Frage: „Wirklich? Habe ich auch alles wichtig drin? Ist es gut genug? Interessiert es überhaupt jemanden? Hätte ich es besser machen können?“

Mein Bildhauer-Lehrer hat mir mal zu meiner Beruhigung gesagt: „Eine Skulptur ist nie fertig. Es gibt nur Phasen in denen man aufhören kann.“ Glücklicherweise gibt es Abgabetermine sonst wäre auch dieses Buch nicht fertig geworden und würde ein ähnliches Schicksal ereilen wie mein Tango-Roman, der immer noch auf meiner Festplatte liegt und mich gelegentlich mahnt doch etwas daraus zu machen. Und das tue ich auch … wenn die Lust dazu wieder da ist. Sie wird kommen. Irgendwann. Und bis dahin lass ich es ruhen.

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Bildhauerkurs 2014

Ich freue mich auf meinen vorerst letzten Bildhauerkurs in Sommerakademie Hohenaschau vom 21. bis 25 Juli. Ich hoffe auf schönes Wetter, denn dann ist es noch angenehmer. Es gibt für Kurzentschlossene noch zwei freie Plätze. Dabei wird auch mein Lebenspartner Stanko gleichzeitig seinen eigenen Kurs für Farbfeldmalerei geben. Einen Kurs den ich selber gerne mal belegen würde und es auch nächstes Jahr tue, wenn ich selbst keinen gebe.

Falls ihr Lust zu einem kostenlosen Telesummit habt. Ich bin vor ein paar Tagen von Körpertherapeutin und Life Coach Edith Schulz zum Thema Selbstliebe interviewt worden. Ein Telesummit ist die Möglichkeit über das Internet kostenlos und unverbindlich Gespräche anzuhören. Edith hat mit mir noch 20 Referenten zum Thema Lebensglück und Selbstliebe befragt. Bestimmt mit vielen unterschiedlichen und spannenden Aspekten. Hier gehts zur Anmeldung

Apropos Reinhören: Hier ein Interview, das mein früherer Verleger Michael Goerden – jetzt bei seiner eigenen Verlagsgründung LEO mit dem ihm typischen Elan tätig – zum Hayhouse summit geführt hat. Vielleicht habt ihr Lust reinzuhören.

Halbjahrestraining mit Sabrina Fox

Und am Schluss noch ein paar Worte zu dem Halbjahrestraining ab September. Wenn wir unser Leben verändern wollen, dann braucht es Zeit. Obwohl die Entscheidung dazu nur eine paar Sekunden dauert, hat es doch Jahre gebraucht bis wir uns bestimmte Verhaltens- und Sichtweisen angewöhnt haben und die lösen sich nicht nur mit unserer Entscheidung auf.

Die alte und der neue Weg sind wie zwei Pflanzen. Es wird diejenige wachsen, die wir mit Wasser und Licht versorgen. Dieses halbe Jahr soll dazu dienen, unsere neue Pflanze ausreichend und regelmäßig zu versorgen.

rosenWir
trainieren Achtsamkeit
arbeiten mit den Lebensthemen
aktivieren den inneren Beobachter
vertiefen Meditation und Engelkontakt
beuhigen unsere „Waisenkinder“ (verletzte Aspekte in uns)
begreifen unsere Intuition
verändern typische Verhaltensmuster
erkennen Körpersignale
lassen mehr Gelassenheit zu
verstehen Partnerdynamiken
etablieren umfassender die eigene Kraft und Weisheit
vertiefen Verständnis und Selbstliebe
verlassen Kontrollmechanismen
erlauben mehr Leichtigkeit

Um das Training so effektiv wie möglich zu gestalten wird es nur zehn Teilnehmer geben. Fünf Plätze sind schon vergeben. Natürlich muss so ein Training in das Leben passen. Ob ich in einer Stunde aufmerksam oder unaufmerksam bin, ändert an der Stunde nichts – wohl aber an meinem Leben.

