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Ich schreibe diese Zeilen in einem Zug. Ich war in einer anderen Stadt und habe an einem Wochenend-Kongress in einer Stadthalle heute zwei Stunden … tja … was habe ich gemacht … ich habe etwas über ein waches, spirituelles Leben erzählt, wie wunderbar unser Körper ist und was er uns für Zeichen gibt. Ich habe über Selbstliebe, Liebe und Stille gesprochen, wir haben Übungen gemacht und gemeinsam meditiert. Als meine zwei Stunden fertig waren fühlte ich mich nicht erfüllt. Ich fühlte, als ob ich jetzt gerade erst angefangen hatte. Das war doch nur die Vorspeise…

Ich stand da und spürte nach. Dann kamen einige Teilnehmerinnen, die sich bedanken wollten und dann gab es noch ein gemeinsames Abendessen. Die Veranstalterin – eine entzückende und sehr engagierte Frau – meinte zum Abschied: “Das war so schön und das nächste Mal bleiben Sie hoffentlich das ganze Wochenende.”

Ich wusste, das wird nicht passieren.

Warum nicht? Ich habe hier interessierte Menschen getroffen. “Erfolgreiche” zwei Stunden gehabt. Was gefällt mir denn da nicht?

Es passt nicht mehr in mein Leben. Ich kam mir vor wie eine Köchin, die in einer Sterne-Küche gelernt hat und dann die Gäste nur die Soße probieren lässt. Ich möchte lieber in die Küche einladen, damit jeder selber kochen lernt. Aber dafür reichen keine zwei Stunden. Dafür braucht es mehr. Vielleicht meine Akademie, an der ich schon seit zwei Jahren arbeite? Doch warum zögerte ich damit bisher?

Ich glaube, wir sind alle weise und wissen sehr wohl was es braucht, damit wir etwas verändern. Manchmal sind wir zu erschöpft, zu müde, zu abgelenkt und ja, auch zu faul um etwas zu ändern. Das Gewohnte ist uns vertraut und nicht selten ist es die Angst vor dem Neuen, die uns zurück hält. Und doch wissen wir, dass es ein “tiefer” gibt und so suchen wir doch immer wieder nach Inspiration.

Wir wissen – oder erahnen zumindest -, dass wir selbstverantwortlich unser Leben betrachten können und – wenn wir mit dem was wir uns erschaffen haben nicht glücklich sind – es verändern können. Engel hin oder her (und ich liebe Engel) – aber es ist unsere Aufgabe sich darum zu kümmern. Deswegen sind wir hier! Wir wollen wach sein. Und wach werden wir nicht, wenn wir aus schmerzlicher Bedürftigkeit auf Wunder setzen und Elternersatz suchen, weil uns die Nähe und Liebe als Kind so gefehlt hat. Trost ist eine so hilfreiche Geste – aber eben nur eine Geste. Langfristig wird es uns nicht helfen, immer nur Trost zu bekommen. Genauso wenig wie es uns langfristig helfen wird, nur inspiriert zu werden.

Viele von uns gehen oder waren in diesen großen spirituellen Veranstaltungen wo einige hunderte, manchmal tausende von Zuschauern begeistert klatschen und demjenigen oder derjenigen zujubeln, die da auf der Bühne steht. Entweder weil wir sie/ihn bewundern, gerne so wären, auch so einen Erfolg haben möchten, oder wir drei, vier oder fünf Wahrheiten gehört haben von denen wir überzeugt sind: “Jetzt verstehe ich das und jetzt wird sich was ändern.”

Dann gehen wir nach Hause. Erzählen noch ein paar Mal begeistert von der Veranstaltung, lesen (vielleicht) das empfohlene Buch, schauen die Videos des Vortragenden an und dann … tja dann … geht unser Leben weiter. Manchmal mit kleinen Veränderungen und dem anklopfenden Wissen, dass es da noch mehr gibt. Unsere Seele schickt uns diese innere Unruhe, damit wir nicht aufgeben danach zu suchen. Und so gehen wir in den nächsten Vortrag, lesen das nächste Buch, jubeln dem nächsten oder gleichen Vortragenden zu – immer in der Hoffnung, dass es – wenn wir nahe genug an der Person dran bleiben – auf uns abfärbt. Und ja, manchmal tut es das auch. Wenn wir in der Präsenz von jemandem sind, der eine innere Ruhe, eine entspannte Sichtweise und ein herzliches Wesen hat, dann nützt uns das. Wir erspüren die entspannte Frequenz und das ist oft Unterstützung. Aber dann geht es ums selber dort hinkommen.

Gerade jetzt denkt etwas in mir: “Sabrina, du willst doch auch LeserInnen und die vergraulst du dir jetzt damit.” Ja, ich möchte gerne, dass mich jemand liest. Deswegen schreibe ich. Aber das ist nicht der einzige Grund. Denn wenn es nur ums schreiben ginge, dann könnte ich auch Romane schreiben. Dinge, die von Verliebtheit erzählen und jemanden für ein paar Stunden einen Traum von einem anderen Leben schenken.

Aber das will ich nicht. Ich schreibe, weil das worüber ich schreibe, mir geholfen hat mein Leben um 180 Grad zu drehen. Von beleidigt zu verstehend. Von ungeduldig zu geduldig. Von unsicher zu sicher. Von angestrengt zu entspannt. Von angepasst zu individuell. Von schauspielernd zu authentisch. Sprich: Vom Drama zum Frieden.

Haben mir dabei meine Engel geholfen? Ja. Wodurch? In dem sie mich in der Stille und meinen Meditation immer wieder angeregt haben, Neues auszuprobieren. Sie haben mir nicht geholfen, weil sie einen Weg für mich geebnet haben. Das habe ich schon selber gemacht. Aber ich bin öfters mal aus dem Weg gegangen und habe dem Zögern zugehört, wenn ich gewohnte Schritte zum hundertsten Mal wieder gehen will. Ich habe die Stille ausgehalten und habe geübt. Ausprobiert. Bin auf die Nase gefallen und wieder aufgestanden. Ich habe mir die Pausen genommen, wenn ich spürte, dass ich sie brauche. Habe immer wieder aufgeräumt, aufgeräumt und nochmal aufgeräumt. Und dadurch habe ich mir ein Leben erschaffen, in dem ich eine Zufriedenheit, ein Glücksgefühl und eine Dankbarkeit erreicht habe, die ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können.

Seit fast dreißig Jahren halte ich Vorträge und seit vierzig Jahren stehe ich auf Bühnen. Früher als Fernsehmoderatorin, später als Autorin bzw. Vortragende. Ich stand selbst auf der Bühne vor hunderten, sogar schon mal vor über tausenden von Leuten und hörte den Jubel und ich bekomme sehr berührende Emails in denen mir gesagt wird, dass das eine oder andere Erleben für den Absender nützlich war.

Warum ich das schreibe? Weil es keinen Unterschied macht, ob mir jemand zujubelt oder nicht. Ja es ist netter wenn die anderen klatschen, aber in meinem Leben macht das keinen Unterschied. Was allerdings einen Unterschied macht, ist wie ich mein Leben jeden Tag gestalte. Also falls jemand von Ihnen, die das hier lesen, selbst auch solche Erfahrungen auf Bühnen gemacht haben, so werden Sie das bestätigen: Es ist schön. Aber schöner ist das was ich in den anderen Stunden gestalte: Nämlich ein Leben dass ich gerne lebe.

Und dabei gibt es immer wieder Veränderungen.

Am Anfang diesen Jahres erspürte ich, dass ich keine individuellen Coachings mehr anbieten möchte. Ich wiederhole mich zu oft. Das ist für Leute, die das zum ersten Mal hören natürlich kein Problem. Für mich aber, die ich mir selber zuhöre, auf Dauer schon.

Vor zwei Jahren hatte ich zum ersten Mal den Gedanke an eine Akademie. Längerfristig weiterzugeben wie ich “kochen” bzw. leben gelernt habe. Also eine Gruppe ernsthafter (was für ein eigenartiges Wort – mein Thesaurus gibt mir noch ein anderes zur Wahl “aufrichtig”), die aufrichtig ihr Leben gestalten wollen. Ich sammelte alle meine Themen (und dabei wünschte ich mir, ich würde mich nur um EINE Sache kümmern und nicht um alles, was das Leben so anbietet) und stellte fest, das es eine sehr umfangreiche Angelegenheit ist. Und, das Problem der Wiederholung stellt sich auch da. Es wird ja nicht nur eine Gruppe sein, die ich begleite, sondern mehrere.

Gleichzeitig eröffnete sich mir vor knapp einem Jahr die Möglichkeit in München einen Workshopraum zuzulegen – die Galerie Schwabing – und ich genieße es dort zu unterrichten. Die wunderbaren Farbfeld-Bilder meines Liebsten Stanko unterstützen meine Schwingung, meine Energie, meine Möbel, meinen Geschmack. Ja, es ist ein bisschen viel “meins” – aber da ich weiß, dass wir alle Schwingung bzw. Klang sind, ist es wichtig, dass das, was ich weitergebe in meinem “Zuhause” passiert. Sonst könnten wir ja auch gemütlich im einem Bahnhofsklo schlafen. Es macht einen Unterschied wo wir was erleben.

Die Akademie stockte. Ich merkte ein Zögern in mir. Ich wollte nichts anbieten, was einschränkt. Weder mich noch die Anderen. Wie oft sollen wir uns wirklich persönlich treffen? Wie viele Videomeetings sind wichtig? Welche Video-Vorträge? Braucht es eine regelmäßige PartnerIn? Kleingruppen? Wie soll das organisiert werden? Wie viel Zeit benötigt das? Wie lange soll das dauern?

Ich habe mir ein freiheitliches Leben erschaffen und bin nicht bereit das aufzugeben. Ich erahnte, dass mich eine regelmäßige Akademie in eine Art “Schulbetrieb” zwingen würde – und das ganz ohne große Ferien oder sichere Beamtenanstellung ;-). Muss ich jetzt, da ich meinen Workshopraum habe, ihn auch wöchentlich füllen?

Mein Lehrer Solano – ein von LD Thompson gechannelter Meister – schlug eine Prototyp-Akademie-Gruppe vor. Damit ich erlebe, wie so etwas aussehen könnte. Ich nahm mir drei Monate und mit zwölf ausgesuchten Interessierten probierte ich aus, wie das Vorgestellte entwickelt werden kann.

