Ich habe nach einer dreimonatigen Pause wieder einen neuen Podcast zur Frage: „Wie sehen wir die Welt?“ gemacht und was ich (fast) jedes Mal nach der Aufnahme für einen Podcast denke, ist folgendes: „Du hast die Hälfte vergessen. Du hast X und Y nicht erwähnt, den Zusammenhang zwischen A und B nicht beschrieben, dieses und jenes nicht klar ausgedrückt und dies und das könnte falsch verstanden werden.“

Das ist mein Ego, meine Persönlichkeit, meine Gedankenwelt – die es gerne perfekt haben möchte. Und die ich auch zu schätzen weiß. Denn sie sorgt dafür, dass ich nicht mehr schlampig bin (was ich mal war) und sorgfältig betrachte, was ich denn da veröffentliche oder mitteile.

Aber sie hat eben auch diesen Perfektionsanspruch, der zum Teil aus der Sorge besteht, falsch verstanden zu werden bzw. mit der Gemeinschaft nicht in einem harmonischen Verhältnis zu stehen. Ein Impuls, den wir alle haben und der für das Überleben in unserer Gesellschaft sorgt.

Und dann kommt die andere innere Stimme, die beruhigt und meint: „Das sind frei gesprochene 20 Minuten. Was erwartest du von dir? Perfektion? Brillanz? Das Beste? Oder reicht es, dass du das gibst, was sich im Moment zeigen möchte?“

Auch das sind natürlich alles wieder „Ego“-basierte Fragen und keine davon ist eine Seelenfrage. Wir – als unendliche Seelen – haben nur einen Impuls: Ist das ein wahrhaftiger Ausdruck unseres Selbst? Ein Selbst von dem wir wissen, dass es zwar mit allem verbunden ist, aber über einen individuellen Erfahrungsschatz verfügt.

Mit einem Perfektionsanspruch verlieren wir die Leichtigkeit und den inneren Frieden. Und gerade das ist leicht in der heutigen Zeit zu verlieren, mit dem kriegerischen Einmarsch von Putins Truppen in die Ukraine, mit Ländern dessen Beherrschenden nicht das Ziel haben, gemeinschaftlich auch ein gesundes Leben ihrer Mitbewohner*innen zu erschaffen, mit Informationen bei denen wir genau nachforschen müssen, ob sie auch wahr sind, mit der schnellen Einteilung zwischen Gut und Böse oder Richtig und Falsch und mit der Sorge um Jobs und Wohnungen, unserer Umwelt, unserer Erde.

Wir sind in einer Geburtenphase in eine neue Welt. Davon bin ich überzeugt. Und die braucht jede und jeden von uns, um mit Bestimmtheit und Engagement, aber auch mit Weisheit und Verständnis in dieser Zeit zu sein, aber eben auch tief in uns wissend, dass die ZEIT ein Faktor auf dieser Erde ist, der in unserem Seelensein ein sehr viel ungeordnetere Rolle spielt…

Wir erleben, wie immer mehr Bewohner*innen dieser Welt erkennen, wie sehr wir miteinander verbunden sind und daraus wird sich eine Gemeinschaft entwickeln, die den Namen verdient. Und jede und jeder, trägt seinen Teil dazu bei.

„Also gut“, meint dann mein Hirn, „dann veröffentlichen wir das halt. Obwohl es nicht perfekt ist …“

 

Link: Podcast Video: Wie sehen wir die Welt:

https://youtu.be/uc-hmx3IUao

10 Kommentare
  1. Karina sagte:

    Natürlich ist es tröstlich daran zu glauben, dass sich eine neue Zeit entwickelt, eine bessere Welt. Seit den 2000er Jahren hoffen wir darauf. Leider ist seither alles schlimmer geworden. Aber die Hoffnung will ich dennoch nicht aufgeben.