Mehr Informationen unter LINK (dort Halbjahrestraining anklicken!)

Ich wünsche euch von Herzen einen großartigen Sommer und ihr wisst ja, was man da auch immer tun kann 😉

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Alles Liebe,
Sabrina

Newsletter Februar 2014

Foto: Jorinde Gersina

Foto: Jorinde Gersina

Meine Lieben,

ich weiß, ich bin zu spät dran … aber trotzdem von Herzen ein wundervolles 2014. Mein letztes Jahr war ungewöhnlich. Es fühlte sich so an, als ob ich 2013 in einem eher komatösen Zustand verbracht habe. Ich war im zweiten Jahr meiner Auszeit. Ich war mir im letzten Jahr eigentümlich fremd geworden. Was natürlich auch mit den hormonellen Umständen und Veränderungen zu tun hatte. Schreiben hilft und deshalb habe ich über diese Zeit auch eine Art Tagebuch geführt. Mein Verlag Allegria hörte davon und es wird schon diesen Herbst als Buch rauskommen.

Ich bin trotzdem dankbar für diese Zeit, denn ich weiß, dass alles, was sich in unserem Leben zeigt, letztendlich einen Nutzen hat. Wir können es bei dem Wachstum von Bäumen beobachten: Manchmal passiert an der Oberfläche gar nichts, aber das Wurzelsystem entwickelt sich und dann gibt es einen plötzlichen Wachstumsschub nach oben. Es ist wichtig – und natürlich nicht immer einfach – die unterschiedlichsten Phasen des Lebens zu akzeptieren. Nicht immer geht es gleichmäßig voran. Manchmal gibt es Pausen, die wie ein tiefes Ausatmen sind … damit es dann, wenn es soweit ist, wieder weiter geht. So war es auch bei mir. Jetzt fühle ich das starke Einatmen und ich bin glücklich darüber und freue mich im Jahr 2014 angekommen zu sein.

Vor drei Tagen war ich mit Freunden im Kino. Wir sahen den Film „Le week-end“, die Geschichte eines englischen Paares Mitte, Anfang 60, die sich austauschen und neu definieren wollen. Ein interessanter Film mit großartigen Schauspielern. Danach gingen wir in eine Kneipe und eine Freundin sprach davon, dass sie hoffe, das Alter „problemlos“ zu überstehen. Ich glaube nicht, dass es irgendeine Phase in unserem Leben gibt, bei der wir so einfach durchrutschen können. „Problemlos“ gibt es nicht. Wir hoffen, dass wir genug gelernt haben, um mit Problemen und  Herausforderungen umgehen zu können.

Daniela Hutter und Angela Metzlaff haben mit viel Elan „Wirklich Frau“ gegründet und Sabrina Fox - Daniela Hutterein Treffen unter Frauen organisiert. Ich wollte sie gerne dabei unterstützen und habe zugesagt, dort einen Vortrag zu halten. Es war nicht nur eine Unterstützung für die beiden, sondern auch ein Test im letzten Jahr für mich: Macht mir das noch Spaß? Und ja: Es hat mir sehr große Freude gemacht, inmitten von fantastischen Frauen zu erzählen. Und damit stand für mich fest: Ich mache wieder Vorträge und Workshops. Es wird Telefonseminare und auch Webinare geben. Näheres im nächsten Newsletter.

Vorträge & Engelkongress 2014
Kaum entschlossen kam auch schon die Bitte vom Engelkongress 2014, ob ich nicht wieder mitmachen möchte. Ich musste herzlich lachen – ja so schnell kann es dann doch manchmal gehen, wenn man sich entscheidet – und ich habe zugesagt! Vielleicht sehe ich die eine oder den anderen von euch in Basel am Wochenende vom 31.Mai und 1. Juni 2014.
Weiterhin komme ich im Herbst nach Hamburg, Frankfurt und Hannover (13.9.2014). Näheres findet ihr in ein paar Wochen auf meiner Website und natürlich bin ich auch in München (20.9.2014).