Gleichzeitig fragte mich mein Verlag, ob ich nicht einen Online-Kurs machen möchte. Gesammelte Erfahrungen und Übungen über Körper, Geist, Seele, Intuition und Achtsamkeit, Selbstliebe und Beziehungen. Und ja, ich wollte. Es machte Freude. Ich hatte ein tolles Team. Und … ich muss mich nicht dauernd wiederholen. Das wird mir durch die Videos auf der Sinnsucher.de Plattform abgenommen und deshalb bleibt dann genug Zeit für Tieferes. Immer mal wieder gibt und wird es eine von mir begleitete Version geben. Das war eine erfüllende Erkenntnis für alle Beteiligten.

Eine unserer wunderbarsten Gaben ist es unser Leben so zu gestalten wie wir es brauchen. Wir sind zwar vergleichende Wesen, aber das vergleichen ist nur dann nützlich, wenn es uns unsere Einzigartigkeit zeigt. Ich beobachte von Freunden, dass sie gerade Ihre Präsenz erhöhen. Podcasts. Workshop-Tage mit hunderten von TeilnehmerInnen. Gemeinsame Reisen. Ausführliche Buchtouren. Größere Internetauftritte. Erweiterte MitarbeiterInnen und Teams.

Ich versuche es gerade anders. Mehr Freiraum. Weniger Wiederholungen. Tieferes Begleiten. Statt nur Vorspeise, das ganze Menü weitergeben. Jetzt fühlt es sich auch die Zeitspanne richtig an: Neun Monate. Der vom Verlag und auf Sinnsucher.de schon fertige 5-Wochen-Online-Kurs ist die Voraussetzung um in die Akademie einzusteigen, damit wir alle auf dem gleichen Wissensstand sind. Wann die Akademie losgehen wird? Voraussichtlich im März 2019. Der Termin fühlt sich gut an.

Neues. Immer wieder Neues. Das ist das was uns wach hält. Nicht nur unser Gehirn, sondern unser ganzes Sein. Das ist auch das was uns unsere Engel immer wieder sagen wollen, denn sie sind der Schöpfung so nahe: Erschaffe! Ohne Hektik. Ohne grimmige Entschlossenheit. Folge der Begeisterung. Und wenn Du zögerst, halte inne … und schau nach warum.

Ihr Lieben,
ab Donnerstag geht es los: Fünf Wochen mit mir zu Deiner Unterstützung. Ich freue mich schon sehr auf unsere gemeinsame Zeit! Immer wieder treffe ich auf wundervolle, viel wissende Mitmenschen und beobachte überrascht, dass sich deren Leben trotz ihres Wissens nicht entscheidend verbessert hat. Ich erlebe, dass sie immer wieder in der Vergangenheit, in gewohnten Dramen oder den gleichen Gedankenschlaufen festsitzen. Warum ist das so, obwohl frau/man doch schon so viel weiß?

Es ist die Erfahrung, die uns weiterbringt. Nicht die schnelle Inspiration bringt uns voran (die ist nett und tut gut – aber ändert nichts), sondern es braucht die langfristige Veränderung. Übrigens gibt es neueste Untersuchungen die zeigen, dass wir länger dran bleiben, wenn wir in einer Gruppe sind. Deshalb beginnen wir diesen Kurs gemeinsam. Ich möchte dabei helfen, langfristige Veränderungen vorzunehmen. Denn zusammen wird der gelegentliche Faulheit/Zögern/Ich-schaff-das-nicht-Rucksack abgeworfen.

Lasst uns beginnen: Mit dem Aufräumen, mit dem Erwachen, mit dem Erschaffen und … mit dem Gelingen! Der von mir begleitete Onlinekurs beginnt JETZT am Donnerstag. Was heißt begleitet? Ich bin für Eure Fragen da, für das Klären von Stolpersteinen, für zusätzliche Impulse und – wenn ihr wollt – am Schluss noch zu einem persönlichen gemeinsamen Workshop-Tag in München.

Mehr Klarheit, mehr Vertrauen in die eigene Intuition, mehr Selbstliebe, mehr Freude im Leben! Ein Kurs den man sich leisten sollte – und auch leisten kann (89.- Euro für fünf Wochen – mit lebenslangem Zugang) … das war mir wichtig. Braucht es sonst noch was?

Ja. Ein Versprechen.

Nicht zu mir, sondern zu sich selbst. Wie sich sowas anhören kann?
So zum Beispiel:

Ich verspreche mir, dass ich mich achtsam und sorgfältig
um mein Leben kümmern werde.
Ich weiß um meine Weisheit, die Offenheit meines Herzens
und die Tiefe meiner Intuition.
Ich übernehme die komplette Verantwortung
für mein Erblühen und meine Entwicklung.
Das heisst auch für mein Denken, Sprechen und Handeln.
Ich beginne diesen Kurs nicht um etwas zu lernen,
sondern um zu erfahren, wer ich bin, was ich weiß
und was es braucht, um ein
erfülltes, warmherziges, gesundes, liebendes,
ehrenwertes und ehrliches Leben zu gestalten.
Dazu bin ich bereit.

Warum das Versprechen? Jeder von uns macht seine eigenen Erfahrungen und erkennt mit der Zeit wie sie/er leben will. In meinem Sein gibt es den Wunsch Unterstützung für diejenigen zu sein, die sich ernsthaft (ein seltsames Wort, das es nicht wirklich ausdrückt) … also noch mal von vorne … Unterstützung für diejenigen zu sein, die sich begeistert um ihr Erblühen kümmern möchten.

Dafür möchte ich mich und meine Zeit einbringen. Denn es braucht Engagement – ähnlich wie bei einer guten Freundschaft – für alle Teilnehmenden. In meiner fast 30jährigen Unterstützung möchte ich in Zukunft mit denen zusammenarbeiten, deren Wachstum und Erblühen eine ähnliche Wichtigkeit haben wie für mich. Lieber weniger Studierende, als eine Menge von Leuten, die noch im Ausprobieren-Modus sind. Das ist völlig in Ordnung, wenn man sich dafür entscheidet oder erst später sich damit beschäftigen möchte, aber ich wünsche mir eine Zusammenkunft von Begeisterten.
Deshalb, wenn Ihr Euch angesprochen fühlt, lasst uns beginnen: Mit dem Aufräumen, mit dem Erwachen, mit dem Erschaffen und … mit dem Gelingen! Nähere Infos gibt es hier: Online-Kurs: „Folge der Sehnsucht deiner Seele“.

PS: Natürlich kann man den Onlinekurs auch jederzeit nach dem Donnerstag machen.


Fragen…

Erst vorgestern war ich bei einem Abendessen, bei dem mir auffiel, dass es Menschen gibt, die keine Fragen stellen. Da ich jemand bin, der gerne und viel fragt (“Was interessiert Dich?” – “Warum machst du xyz?” – “Gefällt Dir das?” – “Fühlen Sie sich wohl?”) wundere ich mich manchmal, was der Grund des Einzelnen ist, nicht zu fragen. Ist es Schüchternheit? Unsicherheit? Unaufmerksamkeit? Desinteresse? Meistens nehme ich das nur zur Kenntnis. Gelegentlich allerdings reagiere ich darauf. Warum? Wenn ich merke, dass die Gespräche kein Austausch sind und ich das Gefühl habe zum Alleinunterhalter zu werden. “Und was möchten Sie gerne über mich wissen?”. Und dann schiebe ich häufig noch nach dem Überraschungsmoment grinsend ein: “Oder gibt es da gaaaaaaar nichts, was Sie an mir interessant finden?” Humor hilft und danach entwickelt sich oft ein wirklicher, tieferer Austausch.

Sich mitzuteilen ist nicht immer einfach und doch geht es nicht ohne. Vor ca. 10 Jahren sollte ich bei einem Fest neben einem leicht arroganten Herren sitzen, den ich schon mal als Tischnachbarn hatte und bei dem ich das Gespräch nur durch meine Fragen am Leben hielt. Als ich damals anschließend von der Gastgeberin gefragt wurde, wie denn mein Abendessen war, antwortete ich “mühsam“. Sie nickte und sagte: “Ja, der ist schwierig. Aber wir haben uns gedacht, Du schaffst das.” Als ich also wieder neben diesem Mann sitzen sollte, schaute ich ihm betimmt in die Augen und meinte: “Vielleicht erinnern Sie sich, wir sassen schon mal nebeneinander. Und ich bin etwas besorgt. Ich hoffe, dass es dieses Mal nicht so mühsam wird.” Der Mann, der höfliche Konversation gewohnt war, starrte mich überrascht an und so erklärte ich mich: “Sie haben bei unserem letzten Treffen lange monologisiert und mir an dem Abend keine einzige Frage gestellt.” – “Verzeihen Sie, verzeihen Sie! Das wird nicht wieder vorkommen!“, meinte er darauf und er hielt was er versprach. Wir hatten einen lustigen Abend.

Jede Erfahrung, jede Lehre ist immer für alle Beteiligten. Damals war es für mich die Lehre nicht “höflich” einen weiteren Abend durchzustehen und für ihn war es zu merken, dass man im Miteinander auch auf die/den Anderen achten darf.

Oft glauben wir, wenn wir uns ehrlich mitteilen, bricht die Welt zusammen. Das tut sie nicht. Es bricht nur die konstruierte Welt zusammen.

Dieser link ist kein Video von dem Abend, sondern ein Video von Fragen an mich:
Video mit 11 Fragen


Termine im Herbst in München
Galerie Schwabing

„Wie sage ich es?“ – Kommunikation auf Seelenebene. 24./25. November

Der erste Termin am 10./11. November ist leider schon voll. Deshalb habe ich einen weiteren Termin (noch rechtzeitig, um die Weihnachtsstimmung zu verbessern) eingetragen. Und zwar am 24./25. November. Wie bei dem Fragen-Thema weiter oben schon angesprochen … es ist so enorm wichtig zu erkennen, dass viele unserer Herausforderungen daher kommen, wie wir uns ausdrücken und mit den Menschen um uns herum verständigen. Wenn wir unsere Kommunikation verändern, dann wird vieles besser. Näheres dazu auf meiner Website.

Da ich jetzt im Herbst am neuen Buch schreibe, wird es außer diesem Workshop, dem begleiteten Online-Kurs und einem gelegentlichen Facebook-Live Video keine Termine mehr geben. Ich plane allerdings für Anfang des Jahres einen Zwei-Tage Workshop zum Thema: “Intuition und die eigene innere Welt”. Der letzte Kurs war wundervoll und doch merkte ich, dass wir uns alle gerne einen weiteren Tag gewünscht hätten.