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    • Sabrina Fox sagte:

      Liebe Karina, ist wirklich alles schlimmer geworden oder hat sich die Welt dahin entwickelt zu begreifen, wie eng wir miteinander verbunden sind? Es gibt eben auch sehr viele gute Nachrichten, die aber einfach nicht genug Platz in den diversen Medien finden…
      Herzlichst,
      Sabrina

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  2. Sabine Schwarz sagte:

    Liebe Sabrina, mit großer Freude habe ich festgestellt, dass du „endlich“ wieder einen Podcast veröffentlich hast. Ich habe dich schmerzlich vermisst. Und deshalb schreibe ich jetzt auch. Dass du am Ende eines Podcasts das Gefühl hast, etwas vergessen zu haben, nicht alles gesagt zu haben, eventuell missverstanden zu werden, das kann ich gut verstehen und nachvollziehen. ABER – es geht nicht nur um diese Bedenken, es geht auch darum, was deine Podcasts deinen Hörern GEBEN. In meinem Fall nämlich seeeeehr viel. Wirklich seeeeehr viel. Und nicht zuletzt deshalb, weil ein fehlbarer Mensch, nämlich du sie eingeprochen hast. Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn das Thema nicht allumfassend behandelt wird, weil ich jede Minute, die du mit deiner schönen Stimme, deiner schönen Seele und deiner Weisheit sprichst, in vollen Zügen genieße. Also, sei bitte nicht so streng mit dir. Du bist ein Geschenk für die Welt und gerade kleine Makel machen oft die Schönheit aus, wo Perfektion langeweilt. In dem Sinne und vielen Dank, dass es dich gibt. Herzlichst Sabine Schwarz

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  3. Maria sagte:

    Liebe Sabrina! Ich habe erst heute deinen Newsletter gelesen und mich riesig gefreut, dass es wieder einen Podcast gibt! Sabines Worte im Kommentar könnten aus meinem Mund stammen ! Bitte mach weiter, du bist ein großes Geschenk für mich und die Welt! Herzliche Grüße aus der SW Steiermark ❤! Maria

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  4. Marion sagte:

    Liebe Sabrina,
    auch ich freue mich, dass du wieder „on air“ bist und würde trotzdem gern gleich ein paar kritische Gedanken mit dir teilen (das hast du nun davon :-)). Du schreibst, die Welt entwickelt sich dahin zu begreifen, wie eng wir alle miteinander verbunden sind. Wenn ich sehe, was sich in der Pandemie entwickelt hat, sehe ich leider hauptsächlich Spaltung. Und wie ich immer wieder wahrgenommen habe: gerade viele „Spirituelle“ beschäftigen sich dabei nicht mir dem „Wir“, sondern nur mit dem „Ich“. Im Sinne von: ich fühle mich mit der Impfung aus den und den Gründen nicht wohl – egal, ob andere damit gefährdet werden oder nicht. Natürlich ist es mittlerweile so, dass auch Geimpfte ansteckend seien können -aber gerade in den Zeiten, in denen man dachte, dass es auch ein Schutz für Andere – Schwache, Kranke, Alte – ist, haben mich viele der Spirituellen mit ihrer Selbstbezogenheit und der Ignoranz gegenüber der Gemeinschaft wirklich schockiert. Ich meine damit nicht dich persönlich, hätte mir aber auch gewünscht, dass du diesen Aspekt vielleicht thematisierst. Es gab auch einen wunderbaren Artikel in der SZ über genau diese Selbstbezogenheit in der Yoga-Eso-Welt – es scheint also eine Strömung zu sein, die nicht nur ich feststelle. Es scheint so zu sein, als ob bei soviel innerlicher Arbeit meist ein großes spirituelles Ego wächst, dass die Belange der äußeren Welt und der Anderen völlig außer Acht lässt.
    Zum anderen freue ich mich, dass du den Krieg in der Ukraine überhaupt thematisierst – auch etwas, das viele Spirituelle nicht tun. Was aber meist außer Acht gelassen wird bei der Frage, welche Entwicklung sich hier vollzieht (Geburt in eine neue Welt, neue Energien etc.) ist das immense Leid dieser Menschen. Und um ehrlich zu sein, komme ich da mit meinen hausgängigen spirituellen Überzeugungen, zu denen ich im Laufe des Lebens gelangt bin, vollends an meine Grenzen. Ich glaube (eigentlich) auch, dass Seelen sich ihre Aufgaben suchen. Aber kann sich eine Seele tatsächlich ausgesucht haben, als Frau in der Ukraine von einem russischen Soldaten vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigt zu werden und anschließend mit ansehen zu müssen wie ihre Kinder oder ihr Mann getötet wird?? Können sich alte Menschen ausgesucht haben, schutzlos in Kellern ohne ausreichend Lebensmittel und Medikamente vor sich hin zu vegetieren? Wie sollen diese Menschen denn zu der Auffassung gelangen, dass alles was geschieht einen Sinn hat?? Und würden wir das noch tun, wenn wir selbst in dieser Hölle stecken würden??
    Harter Tobak ich weiß – aber ich hatte den starken Wunsch dir das mal zu schreiben und hoffe, du verzeihst :-)
    Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich als Nachrichtenredakteurin jeden Tag mit dem Horror auseinandersetzen muss und mich nicht in eine energetische Kuschelwelt zurückziehen kann (damit meine ich wiederum nicht dich persönlich!)
    Jedenfalls würden mich deine Gedanken dazu sehr interessieren. Und vielleicht magst du ja sogar mal einen Podcast drüber machen. Denn ich ringe mit meiner Spiritualität, seit dieser Krieg angefangen hat – und ja ich weiß, das gabs alles auch vorher schon – aber da habe ich mich leider einfach nicht genug betreffen lassen (wie wohl soviele von uns).