Als Bildhauerin gebe ich auch dieses Jahr vom 21. bis zum 25. Juli wieder einen Sommerakademie HohenaschauWorkshop in der Sommerakademie in Hohenaschau. Das ist immer ein besonderes Vergnügen – besonders wenn die Sonne scheint! Der Workshop ist auf acht Teilnehmer begrenzt. Es ist ein sehr intensives Arbeiten.

Mein Lebensgefährte Stanko gibt zur gleichen Zeit einen Workshop, um mit seinen Teilnehmern kraftvolle Farbbilder in Öl zu gestalten. Bitte schaut euch dazu auch noch seine Website www.kunst-heilen.de an. Falls Euch Farbe und die meditative Arbeit damit schon lange interessiert hat: Hier habt ihr eine Möglichkeit! Anbei ein link zu einem Porträt, dass ich über ihn gemacht habe. Selbst gedreht und geschnitten mit FinalCutPro. http://www.youtube.com/watch?v=jfTppWFCG_4

Mein Computermensch (knappe 25 Jahre alt) hob respektvoll eine Augenbraue. Und das will was heißen! Ich war auch ziemlich stolz auf mich. Apropos Selbstlob: http://www.youtube.com/watch?v=BzXrw-P8UrI

sabrina-Fox-RomanMein Roman ist – hm … fast – fertig. Einige von euch haben großartige Enden hinzugefügt … aber ich habe es irgendwie immer noch nicht geschafft ihn zu beenden. Mea Culpa und … siehe meine Einleitung oben. Ich hoffte der Roman kommt noch in diesem Jahr  raus. Ein Titel wäre sehr praktisch. Gott, ist das eine schwere Geburt! Ich befürchte, es ist wirklich mein erster und mein letzter Roman 😉 Nur dass ihr seht, dass ich nicht ganz tatenlos bin. Hier einer der Titel Versuche …

Falls ihr bei Facebook seid, würde ich mich freuen, wenn ihr Euch mit mir vernetzten möchtet –  (SabrinaFoxSpirit).

Jeden Montag gibt es eine Übung für die Woche. Eine Übung war mir besonders wichtig: Barfuß gehen. Vielleicht hat der eine oder andere mitgemacht – oder der eine oder andere hat sich gedacht: Wann hört sie endlich damit auf? – und so möchte ich es auch hier auf meinem Newsletter loswerden: Geht barfuß! Ja, ich weiß, dass es Winter ist und ich weiß, dass es kalt ist und nein, wir holen uns keinen Schnupfen davon und nein, wir werden auch nicht fürchterlich krank. Was es uns allerdings bringt ist a) ein Gefühl mal wieder geerdet zu sein und b) das Gespür für unseren Körper. Ich bekam ein paar ganz liebe E-mails von Müttern, deren Kinder juchzend und kaum glaubend barfuß hinter ihnen her in den Garten liefen und von anderen Teilnehmern, die erzählten, dass sie sich von Mutter Erde begrüßt gefühlt haben. Es geht nicht darum, wer am längsten aushält. Denn dann haben wir unserem Körpergefühl wieder nicht vertraut. Wenn es uns zu kalt ist, ziehen wir die Schuhe wieder an. Wir erlauben uns nur für die kurze Zeit (eine halbe Minute, ein paar Minuten) zu erspüren, wie es sich anfühlt. Und das ohne dem dramatischen Gedankengang: „Oh Gott, ist das kalt!“. Wenn wir uns neugierig darauf einlassen, dann können wir auch neue Erlebnisse zulassen. Es geht und: Schnee fühlt sich toll an!