Der letzte Kongress für mich in diesem Jahr

einfach sein

einfach sein

Ich freue mich auf den BewusstseinsKongress in Königsberg am 27. und 28. Oktober. Einfach Sein. Klingt immer so “einfach” – hat aber seine Herausforderungen. Ich würde mich freuen, wenn wir uns dort sehen.


Und … ich wurde 60!
Sabrina & Stanko

Mein Liebster Stanko hat mir ein herrliches Video gemacht, bei dem ich sehr gerührt war und das Gefühl hatte: Also jetzt kann ich gehen. Schöner kann es auf meiner Beerdigung auch nicht werden (lach). Danke auch Euch für Eure Geburtstagswünsche. Es gibt einen schönen Spruch, den ich mal auf einer Geburtstagskarte gelesen hatte und immer mal wieder verwende, wenn ich anderen zum Geburtstag gratuliere: “60 ist nicht das Ende der Welt – aber man sieht es von hier”. (Da kann man übrigens jede Zahl einsetzen.)

Genießt den Herbst
Sabrina

herbst

herbst

Ihr Lieben,

das wäre eine Frage, von der ich mir wünsche, dass sie viel öfter gestellt wird. Wann und warum? Hier vielleicht: Einer dieser angeblichen weisen, spirituellen Lehrer zeigt mal wieder sein Interesse an einer attraktiven Frau. Tief in ihr meldet sich ihre Intuition, denn sie ist zum Lernen und nicht zum Flirten gekommen. Aber da gibt es auch die Freude über die Beachtung und dass sie von so einem großen Meister, so einem bekannten/berühmten Lehrer überhaupt wahrgenommen wird. Sie wird überschüttet von Aufmerksamkeiten, Nähe und Bevorzugung. Andere Schüler/Schülerinnen müssen zurückbleiben, während sie mühelos im “inneren Kreis”, im inneren Circle in der Nähe des Meisters sein darf. Ab und zu zieht er sich strategisch zurück, um Ihre Sehnsucht nach mehr zu wecken und ihre Sorge zu vergrößern, dass sie doch nicht wichtig sei (während er höchstwahrscheinlich mit einer anderen beschäftigt ist). Dann meldet er sich wieder und ihr wird gesagt, dass er sie vermisst hätte, sie etwas ganz Besonderes sei; dass er auf sie gewartet habe und dass es so wichtig wäre, sie an seiner Seite zu wissen, bei der großen Aufgabe, die noch auf ihn wartet. Er würde sie durch besondere Methoden zur Erleuchtung führen und nein, dass sei kein Sex, sondern etwas Heiliges, das nur er als Meister beherrscht.

Doch dann hält diese Frau inne, erspürt ihre Intuition, bemerkt ein Zögern in ihr und betrachtet die Situation von Außen und erkennt folgendes: Ein Mensch in einer stärkeren Position versucht sie benutzen, weil sie sich gerade in einer schwächeren, schutzloseren Position befindet. Er braucht Bewunderung und sie gibt sie ihm. Sie braucht Aufmerksamkeit und er gibt sie ihr. Sie ahnt plötzlich, dass sie weder die Erste noch die Einzige ist, die das volle Aufmerksamkeitsprogramm bekommt. Das wäre jetzt der passende Moment für die Frage:

“Wie viele Deiner Teilnehmerinnen, Deiner Schülerinnen hast Du schon verführt?”

Vielleicht überrascht ihn die Frage? Vielleicht wacht er auf? Vielleicht erkennt er, dass er narzisstische Tendenzen in sich trägt und den Ehrenkodex von Lehrern/Therapeuten/Ärzten vergessen oder nie ernst genommen hat? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht droht er ihr aber auch. Sagt, dass sie eben spirituell noch nicht annähernd so weit sei, wie er gedacht habe. Und das sie das noch bereuen wird, denn er hat andere Mittel und Wege…

Doch die Frau erkennt auf jeden Fall, dass dies nicht die große Liebe, nicht der Seelenverwandte und schon gar nicht der Lehrer ist, den sie gerade sucht.

Süddeutsche Zeitung am 11. August: Ein großer Bericht über einen spirituellen buddhistischen Lehrer, Sogyal Lakar, der den Weltbestseller “Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben” geschrieben hat. Acht langjährige SchülerInnen haben einen offenen Brief mit schwerwiegenden Anschuldigungen geschrieben. Der Vorwurf: Gewalt. Sexueller Missbrauch. Exzessiver Lebensstil. In der SZ war zu lesen: “Hinter den vergoldeten Kulissen dieses sehr erfolgreichen Betriebs sieht es anders aus. Mitarbeiter bezeugen, sie seien von ihrem Chef blutig geprügelt worden, junge Frauen berichten, sie seien unter dem Vorwand, es würde ihrer schnelleren Erleuchtung dienen, zu sexuellen Dienstleistungen gedrängt worden. Außerdem habe es den Zwang gegeben, mit allen Mitteln Spenden einzutreiben.” Über den Link oben könnt Ihr den ganzen Brief lesen.

Die Hingabe zum Guru ist (war?) nicht nur im Buddhismus gewollt. In der katholischen Kirche ist der Papst der Vertreter Gottes und es war ein Akt von Gotteslästerung Entscheidungen von ihm in Frage zu stellen. Seit Jahren erschüttern uns Informationen über den sexuellen Mißbrauch der Kirchenvertreter – und deren konsequente Verheimlichung.

Der Dalai Lama hat in einem Interview (link) folgendes gesagt: “Die Institution des Gurus sei von einem feudalen System beeinflusst worden, das überholt ist und beendet werden muss”. Danach sagte er: “Du sollst nicht sagen “Was mein Guru sagt, das muss ich machen. Das ist komplett falsch! Buddha sagt: Was ich lehre, muss von Dir (SchülerIn) überprüft werden. Egal wer etwas sagt: Du musst es überprüfen!”

Dem kann ich mich nur anschließen.

In früheren Zeiten gab es den Unterschied zwischen Wissenden und Unwissenden. Der Adel konnte lesen und war frei. Alle anderen waren es nicht. Ein Priester wusste um Gott, alle anderen waren Unwissende. Das indische Kastensystem – das selbst Gandhi nie in Frage stellte – zeigt noch heute von den starren damaligen Hierarchien.

Immer wieder höre und lese ich von spirituellen Lehrern/Gurus/Therapeuten/Priestern, die ihren Schwanz nicht unter Kontrolle halten können. Entschuldigt das Wort. Aber hier geht es nicht um achtsame Sexualität, um Zärtlichkeit, um Nähe – von Liebe oder angeblicher Hilfe zur Erleuchtung ganz zu schweigen. Hier geht es um Gier, um arrogante Lust und um ein Machtgefühl von “schau mal wen ich alles kriege!”. Narzissten verführen und benutzen Frauen, um sie dann auszutauschen. Und dafür ist Schwanz das richtige Wort. Er wedelt ohne Sinn und Verstand und auf jeden Fall ohne jede Fürsorge und Respekt. (Und damit tue ich jedem Tier unrecht – denn die wedeln aus purer Freude.) Außerdem gibt es wohl einige sexuelle Praktiken, in der von “zölibatär” gesprochen wird, wenn der Mann nicht ejakuliert. Da würde ich ja etwas ganz anderes darunter verstehen.

Doch warum fallen Frauen darauf rein?

Die meisten sind in einer Krise und suchen Unterstützung. Da gibt es ein Buch, ein Video, eine Meditation, eine Gruppe, die sie berührt. Da ist die Gemeinschaft, die einen warmherzig aufnimmt, die versteht und bei der man sich endlich angekommen fühlt. Da ist der Lehrer, der öffentlich geachtet wird, der eine große Anhängerschaft hat, der doch immer so nett, so mitfühlend, so weise und so sympathisch rüber kommt.

So viele Leute können sich doch nicht irren, oder?

Doch.

So entstehen ungesunde Kults. Da gibt es ein Außenbild und ein Innenbild. Und die passen nicht immer zusammen. Von konstanter Bewunderung nicht beeinträchtigt zu werden, ist eine Herausforderung für jeden Lehrer und jede Lehrerin.

Es gibt auch einen Kult der Ärzte

Ärzte und Psychologen, die in Workshops und Therapiesitzungen MDMA (Ecstasy) und LSD zur “Erleuchtung” und “Bewusstseinserweiterung” benutzen. Sabine Bundschu, eine begnadete Musikerin, die ich vor zwei Jahren kennenlernte, erzählte mir von ihren Erfahrungen als Aussteigerin um den Schweizer Psychiater Dr. Samuel Widmer, der hunderte von “Psycholyse Therapeuten” ausgebildet hat. Dabei werden diese Drogen umbenannt, sie heißen jetzt einfach nur “Sakramente”. Ein Trip heißt „Meditation“. Psycholyse – Klingt ja auch sehr offiziell und wichtig. Kein Wunder, dass man sich beruhigter so jemanden anvertraut. Er ist ja schließlich Arzt und muss es wissen…

Die Teilnehmer müssen übrigens vorher schwören, dass sie das Geheimnis ihrer Bewusstseinserweiterung bewahren (auch vor der Polizei) – und wenn nicht, “wird ihnen etwas Schreckliches passieren”. Auch so passiert nichts Gutes. Alles was künstlich nach oben kommt, muss wieder runter. Und um den Aufprall abzufedern, wird gleich wieder etwas an Drogen nachgelegt. So beginnt eine Spirale, die nicht zur Erleuchtung, aber zur Abhängigkeit führt. Und das ist nicht nur eine Drogenabhängigkeit, sondern auch in eine Abhängigkeit von der Gemeinschaft und vom Guru.

“Ich war lange Jahre Teil der “Psycholyse Bewegung” um den Psychiater Dr. Samuel Widmer, der übrigens in diesem Jahr an den Folgen seiner eigenen Therapie verstorbenen ist,” erzählt Sabine Bundschu. “Er versammelte besonders viele Ärzte und Akademiker um sich. Sein Lehrer  Manuel Schoch ist direkt auf einer Drogensitzung verstorben („ins Licht gegangen“). Widmer hielt sich für die Verkörperung der Liebe auf Erden. Und wenn zu dem Charisma des narzisstisch gestörten Gurus auch noch Drogen wie MDMA, LSD, Psillocybin, 2CB etc. dazukommen, verfällt man dem besonders leicht.”

