sabrina-am-lagerfeuer

Mir wurden vom Schweizer Magazin „Weitsicht“ fünf Fragen gestellt – und ich habe aus Versehen die Fragen genommen, die dem vorherigen Interviewpartner gestellt wurden. Deshalb hier einfach im Blog – damit die Zeit nicht ganz umsonst war …;-)

 

Was ist Spiritualität?

Wach und Bewusst zu leben, verbunden mit der Erkenntnis, dass ich Seele bin, die hier eine menschliche Erfahrung macht. Das bedeutet für mich den Unterschied zwischen Persönlichkeit und Seinszustand wahrzunehmen und aus dem letzteren agieren – sich also darin entspannt und leicht zu bewegen – egal wie das im außen ankommt. Es geht von hektisch, ziele-erreichend hin zur bewussten Langsamkeit; zum Leben im Sein. Darin übe ich mich.

 

Wann und warum haben Sie sich aufgemacht auf den Weg in die Spiritualität?

Vor knapp dreißig Jahren durch eine berufliche Krise. Ich war eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin und mir war damals nicht klar, dass ich mich wie eine Schauspielerin in meinem eigenen Leben bewegte. Ich begann wacher zu werden und – wie bei einer Zwiebel – die über Jahre auf mein Sein gestülpten Schichten abzulegen.

 

Ungeduld ist für viele Menschen ein Thema: Wie schnell können wir uns spirituell entwickeln?

Das geht vielen von uns so, glaube ich. Mir auch. Es gibt einen sehr strengen Aspekt in mir, der erwartet in jedem Augenblick komplettes waches Bewusstsein. Das schaffe ich nicht. Manchmal drifte ich zum Beispiel in Gedankenschlaufen ab. Also wenn ich nur einen Hauch abweiche, dann kann der sehr fuchsig werden. Das hat auch Vorteile: Ich bleibe dran (lacht). Wir haben uns mittlerweile auf eine liebevollere Art des Hinweisens geeinigt. Und: Schneller geht es sowieso nicht. Wir alle sind auf unserer Seelenreise und die entwickelt sich so, wie sie sich entwickelt. Wenn wir im fünften Monat schwanger sind, dann hilft es auch nichts, wenn wir schon mal pressen. Ein Kind dauert. Und eine Entwicklung eben auch. Leichter gesagt, als getan…

 

Wie zeigt sich spirituelle Entwicklung im Außen, wie veränderte sich Ihr Leben auf diesem Weg?

Wenn wir uns verändern, verändert sich immer das Außen. Früher hatte ich viele anstrengende Leute um mich. Heute nur noch tolle. Früher war ich rechthaberisch, neidisch, nachtragend, manipulierend und schnell beleidigt. Das kann man sich abgewöhnen. Dadurch wird das emotionale Leben entspannter und ruhiger. Man legt sich nicht mehr mit der Realität an. Das ist sehr praktisch. Es ist ein komplett anderes Sein. Man hat mehr Verständnis für andere, verteidigt aber auch gleichzeitig was für einem selbst wichtig ist.

 

Was sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen für den spirituellen Weg?

Seinem eigenen Weg zu folgen. Wirklich nur seinem zu folgen. Wir können uns Inspiration holen, aber das war es auch schon. Bloß kein Guru. Für mich sind Seelenschwestern und Seelenbrüder wichtig, die einen ähnlichen Fokus auf Wachheit haben und mit denen ich mich auf Augenhöhe austauschen kann. Austauschen. Nicht folgen. Wir alle erspüren selbst, was für uns richtig ist. Das muss manchmal nur mehr geübt werden …

 

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