Ich freue mich auf Euch! Und die Erde auch!
Alles Liebe,
Sabrina

Ein Jahr

Ein Jahr kann lang sein. Wirklich lang. Ich habe euch auf eine Reise mitgenommen. Meine Reise. Meine Wechseljahr-Reise. Eigentlich habe ich euch nur zur letzten Etappe eingeladen. Die Wechseljahr-Reise ging schon vor einigen Jahren los, doch die Fahrt wurde erst gegen Ende richtig holprig.

In dem letzten Jahr habe ich drei Artikel zu meiner Wechseljahr-Reise geschrieben und viele berührende Emails dazu erhalten. Und immer wieder war der Tenor darin folgender: Es hilft zu wissen, dass wir das nicht alleine erleben und das beruhigt.

Ich habe euch am Anfang letzten Jahres von dem Gefühl geschrieben, als ob man abwartend in einem Zug sitzt, der nicht abfährt. Ich habe im Sommer geschrieben, was eine berufliche Auszeit für Herausforderungen hat. Und zum Jahreswechsel habe ich darüber geschrieben, wie trotz meiner zwei Jahrzehnte langen Erfahrung in Meditation und Stille, mit dem Körper sprechen und Engelkontakt eine Handvoll von Hormonen, die in meinem Körper nicht mehr vorhanden waren, mich verändert hatten.

Ich hatte meine Flügel verloren. Und mit ihnen meine Lebensfreude, meine Kraft und auch die Lust am Leben. Ich fühlte mich – jetzt wo ich alles wieder habe – wie ein Schmetterling, der wieder zur Raupe wurde. Die Flügel, die mich ausgebreitet trugen, wurden schwächer und waren irgendwann so nahe an meinem Körper angelegt, dass sie wie verschwunden waren. Ich hatte mich zurückgezogen.

Ich kenne diesen Vorgang schon. Es gab ihn ein paar Mal in meinem Leben. Doch noch nie so lange. Noch nie so unerbittlich. Noch nie so anstrengend.

Oft erfährt man beim Lesen spiritueller Literatur nur von den erwünschten Ergebnissen; aber nicht immer von dem Weg dorthin. Das lässt sich ein bisschen mit einer Gipfelbesteigung vergleichen. Den Blick über die Berge gibt es auch nicht umsonst. Er wird mit Training und einem langem Atem verknüpft. Bergsteiger müssen „in Form“ bleiben, trainiert sein. Sie müssen den äußeren Umständen (Zeitmanagement, Stürme, Lawinengefahr) und den inneren (Kraftreserven, Konzentration, Intuition) aufmerksam sein.
Natürlich gibt es auch einige, die gemütlich mit einer Gondelbahn nach oben fahren. Doch ihr „Ankommen“ ist ein anderes. Ihre Erinnerung an diesen Weitblick ist kurz, der er ist mit keinen tieferen Erlebnissen verbunden. Und so vergessen sie ihn schnell wieder, ganz im Gegenteil zu denjenigen, die sich diesen Weitblick mit ganzen Herzen erarbeitet haben. Sie spüren die Weite in ihrem ganzen Körper und sie sind stolz auf sich, denn sie haben etwas erreicht, was nicht mit einer zehnminütigen Gondelfahrt zu 4 Euro fünfzig machbar war.

Ich habe mich vor 15 Jahren intensiv mit den Wechseljahren beschäftigt. Ich las alles über die „üblichen“ Hormone (kommen gar nicht in Frage), über „bio-identische“ Hormone (kommen in Frage), über Akkupunktur, Sojazusätze etc. pp. Ich wollte mich informieren. Ich bin gerne vorbereitet. Zehn Jahre später begannen meine Wechseljahre. Ich hatte mir in weiser Voraussicht einen Arzt ausgesucht, der Experte in bio-identischen Hormonen war und ein tiefes spirituelles Verständnis hat. Im Verhältnis zu den Wechseljahren meiner Freundinnen schienen meine weniger anstrengend zu sein. Tägliche Meditationen, die Möglichkeit mit meinem Körper zu reden (BodyBlessing) und in jeder Herausforderung einen Lernprozess zu sehen, halfen mir dabei. Ich fühlte mich wohl. Noch.