Sabine leitet selbst Seminare und auf einem Taketina-Seminar durfte ich sie kennenlernen. Da wir kurz vorher beide für einen Fernsehsender zum Thema “Falsche Heiler” interviewt wurden, erkannten wir uns wieder. Sie erzählte mir von ihrem Schlaganfall im Drogenrausch und wie sie die anderen Teilnehmer 55 Stunden liegen ließen, weil sie glaubten “das Böse müsse raus”.

In den „Ausbildungs“-Gruppen lernt man, dass jedes körperliche Symptom Ausdruck einer psychischen Störung ist.

Damit wird jede natürliche Abwehr des Körpers als krankhaft und minderwertig dargestellt und wenn man das glaubt, ist man natürlich enorm manipulierbar. Wenn sich Leute im Drogenrausch übergaben, Krämpfe bekamen, dann war „die psychische Störung“ der Grund – und man ließ die Leute einfach liegen. Es kann natürlich auch noch einen zusätzlichen Grund geben: Bloß nicht ins Krankenhaus, sonst kommt das hier alles raus. Als Sabine aber nach über zwei Tagen immer noch nicht “normal” war und dann endlich ins Krankenhaus kam, hielt sie sich noch in der Intensivstation an ihren Eid und verheimlichte, welche Drogen sie gerade zu sich genommen hatte. Die Ärzte, die sie dort behandelten, wussten nicht um die Vorgeschichte. Ein enorm großes Risiko für die weitere Behandlung.

Sabine erzählt: “Wie immer bei Kult/sektenartigen Vereinen geht es weniger um den Inhalt, der ist eigentlich austauschbar. Die Prinzipien des Verlaufs sind immer gleich: Es wird die Sehnsucht nach Nähe, Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Besonderheit bedient. Die kognitiven Dissonanzen lernt man mit der Zeit auszugleichen und umzudeuten (wie in einer ungesunden Beziehung). Wenn etwas Gutes passiert, ist die “Lehre” oder der Vertreter derselben verantwortlich, wenn etwas schief geht, ist man “selber schuld”. Man wird in den Sog eines empathielosen, psychopathischen Narzissten hereingezogen und hält sich selbst für nicht gut genug. Du kennst ja die Geschichte vom Frosch: Wirft man ihn in kochendes Wasser, springt er sofort heraus. Wenn er aber in kaltem Wasser auf kleiner Flamme erhitzt wird, merkt er es nicht und stirbt.”

Sie ist noch rechtzeitig rausgesprungen und möchte auf ihrer website https://www.kultaussteiger.de/ vor diesen Gruppen warnen und andere dabei unterstützen ebenfalls rauszuspringen, die Scham zu überwinden und darüber zu sprechen.

Suchende geben manchmal kurzfristig (oder auch langfristig) ihre Verantwortung ab. Sie sind vielleicht zu diesem Zeitpunkt zu schwach, zu erschöpft, zu müde um zu kämpfen. Sie wollen sich in Arme sinken lassen, die verständnisvoll sind. Und ja, das sind sie auch. Aber eben nicht nur.

Von umarmen bis streicheln und dann verletzen ist manchmal kein weiter Weg …

Wenn man sich vorher verloren und verlassen gefühlt hat, sich aus ganzem Herzen spirituelles Wachstum und Frieden wünscht, dann möchte man auf jeden Fall an dieser gerade erlebten Zugehörigkeit festhalten. Wo soll man denn sonst hin? Die Freunde und die Familie hat man längst verlassen (müssen) und man hat manchmal Jahre in dieser Gemeinschaft verbracht. Man kennt außerhalb dieser Gemeinschaft kein Leben mehr. Jemand der schlägt, ist gleichzeitig auch der einzige der Zuwendung gibt und manchmal eben auch Nahrung und ein Zuhause. Das ist übrigens ein ähnlicher Weg wie Frauen zur Prostitution gezwungen werden.

Ja, manchmal ist es ist auch verlockend, die eigene Verantwortung abzugeben. Sich in einem sicheren Hafen zu wähnen. Manche sehnen sich zurück nach “perfekten” Eltern. Sehnen sich nach Führung. Nach jemanden, der ihnen sagt, was sie tun und was sie machen sollen und so geben sie erleichtert und bereitwillig ihre eigene Stärke und ihre eigene Macht ab.

Warum? Oft sind es Kindheitsdramen, die da wirken. Befürchtungen, nicht gut genug zu sein. Erschöpft zu sein von den hunderten von Entscheidungen und gelähmt von der Angst “etwas falsch zu machen”. Manchmal ist der Grund der innigste Wunsch, die Welt “retten” zu wollen und sich einer Gemeinschaft anzuschließen, bei der man sich endlich, endlich zugehörig fühlen kann und bei der man sich auch besonders fühlen kann.

Wenn man dann länger in dieser Gemeinschaft ist und Dinge beobachtet, die doch so gar nicht erleuchtet, entwickelt oder anständig sind, werden darüber alle Augen entsetzt zugemacht, die eigene Intuition abgewürgt und verzweifelt gehofft, dass sich doch alles irgendwie  zum Guten wendet. Man “begreift” eben das System nicht, glaubt nicht genug, ist noch nicht weise genug. Und wenn man das über Jahre beobachtet, kommt diese fatale Erkenntnis hinzu, dass man doch jetzt nicht aufhören kann, denn sonst hätte man so viel Zeit seines Lebens einer Bewegung gewidmet, die es nicht wert war…

Der Wunsch nach Zugehörigkeit ist es schwieriges Terrain. In erster Linie geht es um die eigene Zugehörigkeit. Bin ich in der Lage alleine mit mir glücklich zu sein? Erst wenn ich das bin, bin ich ein/e wunderbarer TeilnehmerIn für eine Gemeinschaft. Denn ich erfreue mich an der Gemeinschaft, aber ich brauche (!) sie nicht. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch – natürlich braucht jeder von uns andere Menschen. Wir würden eingehen, wenn wir unser ganzes Leben ohne menschliche Nähe verbringen müssten. Aber wenn wir uns einer Gemeinschaft anschließen, weil wir uns nicht trauen alleine Entscheidungen zu treffen, alleine zu leben, alleine mit uns selbst zu sein, dann fehlt ein entscheidender Schritt in unserem Wachstum: Nämlich die Bereitschaft Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen und die Erkenntnis unseres Selbstwertes. Und natürlich darf eines nicht unterschätzt werden: Oft wendet sich jemand an einen spirituellen Lehrer oder eine spirituelle Lehrerin in Zeiten größter innerer Schmerzen und erwartet, erhofft ehrenhafte Unterstützung. Diesen Moment der Schwäche auszunützen ist erschütternd.

Als ich den Artikel in der Süddeutschen Zeitung las und dann anschließend den Original-Brief im Internet fand (siehe link oben), fiel mir am Schluss neben den Namen eine Zahl auf: Schüler seit 19 Jahren, Schüler seit 33 Jahren, Schüler seit 23 Jahren.

Ich glaube, dass man einen Meister nicht an der Zahl seiner Schüler, sondern an den Meistern erkennt, die daraus hervorkommen. Warum will jemand überhaupt Schüler haben, die 33 Jahre über den Status nicht herauskommen? Ein Lehrer schickt seine Schüler nach einer Weile weg. Wie ein Vogel aus dem Nest fliegt, so muss auch ein Schüler seinen eigenen Flug entdecken. Immer beim Lehrer zu bleiben, zwingt ihn in die Schüler-Position. Warum würde man das als Lehrer, als Lehrerin wollen?

Ich schätze meine Lehrer und meine Lehrerinnen. Die meisten, von denen ich lernte, waren wunderbar und sehr ehrenhaft. Manche allerdings waren es nicht. Ich hatte die eine oder andere LehrerIn, die eher manipulierten, als unterstützten, die ihre eigenen blinden Flecken nicht sahen, die der Bewunderung ihrer SchülerInnen nicht standhielten und sich selbst nicht mehr in Frage stellten. Und zugegeben, das ist nicht leicht. Auch in meiner Arbeit gab es immer wieder Momente, wo ich merkte, dass ich aufpassen muss. Dass es da eine bestimmte Bewunderung gab, die mit einer roten Warnflagge kommt: HALT! Da ich diese Herausforderung bei meinen ersten LehrerInnen beobachten konnte, versprach ich mir damals, genau aufzupassen. Deswegen habe ich mich über die letzten 25 Jahre immer mal wieder für lange Zeiten zurückgezogen, so dass ich dieser Gefahr, dieser Verführung, dieser Bewunderung nicht nachgebe.

Spirituelles Lehren ist wie jedes andere Lehren auch: Jemand, der Erfahrungen gemacht hat, möchte dies weitergeben. Im besten Fall an kluge SchülerInnen. Das ist kein Eltern-Kind Verhältnis. Das ist kein Meister-Idiot Verhältnis. Das lässt sich mit dem Verhältnis eines Handwerkers zu seinem Lehrling vergleichen: Der letztere hat das Talent, aber es fehlt ihm die Erfahrung. Der Meister hat die Erfahrung und weiß, dass der Lehrling nicht dümmer ist als er. Wie eine warmherzige und inspirierende Musiklehrerin, die in ihrer Schülerin die zukünftige Virtuosin sieht. Und sie möchte diesen Weg für sie leichter machen.

Das ist ehrenhaftes Lehren.

Alles andere ist Manipulation. Alles andere ist der Wunsch sich über jemand anderen zu stellen. Alles andere ist das Ergebnis von einem schwachen Selbstbewusstsein, dass mit der Bewunderung anderer aufgefüllt werden muss.

In meinem Buch “Die Sehnsucht unserer Seele” schrieb ich im Vorwort:

“Es ist einfacher, sich einer der traditionellen Glaubensgemeinschaften anzuschließen. Feste Regeln. Eine Richtung. Viele, die schon mitmachen. Gesellschaftlich anerkannt. Und doch unterschätzen wir die männliche Autorität, die diesen Religionen vorsteht und die uns seit Jahrtausenden sagt, was wir zu glauben und wie wir zu leben haben. Gerade die weibliche Seite – immerhin die Hälfte der Weltbevölkerung – findet dort keinen gleichwertigen Platz. Viele sind in Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempeln, weil sie die Gemeinsamkeit schätzen, in vielem aber den Regeln und Vorgaben nicht zustimmen. Wir können erahnen, was es wirklich bedeuten würde, wenn alle Religionen ihre Macht und ihren Anspruch auf Unfehlbarkeit ablegen würden. Sind wir selbstständig genug, erwachsen genug, interessiert genug, um uns selbst zu fragen, was wir glauben? Es fordert mehr persönlichen Einsatz, wenn man sich seinen Glauben basierend auf seinem eigenen Weltbild, seinen eigenen Erfahrungen und seiner eigenen Intuition zusammenstellt. Was glaube ich? Was glaube ich nicht? Was macht für mich Sinn? Was kann ich wie integrieren? Was möchte ich weitergeben?”