    Herzliche Grüße
    Marion

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    • Marion sagte:

      P.S.: Auch mein Hirn sagt gerade: dann veröffentlichen wir das mal, obwohl es nicht perfekt ist – in der Hoffnung, dass das was ich sagen will schon richtig ankommt :-)

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    • Sabrina Fox sagte:

      Liebe Marion, danke für Deine Gedanken und das, was dich beschäftigt. Ich habe vieles in meinen Büchern beschrieben, deshalb bitte verzeih, dass ich das hier nicht so ausführlich beschreibe.
      Es ist eine Grundsatzentscheidung – glaube ich – das Leben und unsere Erfahrungen als „zufällig“ zu sehen, oder als „sinnvoll“. Ich sehe sie nicht als zufällig. Und ja, es gibt viele dramatische Erfahrungen für noch viel zu viele Menschen und Lebewesen auf unserer gemeinsamen Mutter Erde. Trotzallem lernen wir von Herausforderungen. Und da ich mich in erster Linie als Seele sehe, und erst in zweiter – kurzfristiger weil zeitlich limitierter – Linie als Mensch, habe ich zu den Herausforderungen (Kriege, Krankheiten, Vergewaltigungen, Macht, Egoismus uva.) und was sie bedeuten, meine eigenen Schlüsse daraus gezogen. Dazu braucht es ein Hadern, ein Erforschen, einen Austausch und auch Stille. Genau das, was du jetzt machst. Es ist gänzlich unrelevant was ich davon halte – denn das ist das Ergebnis MEINER Erforschung. Es ist viel wichtiger, zu welchem Ergebnis du kommst, bzw. noch kommen wirst.
      Spirituelles Leben gibt es in vielen Schattierungen und ja, ich bin auch manchmal … hm … verwundert, was im Namen der Spiritualität an Angst und Enge verbreitet wird.
      Warum ich nicht zu allem ausführlich „meine Meinung“ sage hat folgendenden Grund: Ich versuche nicht zu bewerten.Ich lege mich nicht mit der Realität an. Es ist was es ist (das heist nicht, dass wir kein Mitgefühl haben oder nicht aktiv etwas tun können). Ich versuche nur meinen Beitrag darin zu leisten, kein zusätzliches Drama hinzuzufügen und vielleicht gelingt es mir ab und zu etwas Entspannung und Leichtigkeit zu verbreiten. Das bedeutet, dass ich mein energetisches Feld stabil und friedvoll halten möchte – und dazu muss ich mir meine gelegentlichen „Auf-und-Abs“ genau anschauen, um sie zu verstehen, aufzuräumen und dann loszulassen.

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      • Marion sagte:

        Liebe Sabrina,

        vielen Dank für deine Antwort. Du hast völlig Recht, dass ich zu meinen eigenen Schlüssen kommen muss, das ist mir mittlerweile auch bewusst. Nur komme ich angesichts dieser Gräueltaten mit meiner eigenen Erforschung nur noch schwer weiter und deshalb hätte mich interessiert, wie du das wahrnimmst. Kannst du mir ein Buch empfehlen, in denen du solche Fragen ansprichst?

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