Meine Frage, die ich während der Wechseljahre immer wieder im Hinterkopf behielt, war die gleiche Frage, die ein Bergsteiger im Hinterkopf behielt: Ist dieser Schritt richtig für mich? Bringt es mich meinem Ziel näher?

Mein Ziel war diese Wechseljahre mit Eleganz (ein passendes Wort hierfür finde ich) und Bewusstsein zu füllen. Die ersten Jahre war das auch so und ich nahm an, dass das so bleiben würde. Ich fühlte keine Notwendigkeit bio-identische Hormone zuzufügen, denn meinem Körper und mir ging es gut. Vor Jahren hörte ich mal, dass nach den Wechseljahren eine wundervolle Zeit anbricht: Ein Zustand von Freiheit und Leichtigkeit; ein ähnliches Gefühl, dass wir es vor unserer Pubertät hatten. Ich freute mich darauf. So ein paar Hitzewallungen werden mich nicht davon abhalten. Mich nicht!

Mein Schlaf war oft unterbrochen, aber ich machte kein gedankliches Drama daraus. Dann arbeitete ich eben um drei Uhr morgens statt mich im Bett hin und her zu wälzen. Unter meiner Daunen-Bettdecke hatte ich ein dünnes Lacken, dass ich alleine oder mit Bettdecke benützen konnte, je nach dem wie heiß oder kalt mir war. Daneben lagen zwei, drei T-Shirts, die ich wechselte, wenn mein Nachthemd durchgeschwitzt war. Meditationen waren meistens so tief, wie ich es gewohnt war. Die gelegentlichen Ausfälle nahm ich mit einer großzügigen Gelassenheit mir selbst gegenüber zur Kenntnis. Alles in allem hatte ich das Gefühl, dass ich die Wechseljahre „gut im Griff“ hatte.

Und dann kam das Loch

Es dauerte fast ein Jahr und war am Ende so tief, dass von meiner großzügigen Gelassenheit mir gegenüber nichts mehr übrig war. Genaugenommen war von mir überhaupt nichts mehr übrig. Ich erkannte mich nicht wieder.

Außerdem verletzte ich mich häufig. Ich nahm an, ich müsste mich noch mehr zurückziehen. Noch langsamer machen. Noch stiller sein. Doch ich hatte mich schon so zurückgezogen, wie weit sollte ich den noch gehen?

Es fühlte sich an … wie sterben. Ja, das war es, so wurde mir schlagartig klar: Ich übte das Sterben. Der Rückzug, die Verletzungen, das Desinteresse am Leben … Das war es, was Frauen früher vielleicht immer fühlten, wenn die Wechseljahre kamen: Man nahm Abschied und das Leben neigte sich dem Ende zu.
Meines auch?

Ich suchte meine Therapeutin auf, um mir den gelegentlich wichtigen „Blick von außen“ zu holen. Ich weiß, dass ich für meine Entwicklung etwas tun muss und muss dazu – wie ein Bergsteiger – eine vollständige Ausrüstung haben. Und das sind nicht nur meine Engel, die mich in meinen Meditationen beraten, sondern auch Menschen, die mir zur Seite stehen: Freunde, Seelengefährten, Experten, Therapeuten, Heilpraktiker, Ärzte.

Gleichzeitig hörte ich in einer Meditation den wichtigen Satz meiner Engel: „Lass dein Blut untersuchen.“ Das tat ich auch. Gemeinsam mit meinem Arzt traf ich die Entscheidung meine völlig leeren Hormondepots mit bio-identischen Hormonen aufzufüllen. Kurzfristig kam noch mal mein ursprünglicher Wunsch hoch, doch einfach abzuwarten bis sich meine Lebenslust wieder einstellt. Sie WIRD irgendwann einmal wieder kommen. Das weiß ich bestimmt. Doch will ich so lange warten? Vielleicht noch ein, zwei Jahre in diesem Zustand bleiben?