 

Ein guter Lehrer hat keine Schüler die ertrinken, sondern die schwimmen lernen wollen. Ein guter Lehrer, eine gute Lehrerin führt nicht, sie begleitet.

Wir alle haben in uns die Möglichkeit zur Meisterschaft. Das ist nicht nur einigen von uns gegeben, sondern wir alle – wenn wir denn wollen – können uns entwickeln. Und ja, es ist wunderbar, wenn es dazu Unterstützung gibt. Nur geht es nicht darum, so viel Schüler wie möglich zu versammeln, um in deren Bewunderung zu baden. Jeder von uns ist Schüler und Meister zugleich. Es gibt Bereiche, in denen wir weiter sind als in anderen Zweigen. Und das schwingt gelegentlich erstaunlich kräftig hin und her. Manchmal können wir es selbst kaum glauben, dass ein Bereich sind wieder auftut von dem wir geglaubt haben, dass wir ihn schon lange hinter uns gelassen haben. Tja, so ist das mit dem Leben und seinen Überraschungen.

Alles was wir tun, sollte durch den Filter unserer eigenen Wahrnehmung, unserer eigenen Intuition laufen. Und wenn wir ein komisches Gefühl haben, ist es enorm praktisch und empfehlenswert stehen zu bleiben und erst mal nachzuschauen WARUM wir uns da gerade komisch fühlen. Abhängigkeit zu einer anderen Person ist nie eine gute Idee. Und ich sage hier mit Absicht “nie”, obwohl ich das Wort sehr selten benutze.

Wenn ich von solchen Manipulations- und Missbrauchsfällen höre und lese, erspüre ich eine Mischung aus Zorn und Schmerz. Das ist keine Einteilung in Gut und Böse. Es ist allerdings eine Einteilung in ehrenhaftens Verhalten und unehrenhaftes Verhalten.

“Nicht bewerten” heißt für mich, nachvollziehen zu können, warum jemand diesen Weg gegangen ist. Ob es nun derjenigen/diejenige ist, die das iniziiert, oder diejenige/derjenige ist, die das mit sich machen läßt. Ich bin der Meinung bestimmte Wege  müssen energisch und klar verneint werden. Trotzdem möchte ich Verständnis dafür haben. Für mich bedeutet Nicht-Bewerten nicht gleichzeitig gleichgültig sein.

Es ist wichtig, dass wir darüber nicht schweigen. Diese sexuellen Manipulationen und Vergewaltigungen brauchen unser Nein. Sie leben durch die Unterdrückung, machen weiter durch die Scham der Beteiligten und vermehren sich durch das Geheimnis.

Diese Praktiken wollen keine Öffentlichkeit – sie bevorzugen die Dämmerung.

In unseren Händen liegt der Lichtschalter …

 

Von Herzen,

Sabrina Fox

 

PS: Ich las vor einer Weile das Buch von Joel Alstad und Diana Kramer: “Die Guru Papers. Masken der Macht.” Gibt es auch auf Englisch. Ich fand es sehr interessant.

Sabine Bundschu empfiehlt: “Traumatic Narcissism – Relational Systems of Subjugation” von Daniel Shaw.

 

 

 

 

Ihr Lieben,
ein paar von Euch habe ich in den letzten Wochen entweder in Basel, Frankfurt oder Hamburg treffen dürfen und es hat mir eine große Freude bereitet wieder „auf Tour“ zu sein. Wir sehr ich das vermisst habe, ist mir da erst bewusst geworden. Ich freue mich auch auf die nächsten Termine im Herbst. Die Planung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Fest stehen Hannover, München, Braunschweig, Hamburg, Zürich und Frankfurt.

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Ich habe letzte Woche das Manuskript für „Kein Fliegender Wechsel – Jede Frau wird älter, fragt sich nur wie“ abgegeben. Da gibt es diese paar Sekunden der Freude und Befriedigung „Ja, jetzt ist es fertig“ – sofort gefolgt von der Frage: „Wirklich? Habe ich auch alles wichtig drin? Ist es gut genug? Interessiert es überhaupt jemanden? Hätte ich es besser machen können?“

Mein Bildhauer-Lehrer hat mir mal zu meiner Beruhigung gesagt: „Eine Skulptur ist nie fertig. Es gibt nur Phasen in denen man aufhören kann.“ Glücklicherweise gibt es Abgabetermine sonst wäre auch dieses Buch nicht fertig geworden und würde ein ähnliches Schicksal ereilen wie mein Tango-Roman, der immer noch auf meiner Festplatte liegt und mich gelegentlich mahnt doch etwas daraus zu machen. Und das tue ich auch … wenn die Lust dazu wieder da ist. Sie wird kommen. Irgendwann. Und bis dahin lass ich es ruhen.

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Bildhauerkurs 2014

Ich freue mich auf meinen vorerst letzten Bildhauerkurs in Sommerakademie Hohenaschau vom 21. bis 25 Juli. Ich hoffe auf schönes Wetter, denn dann ist es noch angenehmer. Es gibt für Kurzentschlossene noch zwei freie Plätze. Dabei wird auch mein Lebenspartner Stanko gleichzeitig seinen eigenen Kurs für Farbfeldmalerei geben. Einen Kurs den ich selber gerne mal belegen würde und es auch nächstes Jahr tue, wenn ich selbst keinen gebe.

Falls ihr Lust zu einem kostenlosen Telesummit habt. Ich bin vor ein paar Tagen von Körpertherapeutin und Life Coach Edith Schulz zum Thema Selbstliebe interviewt worden. Ein Telesummit ist die Möglichkeit über das Internet kostenlos und unverbindlich Gespräche anzuhören. Edith hat mit mir noch 20 Referenten zum Thema Lebensglück und Selbstliebe befragt. Bestimmt mit vielen unterschiedlichen und spannenden Aspekten. Hier gehts zur Anmeldung

Apropos Reinhören: Hier ein Interview, das mein früherer Verleger Michael Goerden – jetzt bei seiner eigenen Verlagsgründung LEO mit dem ihm typischen Elan tätig – zum Hayhouse summit geführt hat. Vielleicht habt ihr Lust reinzuhören.

Halbjahrestraining mit Sabrina Fox

Und am Schluss noch ein paar Worte zu dem Halbjahrestraining ab September. Wenn wir unser Leben verändern wollen, dann braucht es Zeit. Obwohl die Entscheidung dazu nur eine paar Sekunden dauert, hat es doch Jahre gebraucht bis wir uns bestimmte Verhaltens- und Sichtweisen angewöhnt haben und die lösen sich nicht nur mit unserer Entscheidung auf.

Die alte und der neue Weg sind wie zwei Pflanzen. Es wird diejenige wachsen, die wir mit Wasser und Licht versorgen. Dieses halbe Jahr soll dazu dienen, unsere neue Pflanze ausreichend und regelmäßig zu versorgen.

rosenWir
trainieren Achtsamkeit
arbeiten mit den Lebensthemen
aktivieren den inneren Beobachter
vertiefen Meditation und Engelkontakt
beuhigen unsere “Waisenkinder” (verletzte Aspekte in uns)
begreifen unsere Intuition
verändern typische Verhaltensmuster
erkennen Körpersignale
lassen mehr Gelassenheit zu
verstehen Partnerdynamiken
etablieren umfassender die eigene Kraft und Weisheit
vertiefen Verständnis und Selbstliebe
verlassen Kontrollmechanismen
erlauben mehr Leichtigkeit

Um das Training so effektiv wie möglich zu gestalten wird es nur zehn Teilnehmer geben. Fünf Plätze sind schon vergeben. Natürlich muss so ein Training in das Leben passen. Ob ich in einer Stunde aufmerksam oder unaufmerksam bin, ändert an der Stunde nichts – wohl aber an meinem Leben.

Mehr Informationen unter LINK (dort Halbjahrestraining anklicken!)

Ich wünsche euch von Herzen einen großartigen Sommer und ihr wisst ja, was man da auch immer tun kann ;-)

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Alles Liebe,
Sabrina

Foto: Jorinde Gersina

Foto: Jorinde Gersina

Meine Lieben,

ich weiß, ich bin zu spät dran … aber trotzdem von Herzen ein wundervolles 2014. Mein letztes Jahr war ungewöhnlich. Es fühlte sich so an, als ob ich 2013 in einem eher komatösen Zustand verbracht habe. Ich war im zweiten Jahr meiner Auszeit. Ich war mir im letzten Jahr eigentümlich fremd geworden. Was natürlich auch mit den hormonellen Umständen und Veränderungen zu tun hatte. Schreiben hilft und deshalb habe ich über diese Zeit auch eine Art Tagebuch geführt. Mein Verlag Allegria hörte davon und es wird schon diesen Herbst als Buch rauskommen.

Ich bin trotzdem dankbar für diese Zeit, denn ich weiß, dass alles, was sich in unserem Leben zeigt, letztendlich einen Nutzen hat. Wir können es bei dem Wachstum von Bäumen beobachten: Manchmal passiert an der Oberfläche gar nichts, aber das Wurzelsystem entwickelt sich und dann gibt es einen plötzlichen Wachstumsschub nach oben. Es ist wichtig – und natürlich nicht immer einfach – die unterschiedlichsten Phasen des Lebens zu akzeptieren. Nicht immer geht es gleichmäßig voran. Manchmal gibt es Pausen, die wie ein tiefes Ausatmen sind … damit es dann, wenn es soweit ist, wieder weiter geht. So war es auch bei mir. Jetzt fühle ich das starke Einatmen und ich bin glücklich darüber und freue mich im Jahr 2014 angekommen zu sein.

Vor drei Tagen war ich mit Freunden im Kino. Wir sahen den Film „Le week-end“, die Geschichte eines englischen Paares Mitte, Anfang 60, die sich austauschen und neu definieren wollen. Ein interessanter Film mit großartigen Schauspielern. Danach gingen wir in eine Kneipe und eine Freundin sprach davon, dass sie hoffe, das Alter „problemlos“ zu überstehen. Ich glaube nicht, dass es irgendeine Phase in unserem Leben gibt, bei der wir so einfach durchrutschen können. „Problemlos“ gibt es nicht. Wir hoffen, dass wir genug gelernt haben, um mit Problemen und  Herausforderungen umgehen zu können.