Die Generation meiner Mutter hatte sich über die Wechseljahre kaum Gedanken gemacht. Es gab ja auch keine Alternativen. Man bekam sie. Dann gingen sie vorbei und dann wurde man alt. Irgendwann einmal kam auch bei ihnen die Lebenslust wieder zurück. Doch das dauerte. Aber erinnern wir uns: Es gab keine Alternativen. Das waren die Wechseljahre. Punkt. Schluss. Basta.

Heute sind wir eine andere Generation Frauen. Wir erwarten von uns selbst – dazu haben wir uns entwickelt – dass wir auch nach unseren Wechseljahren und unserer aktiven Zeit der möglichen Kinderzeugung – nicht verschrumpelt werden und bald danach sterben. Wir erwarten eine bestimmte Attraktivität. Wir erwarten Lebenslust und Lebensfreude. Wir erwarten noch große Aufgaben, spannende Berufswechsel, interessante Reisen. Wir freuen uns zwar auf die Enkelkinder, aber sie werden nicht unser Lebensinhalt sein.

Wir erleben jetzt einen Quantensprung in weiblicher Entwicklung. Unsere DNA-Strukturen verändern sich mit uns. Wir Frauen, die jetzt in den Wechseljahren sind, werden durch unser Erleben der zukünftigen, noch ungeborenen Generation von Frauen ein Leitbild mitgeben. Die Generation meiner Mutter war mit fünfzig Jahren relativ alt. Wir sind das nicht mehr. Wir fühlen uns jünger und aktiver. Doch unser Hormonhaushalt hat sich dem noch nicht angepasst. Was wollen, was können wir also tun? Wir können uns der damaligen einzigen Variante hingeben: „Das ist von der Natur so festgelegt und das stehe ich durch.“

Ich habe mir vor Jahren abgewöhnt stur an Glaubenssätzen festzuhalten. Ich habe zwar ein „Vorstellung“, eine „Idee“ wie etwas sein könnte und dann lasse ich alles andere zu. Das Ergebnis allerdings ist für mich ein hohes Ziel: Es muss meiner Entwicklung nützen. Ich muss mich letztendlich mit diesem Zustand wohlfühlen. Er muss zu mir und meinem Leben passen.

Das erinnert mich auch an eine Geburt. Die können wir „natürlich“ durchleben, müssen es aber nicht. Wir können unsere Kinder in der Badewanne gebären (früher nicht möglich) oder uns Schmerzmittel erlauben. Wir können uns in ein Krankenhaus legen oder in unseren Privaträumen unser Kind zur Welt bringen. Wir können das Erlebnis mit dem Vater des Kindes teilen – wenn er es denn möchte – müssen es aber nicht. Manche Frauen wählen einen Kaiserschnitt aus Gründen, die für sie wichtig sind. Auch danach gibt es Wahlmöglichkeiten: Stille ich, oder nicht? Schläft das Kind bei mir im Bett, oder nicht? Nehme ich es überall hin mit, oder nicht? Und die größte von allen: Will ich überhaupt ein Kind?

Jetzt

Wie fühlen Sie sich jetzt, gerade JETZT, als Sie die Aufzählung der Wahlmöglichkeiten gelesen haben? Gab es da die eine oder andere, bei der Sie missbilligenden den Kopf geschüttelt haben?
Wahrscheinlich.