Daniela Hutter und Angela Metzlaff haben mit viel Elan „Wirklich Frau“ gegründet und Sabrina Fox - Daniela Hutterein Treffen unter Frauen organisiert. Ich wollte sie gerne dabei unterstützen und habe zugesagt, dort einen Vortrag zu halten. Es war nicht nur eine Unterstützung für die beiden, sondern auch ein Test im letzten Jahr für mich: Macht mir das noch Spaß? Und ja: Es hat mir sehr große Freude gemacht, inmitten von fantastischen Frauen zu erzählen. Und damit stand für mich fest: Ich mache wieder Vorträge und Workshops. Es wird Telefonseminare und auch Webinare geben. Näheres im nächsten Newsletter.

Vorträge & Engelkongress 2014
Kaum entschlossen kam auch schon die Bitte vom Engelkongress 2014, ob ich nicht wieder mitmachen möchte. Ich musste herzlich lachen – ja so schnell kann es dann doch manchmal gehen, wenn man sich entscheidet – und ich habe zugesagt! Vielleicht sehe ich die eine oder den anderen von euch in Basel am Wochenende vom 31.Mai und 1. Juni 2014.
Weiterhin komme ich im Herbst nach Hamburg, Frankfurt und Hannover (13.9.2014). Näheres findet ihr in ein paar Wochen auf meiner Website und natürlich bin ich auch in München (20.9.2014).

Als Bildhauerin gebe ich auch dieses Jahr vom 21. bis zum 25. Juli wieder einen Sommerakademie HohenaschauWorkshop in der Sommerakademie in Hohenaschau. Das ist immer ein besonderes Vergnügen – besonders wenn die Sonne scheint! Der Workshop ist auf acht Teilnehmer begrenzt. Es ist ein sehr intensives Arbeiten.

Mein Lebensgefährte Stanko gibt zur gleichen Zeit einen Workshop, um mit seinen Teilnehmern kraftvolle Farbbilder in Öl zu gestalten. Bitte schaut euch dazu auch noch seine Website www.kunst-heilen.de an. Falls Euch Farbe und die meditative Arbeit damit schon lange interessiert hat: Hier habt ihr eine Möglichkeit! Anbei ein link zu einem Porträt, dass ich über ihn gemacht habe. Selbst gedreht und geschnitten mit FinalCutPro. http://www.youtube.com/watch?v=jfTppWFCG_4

Mein Computermensch (knappe 25 Jahre alt) hob respektvoll eine Augenbraue. Und das will was heißen! Ich war auch ziemlich stolz auf mich. Apropos Selbstlob: http://www.youtube.com/watch?v=BzXrw-P8UrI

sabrina-Fox-RomanMein Roman ist – hm … fast – fertig. Einige von euch haben großartige Enden hinzugefügt … aber ich habe es irgendwie immer noch nicht geschafft ihn zu beenden. Mea Culpa und … siehe meine Einleitung oben. Ich hoffte der Roman kommt noch in diesem Jahr  raus. Ein Titel wäre sehr praktisch. Gott, ist das eine schwere Geburt! Ich befürchte, es ist wirklich mein erster und mein letzter Roman ;-) Nur dass ihr seht, dass ich nicht ganz tatenlos bin. Hier einer der Titel Versuche …

Falls ihr bei Facebook seid, würde ich mich freuen, wenn ihr Euch mit mir vernetzten möchtet –  (SabrinaFoxSpirit).

Jeden Montag gibt es eine Übung für die Woche. Eine Übung war mir besonders wichtig: Barfuß gehen. Vielleicht hat der eine oder andere mitgemacht – oder der eine oder andere hat sich gedacht: Wann hört sie endlich damit auf? – und so möchte ich es auch hier auf meinem Newsletter loswerden: Geht barfuß! Ja, ich weiß, dass es Winter ist und ich weiß, dass es kalt ist und nein, wir holen uns keinen Schnupfen davon und nein, wir werden auch nicht fürchterlich krank. Was es uns allerdings bringt ist a) ein Gefühl mal wieder geerdet zu sein und b) das Gespür für unseren Körper. Ich bekam ein paar ganz liebe E-mails von Müttern, deren Kinder juchzend und kaum glaubend barfuß hinter ihnen her in den Garten liefen und von anderen Teilnehmern, die erzählten, dass sie sich von Mutter Erde begrüßt gefühlt haben. Es geht nicht darum, wer am längsten aushält. Denn dann haben wir unserem Körpergefühl wieder nicht vertraut. Wenn es uns zu kalt ist, ziehen wir die Schuhe wieder an. Wir erlauben uns nur für die kurze Zeit (eine halbe Minute, ein paar Minuten) zu erspüren, wie es sich anfühlt. Und das ohne dem dramatischen Gedankengang: “Oh Gott, ist das kalt!”. Wenn wir uns neugierig darauf einlassen, dann können wir auch neue Erlebnisse zulassen. Es geht und: Schnee fühlt sich toll an!

Ich freue mich auf Euch! Und die Erde auch!
Alles Liebe,
Sabrina

Meine Lieben,

ich hatte mir eine Auszeit genommen. Keine ganze Auszeit, sondern eine 90% Auszeit. Aha, fragen Sie sich vielleicht. Gibt es das überhaupt? Eine 90% Auszeit klingt wie 90% schwanger.

Vor drei Jahren fing er an, mein Wunsch nach weniger Terminen, mehr Freiheit, mehr „im-Moment-Leben“, mehr „im-jetzt-sein“. Da ich freiberuflich bin, bedeutet so ein Entschluss erst einmal Nein sagen. Ein ganzes Jahr vorher. Nein zu allen Angeboten. Nein zu allen Terminen. Nein zu allen Workshops. Nein zu allen Vorträgen.

Es fühlt sich komisch an, Nein zu sagen. Ich sage lieber Ja. Und doch sagte ich mit diesem Nein auch Ja zu mir. Ja zu dem Wunsch meiner Seele, dies einmal auszuprobieren. Doch ich spürte auch, dass ich mich nicht ganz von euch zurückziehen wollte (deshalb die 90%) … und so blieb die Facebook Seite aktiv, die wöchentlichen Übungen, das miteinander austauschen. Ich habe über die Auszeit einen Artikel geschrieben, und wenn es euch interessiert, könnt ihr gerne den Link dazu anklicken.

Neue Website

Falls ihr den Link dazu anklickt, werdet ihr auf meiner neuen Website landen. Es wurde mal wieder Zeit. Die letzte große Umarbeitung ist fünf Jahre her. Seither gibt es mehr tablets, mehr smartphones. Jeder von euch, der eine website aufgebaut hat, weiß was das bedeutet. Es ist ein großes Projekt und dafür möchte ich Stanko von Herzen danken. Stanko ist nicht nur ein großartiger Farbfeld-Maler, sondern auch ein Experte für WordPress.

Youtube – Videos

Sabrina Fox auf Youtube

Sabrina Fox auf Youtube

Bei dieser Gelegenheit habe ich mir auch gleich meinen YouTube Kanal angeschaut und ihn auch ein bisschen aufgehübscht. Wenn ihr über neue Videos von mir informiert sein wollt, dann meldet euch bitte als Abonnent auf YouTube an, dann bekommt ihr die neuesten Videos immer gleich automatisch. Falls ihr Themenwünsche habt, könnt ihr mir auch dort eine Nachricht hinterlassen.

Das Ende der Auszeit

In dieser Auszeit habe ich natürlich trotzdem etwas gemacht. Mein Wunsch war es, einmal ohne Zeitdruck zu sein, ohne Termine, ohne Pläne. Aber eben nicht ohne Kreativität. Ohne Reisen. Ohne Bewegung. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich mir so eine Auszeit gegönnt habe und ich habe ganz erstaunliche Erkenntnisse für mich gewonnen (mehr davon in dem besagten Artikel: Der Zug der nicht abfährt). Der Artikel vorher beschrieb mein Gefühl in einem Zug zu sitzen, der nicht abfährt. Ich habe noch nie so viele Emails wie zu diesem Artikel bekommen. Vielen schien es ähnlich zu gehen.

Ich habe meinen ersten Roman fertiggeschrieben. Es gab Moment wo ich sicher war, es ist der erste UND der letzte Roman. Es hat eine Weile gedauert. Über zwei Jahre. Das hat man davon, wenn man keinen Abgabetermin hat ;-)
Ich habe mich entschlossen, den Roman als E-Book herauszugeben und zwar, weil ich gerne Eure Ideen mit aufnehmen möchte. So ein Roman endet ja immer mit der einen Vorstellung, wie etwas sich entwickelt, wie etwas weitergeht. Was mich bei meiner Geschichte interessiert, ist wie IHR glaubt, dass es weitergeht.

Ich möchte euch einladen zu meinem Buch etwas von euch hinzuzufügen. Und zwar: Das Ende. Das Buch wird im Herbst als E-Book erscheinen und ich würde gerne schon ein paar Eurer ausgearbeiteten Vorschläge drin haben. Vielleicht spürt ihre eine Schreiblust oder eine Schreibsehnsucht und wollt es gerne einfach mal irgendwie probieren. Deshalb kam mir in einer Meditation folgende Idee:

Das Buch endet mit einem „Ein Jahr danach“. Also die Geschichte von Clara – meiner Hauptfigur – ist erzählt und im Jahr danach folgen zwei, drei Seiten wie ihr Leben eben ein Jahr nach der Geschichte weitergegangen ist.

Roman-mitmachenFalls Ihr mitmachen wollt, bekommt ihr von mir das PDF Manuskript zugeschickt (bitte nicht weitergeben) und ihr schreibt bis Ende August euer eigenes „Ein Jahr danach“. Bitte nicht länger als vier bis fünf Seiten. Ich selbst habe von meiner Vorstellung von dem Jahr danach drei Seiten geschrieben und ich schicke sie euch übrigens nicht mit. Irgendeine Überraschung muss es ja geben, wenn das Buch rauskommt ;-)

Wenn ihr wollt, schickt mir ein Foto von Euch, eine Website, eine Kontaktmöglichkeit, falls ihr wollt, das die LESER (nicht ich) euch erreichen können. Das wird dann auch mit EUREM „Jahr-danach“ an meinem Buch veröffentlicht. Falls nicht, schickt mir ein Foto von einer Blume/Katze/Stein (irgendetwas was ihr stattdessen haben wollt) und nur eurem Vornamen. Klickt auf den MITMACHEN link und dann könnt ihr mir eine Email schicken.

Vielleicht inspiriert es euch auch selbst mehr zu schreiben. Sei es als Buch, als Tagebuch oder einfach nur als meditative Übung.

Bildhauerkurs

Apropos Übung: Im September gebe ich einen  Bildhauerkurs in den Sommerakademie Hohenaschau. Dieses Mal ist er nur für Fortgeschrittene – also für diejenigen, die schon man mit Ton gearbeitet haben und wissen, wie ein Kopf geht. Es sind noch zwei Plätze frei für Kurzentschlossene!

Solano Meditations CD´s

In der Stille deines Seins

Wie ihr vielleicht wisst, hat mein Freund LD Thompson ein Buch auf Deutsch veröffentlicht: Was die Seele sieht.
LD channelt Solano, einen meiner Lehrer und es war mir eine große Ehre meine Stimme zwei Original Meditationen von Solano zu leihen und sie auf Deutsch aufzunehmen: “Nach Hause kommen” und “In der Stille Deines Seins”

Ich wünsche uns einen schönen Sommer und ein offenes Herz.

Alles Liebe,
Sabrina

Freiheit aushalten

Vor kurzem war ich bei einem Abendessen eingeladen und das Gespräch kam auf Auszeiten. Drei der Gäste träumten beim Nachtisch davon, wie es wohl wäre, sich einmal eine richtige Auszeit zu gönnen. „Die Leichtigkeit des Seins zu erleben“, wie einer es poetisch formulierte, „ohne Termine und ohne Druck“. Der Gesichtsausdruck aller drei schwankte zwischen Sehnsucht, Glückseligkeit und schwärmerischer Vorfreude. Ich dagegen war mir meiner Stirnfalten bewusst. „Es hört sich … hm … leichter an, als es ist.“ Die drei schauten mich an, als ob ich ihnen ihren Nachtisch weggelöffelt hätte. Ja, wie erkläre ich das? Ich hätte es damals auch nicht verstanden. Meine Vorstellungen waren deckungsgleich mit denen der Gäste: So eine Auszeit wird – MUSS! – großartig sein.

Oft hatte ich darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, einen leeren Kalender zu haben. Einmal im Leben wirklich im Moment leben zu können. Morgens aufzustehen und sich zu entscheiden: Wozu habe ich denn eigentlich heute Lust? Würde ich in diesen glückseligen Zustand fallen, in dem angeblich Mönche sind, die in Schweige- oder Zen Klöstern leben? Würde es mir endlich, endlich wirklich gelingen in jeder Sekunde meines Lebens im Moment zu leben?
Würde ich mich dabei für ein völlig neues Leben entscheiden? Vor vierzehn Jahren hatte ich das schon mal probiert, doch da war ich noch aktive Mutter, verheiratet und hatte Tiere, die ebenfalls versorgt werden wollten und ein leerer beruflicher Kalender half da nicht wirklich weiter. Jetzt ist meine Tochter Mitte Zwanzig, lebt und arbeitet in den USA und ein leerer Kalender sieht heute völlig anders aus.
Er ist leer.
Wirklich leer.

Es dauert natürlich erst einmal, bis so ein Kalender leer wird. Ich bin seit dreißig Jahren freiberuflich tätig und darauf angewiesen, Termine zu machen. Meine sind meistens Buchprojekte, Vorträge oder Workshops und die werden ein, zwei Jahre im Voraus geplant. Um einen freien Kalender zu bekommen, musste ich davor über ein Jahr lang „Nein“ sagen. „Nein“ zu allen Anfragen. „Nein“ zu allen Angeboten. „Nein“ zu meinem beruflichen Leben.
Natürlich hatte ich nicht vor Halleluja singend und meditierend in der Nase zu bohren. Ich wollte frei sein. Frei, um meinen ersten Roman ohne Zeitdruck und ohne Abgabetermin fertig zu schreiben. Frei, um in meinem Atelier die Skulpturen zu erschaffen, die sich ergeben würden. Und vor allen Dingen frei für das zu sein, was sich mir anbieten würde. Ich wollte mit offenen Augen in die Welt schauen und JA sagen zu können, wenn mir danach war.

Warum sehnen wir uns nach einer Auszeit? Weil das, was wir tun, eine Pause verlangt. Wir drücken den „Stopp“-Knopf und schauen uns unser Leben an. Manche von uns sind so erschöpft, dass sie einfach nur ein Jahr lang
ausschlafen wollen. Manche sind auf der Flucht vor ihrem Leben und unglücklich mit dem, was sie sich erschaffen haben. Beides war bei mir nicht der Fall. Ich habe vor Jahren gelernt auf mich und meinen Körper zu hören und hatte genügend Freude und Freiraum und betrachtete meine Lebensumstände mit Dankbarkeit. Und doch spürte ich, dass meine Seele diese Pause von mir verlangte.

Eine Pause ist auch immer mit der Frage verbunden, ob wir denn wie bisher weitermachen wollen. Wollen wir NUR eine Auszeit oder brauchen wir eine Veränderung? Ich hatte fast zwanzig Jahre lang Vorträge und Workshops über spirituelles und persönliches Wachstum gehalten und war mir nicht sicher, ob es nicht Zeit war, damit aufzuhören. Es gibt so viele neue Autoren und Autorinnen, die mit einer Begeisterung auf Reisen gehen – was vortragen auch bedeutet – und vielleicht sollte ich Platz machen?

Die erste Zeit in dieser neuen Freiheit war ich gänzlich entspannt und ziemlich neugierig: Was kommt auf mich zu? Ich fühlte mich wunderbar, schrieb an meinem Roman und ging ins Atelier. Ich konnte tagelang im Atelier arbeiten und musste nichts unterbrechen. Noch war dieser Zustand zu neu, als das er mich langweilte. Ich konnte lange schlafen – was ich kaum tue. Ich konnte lange ausgehen – was ich noch weniger tue. Ich konnte plötzlich, ohne auf meinen Kalender schauen zu müssen, meine Tochter besuchen, die in Boston studierte. Ich konnte dort auch so lange bleiben, wie wir beide wollten.

Der Roman zog sich wie Kaugummi. Es gab Wochen, an denen ich nicht daran schrieb. Da gab es zwei Theaterstücke, eines das ich fertig machen wollte und ein anderes, welches auch nicht richtig vorankam. Zur gleichen Zeit erzählte mir eine Freundin von ihrer Mediatoren-Ausbildung und ich hörte in mir ein lautes „Ja.“ Das war das erste „Ja“ seit fast zwei Jahren. Wir trafen uns für die nächsten ein einhalb Jahre alle fünf Wochen für einen viertägigen Workshop, hatten dazwischen Treffen mit den anderen Studenten und ich merkte, wie es mich beruhigte, dass ich wenigstens etwas lernen konnte.

Mein früheres berufliches Leben wurde reduziert. Ich schrieb ab und zu einen Artikel für das Engelmagazin und machte weiterhin meine Seite auf Facebook. Es gab kaum Newsletters. Meine Website wurde nicht erneuert. Ich zögerte die Verbindung ganz zu lösen und fragte mich warum? Schließlich hätte ich mich ja auch ganz zurückziehen können. Warum tat ich es nicht? Mein Verstand, der das erste halbe Jahr entspannt war, fing an sich zu melden. Ich wurde unruhig. Ein paar Monate später bemerkte ich, das ich zwar gelernt hatte im „Jetzt“ zu sein, aber das „Jetzt“ war mir langweilig geworden.

„Langweilig?“, ich höre förmlich Ihren Ausruf. „Langweilig? Wie kann im Jetzt zu leben langweilig sein?“ Es kann. Für jemanden wie mich. Natürlich ist es angenehm. Aber „angenehm“ ist so ähnlich wie das dahinplätschern von einem Bach. Es ist ohne jede Herausforderung, ohne jede Spannung.

Angenehm war mir vertraut. Ich hatte mein Leben vor vielen Jahren umgekrempelt. Ich hatte mich entwickelt. War wacher, reifer, ehrlicher geworden. Die Dramen meiner Kindheit, meines früheren erwachsenen Lebens waren einem klareren Bewusstsein gewichen und dafür war ich dankbar. Ich überlegte mir ernsthaft, ob ich vielleicht mit diesem Leben fertig war. Wenn das jetzt alles war, dieser Bach, der dahinplätschert, dann kann ich auch gehen…
Wenn Sie das lesen, mag das vielleicht deprimiert klingen, aber ich war völlig einig mit mir. Es war nur eine Frage und zwar eine, die nicht aus der Verzweiflung kam. Es ist der gleiche Grund warum man aus einer Badewanne steigt, wenn die Haut schrumpelig wird und das Wasser kalt. Die Zeit darin ist vorbei. War sie es auch für mich? Wenn nur noch der Bach rauscht, ich auf die Enkelkinder warte und noch ein paar Bücher schreibe, dann reicht mir das nicht.

Im Januar schrieb ich im Engelmagazin, dass ich mich fühlte, als würde ich in einem Zug sitzen, der nicht abfährt. Ich habe noch nie so viele Zuschriften auf einen Artikel bekommen. Vielen schien es ähnlich zu gehen. Einige schlugen mir rührenderweise Hilfemöglichkeiten vor. Doch ich habe nicht vor, diesen Zustand abzukürzen. Im „Jetzt“ sein bedeutet auch alles was im Jetzt ist zuzulassen. Es ist wie es ist. Dieser Zustand, in dem ich mich befinde, ist von meiner Seele so gewollt. Er hat eine Nützlichkeit. Ich erkenne etwas dadurch.
Ich will ihn nicht gleich wieder loswerden, nur weil er unangenehm ist. Kurz nach dem Zug-Artikel hatte ich eine Meditation in dem ich Zarathustra, einem Meister-Engel und seit vielen Jahren einer meiner Lehrer, vor meinem inneren Auge gegenüber saß. Ich spürte seinen Blick auf mir ruhen und er stand auf und nahm meine Hand. Seit zwanzig Jahren sitzen wir uns gegenüber und er war noch nie aufgestanden. Wir gingen gemeinsame ein paar Schritte und dann bemerke ich, dass es keinen Boden mehr unter uns gab: Wir flogen!
„Wohin fliegen wir denn?“ fragte ich ihn.

„Wir fliegen! Reicht dir das nicht?“ antwortete er.