Es ist gar nicht so einfach, jedem von uns seine Wahlmöglichkeiten zuzugestehen. Manchmal hängen wir fest an der Idee, dass es nur „eine“ richtige Möglichkeit gibt. Gerade im Spirituellen ist das nicht selten verbreitet: Die „richtige“ Art zu Meditieren. Die „richtige“ Art zu Essen. Die „richtige“ Art zu Lieben. Und doch ist jedem von uns erlaubt, die Wahl zu treffen, die für ihn zu diesem Zeitpunkt richtig ist. Es gibt auch Wahlmöglichkeiten, die wir uns manchmal nicht gönnen, weil wir glauben, dass es vielleicht den Anderen nicht gefällt oder wir die Bedürfnisse unserer Mitmenschen höher ansetzten, als unsere eigenen Bedürfnisse. Ein Thema, das in meinem Leben immer wieder vorkommt.

Diese großen Lebensthemen, die jeder von uns hat, mit denen wir hier in dieses Leben gekommen sind, um sie zu verstehen und zu heilen, diese Lebensthemen zeigen sich in den Wechseljahren, wie Stau auf der Autobahn: Hier kommst du nicht vorbei, außer der Grund des Staus löst sich auf.

Als sich meine Hormondepots wieder zu füllen begannen, spürte ich mich wieder. Meine Flügel lösten sich von der Verpuppung, füllten sich mit Lebenskraft und fingen an, sich wieder zu bewegen. Ich sah die Welt wieder so, wie ich es von mir gewohnt war: Ein aufregender Ort mit interessanten Menschen. Die Lust an meinen Projekten kehrte wieder zurück. Die Lust am Lehren, am Mitteilen, am Austausch. Ich fing an für kleine Gruppen einen Kurs zu planen. Und ich fing an wie rasend aufzuschreiben, was mir passierte. Ein Buch über diese Wechseljahr-Zeit entstand in einer Geschwindigkeit, wie ich es von früher gewohnt war.

Kurzfristig überlegte ich mir die Hormone wieder abzusetzen. Jetzt geht es mir doch schon besser. Vielleicht halte ich das doch noch aus? In meiner Meditation stellten mir meine Engel zu dieser Frage eine einzige Gegenfrage: „Wozu?“

Ja, wozu? Um zu „beweisen“, dass es auch ohne Hilfe geht? Es wäre so schön gewesen, wenn man nur durch Meditation und guten Wünschen durch die Wechseljahre segeln würde. Ich musste innerlich lachen. Ja, es wäre schön gewesen, war es aber nicht. Und in meinem Leben, in meinem spirituellen Leben, habe ich mir eines angewöhnt: Ich lege mich nicht mit der Realität an. Mein Körper sagte mir, dass er sich jetzt wohl fühlt. Ich fühlte mich wohl. Warum sollte ich das abbrechen?

Eine Frau, die viel reist und gerne unterwegs ist, braucht in ihrer Nähe einen Bahnhof und einen Flughafen. Sie kann natürlich auch im hintersten Flecken der Erde leben und dann drei Tage zu Fuß oder mit dem Rad brauchen, bis sie zu einem schnelleren Transportmittel kommt, aber nützen wird das ihrem Leben nicht. Es macht es schwieriger. Und so sehe ich das auch: Macht es mein Leben leichter oder macht es mein Leben schwieriger? Eine einfache Frage mit einer immensen Wirkung.

Durch Gespräch mit Freunden erinnerte ich mich wieder daran, was ich über mein Energiefeld wusste: Ich verletzte mich deswegen so oft, weil es neuerdings unregelmäßig und unbeständig war. Ich war nicht eins mit mir. Einige meiner Lebensumstände mussten überprüft und neu geordnet werden. Der inneren Lösung der Hausaufgabe folgten äußere Veränderungen. Es war nicht „mehr“ Stille, die von mir gefordert wurde, sondern ein Vorbereiten, ein Losfliegen. Ich war auch deswegen unruhig, weil ich meine Flügel nicht benutzte.

Jeden Morgen wache ich wieder so auf wie ich es gewohnt war: Dankbar für mein Leben und neugierig auf den Tag. Ich genieße meinen mir so vertrauten Schwung und meine Lebensfreude. Ich erkenne mich wieder … denn ich hatte mich vermisst.

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