Ein Ruck ging durch meinen Körper. Oh mein Gott! Es reichte mir nicht! Das wurde mir schlagartig klar. Ich musste über mich selber lachen: Typisch Sabrina! So auf ein Ziel trainiert, dass sie das fliegen nicht bemerkte. Und ich war gleichzeitig erleichtert. Mir wurde klar, wie sehr ich Herausforderungen liebe. Ich liebe es Lösungen zu finden. Ich liebe es zu planen. Mir fehlte … ein Ziel. Und das ging mir ab. Körperlich ab. Schmerzlich ab. Frustrierend ab.

Das war vor drei Monaten. Als ich mich vor kurzem mit meinem Steuerberater zusammensetzte, um meine Steuererklärung zu besprechen, bemerkte ich, dass ich mich für die fehlenden Einnahmen vom letzten Jahr schämte. Da wurde mir klar, wie sehr mein inneres Wertegefühl immer noch damit zusammenhängt, ob ich mir meinen Lebensunterhalt verdiene, ob ich nützlich war, ob ich etwas geleistet hatte. Ich verstand jetzt besser, wie es Menschen geht, die ohne bezahlte Arbeit sind. Ich hatte keine Ahnung wie anstrengend das ist.

So eine Auszeit ist immer auch eine Häutung. Wie ein Schlange, die sich an Steinen reibt, um die alte, zu klein gewordene Haut abzustreifen, so reibe ich mich an meinem bisherigen Leben. Dieses Häuten ist nicht einfach. Weder für die Schlange, noch für mich. Ich finde mich in Gefühlszuständen wieder – heiß/kalt, frustrierend/erschöpft, unruhig/irritiert – die ich schon lange nicht mehr in dieser Intensität hatte. Freiheit aushalten ist vergleichbar mit einer zu umfangreichen Speisekarte: Man ist dankbar für die Auswahl, aber es ist schwieriger sich zu entscheiden.

Was habe ich bisher gelernt?

  • Auszeiten haben nichts mit der Wunschvorstellung zu tun.
  • Herausforderungen, Pläne und Spannungen gehören zu einem erfüllten Leben.
  • Ich werde garantiert kein Zen-Mönch.
  • Ich vermisse meinen Beruf, meine Berufung. Und ich werde weitermachen, aber anders.
  • Ein Buch zu schreiben dauert länger, wenn es keinen Abgabetermin gibt.

Mein Zug ist immer noch nicht abgefahren. Aber es ist bald soweit. Ich kann es spüren …

Dies ist kein Artikel, der einen Anfang, eine Mitte und ein gut überlegtes Ende hat. Es gibt keinen Rat. Kein Resümee. Dies ist eine Geschichte ohne Ende. Das liegt daran, dass ich mit meinem Lernen darüber noch nicht fertig bin. Ich komme mir zur Zeit vor, als würde ich in einem Zug sitzen, der nicht abfährt. Wenn ich durch das Fenster auf den Bahnhof schaue, dann sehe ich wie jeder weiß, wo er hin will; zielbewusst, mit Gepäck, mit einem Plan, mit einer Fahrkarte an mir vorbei läuft.
Doch ich, ich sitze im Zug. In einem Zug, der sich immer noch nicht bewegt. Der immer noch kein Ziel hat. Ein paar Mal bin ich ausgestiegen, um zu sehen, ob ich denn überhaupt im richtigen Zug sitze. Doch da steht, eindeutig: Sabrina Fox. Fahrplan: Seele. Zeit: Jetzt.

Dann gehe ich zurück in meinen Zug. Manchmal Zähne knirschend, manchmal lachend, manchmal genervt. Aber immer ein wenig neidisch, wenn ich die Anderen anschaue, die weiterhin an mir vorbeiziehen. Sie wissen, wo sie hinfahren. Sie kennen ihr Ziel. Sie sind auf dem Weg. Ich dagegen kenne mein Ziel nicht und so betrachte ich ungeduldig die Züge, die neben mir ankommen und wieder abfahren. Nur meiner, so scheint es, bewegt sich nicht.

Ein, zwei Mal bin ich in den letzten Monaten kurz ausgestiegen und mir ging es sofort besser. Ich wusste genau was zu tun war: Irgendein Projekt nehmen, eines, das ein Ziel hat oder einfach da weitermachen, wo ich vor ein paar Monaten aufgehört hatte. Einfach weiterhin Vorträge halten. Einfach wieder Ja zu Angeboten sagen. Doch dieser verdammte Zug will kein Ja mehr hören.
Meine Seele wollte, dass er steht und weil ich mich vor Jahren meinem inneren Wachstum verpflichtet habe, musste ich ihn anhalten. Und da steht er nun, mit 54 Jahren und bewegt sich nicht.

Schieben hilft nichts, das habe ich probiert. Weglaufen bringt auch nichts, dazu weiß ich zu viel. Ich weiß sämtliche Erklärungen auswendig. Schließlich habe ich sie oft genug gelehrt. Oft genug erklärt. Oft genug mir selbst vorgebetet. Das ist auch nicht meine erste Erfahrung darin. Aber die Intensivste. Ich hatte mich bisher nicht so komplett darauf eingelassen, im Jetzt zu sein. Was aber, wenn das Jetzt mich eines Zieles beraubt? Was, wenn nie wieder eines kommt? Was, wenn ich meine Begeisterung für das Leben verloren habe? Wenn ich mich auf die Stille in meinem Zug einlasse, dann spüre ich die beiden Frauen, die mit mir reisen. Zwei Frauen, die ich erst vor ein paar Monaten wahrgenommen habe. Eine ist meine Vorfahrin. Meine Ahnin. Sie zeigt sich mir nur mit ihrem Kind unter dem Arm, dass sie nach vorne schleudert, weil sie es besser haben soll. Sie ist damals, als Erste, als Ursprung meiner menschlichen DNA, aus einer Höhle gekrochen und wollte raus. Sie hat mir ihren Vorwärtsdrang vermacht. Sie ist es, die mich schubst, die keine Ruhe gibt, bis ich weiter mache. Ich bin ihr dankbar, denn ohne sie wäre ich nicht aus der Enge meines Elternhauses gekommen. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft, weiter vorauszugehen, Grenzen zu überwinden und doch ist es auch mühsam mit ihr. Sie drängt eben nicht manchmal – nur dann, wenn es notwendig und wichtig ist – sondern sie drängt IMMER. Sie will, dass ich weiter vorwärts gehe. Sie kennt keine Pausen. Sie kennt kein Innehalten. Innehalten ist für sie das Ende. Ich erspüre sie als jemanden, der nie mit dem jetzigen Moment zufrieden sein kann. Sie denkt immer an morgen. Immer an das Nächste. Weiter! Komm! Mach! Ihre Forderungen kommen mit Ausrufezeichen und in diesem Zug, der nicht abfährt, wird sie verrückt.

Gott sei Dank sitzt noch jemand anderer in diesem Zug: Eine alte, weise Frau. Sie sieht mir ähnlich, denn sie ist – wie meine Vorfahrin – ich. Sie ist ich, am Ende dieses Lebens. Die hat die Erfahrungen schon gemacht, die mir noch bevorstehen. Sie hat viel erlebt, in dem zweiten Teil meines Lebens. Sei hat liebste Mitmenschen verabschiedet, manche hat sie auf dem Weg nach Hause betreut, manche sind in ihren ihrem Armen gestorben, und mit jedem Abschied starb auch eine Erinnerung. Sie hat Abschiednehmen gelernt und einiges andere. SIE hat gelernt im Jetzt zu leben. Sie schmunzelt, wenn sie sieht, wie ich darauf warte, dass wir abfahren. Sie hat es nicht eilig. Sie weiß, wo wir landen werden. Hier bei ihr. In dieser wunderbaren Innigkeit. Und ich weiß es auch. Und doch, ich – im meinem Jetzt – habe so meine Schwierigkeiten mich auf ihre Ruhe in meinem Zug einlassen. Sie sitzt, mit einem Bein angewinkelt, mir meistens gegenüber.Manchmal sitze ich auch in ihr. Dann spüre ich sie. Spüre ihre Leichtigkeit. Ihre Weisheit. Und wenn ich mich mit ihr ganz verbunden habe – wir uns ineinander auflösen, wenn Zeit und Raum nicht mehr existieren – wenn alles in mir langsamer wird, dann empfinde ich ihre Glückseligkeit. Und dann wundere ich mich, warum ich mich denn in diesem heutigen Moment so verwirren lasse. Immerhin sitze ich in einem Zug. Es regnet nicht herein. Mir ist nicht kalt. Er ist bequem. Ich bin in Gesellschaft und fühle mich mit beiden Frauen so inniglich vertraut: Die eine, die drängt und die andere, die entspannt lebt und beide gilt es zu verbinden: Die Weisheit der Einen mit der Kraft der Anderen.

Ich habe mir eine Kette machen lassen: Auf der einen Seite ein Bild von mir als Vorfahrin, auf der anderen eines als alte, weise Frau. Das trage ich um den Hals, um mich daran zu erinnern, beides zu verbinden. Es gelingt mir nicht wirklich. Ich bin auf der Suche nach irgendetwas, das diesen Zug zum fahren bewegt. Vielleicht eine Übung? Ein Ritual? Eine Hausaufgabe? Eine davon war folgende:
„Mache eine Liste und schreibe alles auf, was dich vielleicht interessieren würde, was du vielleicht machen möchtest, was dir vielleicht Spaß machen würde. Betrachte das von der Ego-Seite, von der Persönlichkeit aus. Lass dir Zeit damit. Lese dir die Liste in Ruhe durch und streiche aus, was du bei näherer Betrachtung doch nicht machen
möchtest.“

Das erste, was auf dieser Liste stand, war ein Kind zu adoptieren. Das war ein Wunsch, den ich früher einmal hatte und der nicht erfüllt wurde, weil mein damaliger Partner das nicht wollte. Mein Jetziger umarmte mich und meinte, dass ich seine erwachsenen Kinder doch schon adoptiert hätte. Ich strich es durch. Meine Liste war lang. Die Hälfte davon habe ich
durchgestrichten. Die andere Hälfte ist noch da. Beim Durchstreichen passiert folgendes: Wir informieren unser Feld, also unsere Aura darüber, dass sich bestimmte Dinge erledigt haben. Vielleicht haben wir uns vor Jahren überlegt, Kinder zu adoptieren? Vielleicht wollten wir ein Seminarhaus aufmachen? Vielleicht auswandern? Doch unser Leben hat sich anders entwickelt und diese „man-müsste-doch-Gedanken“ halten uns noch fest. Immer wieder stelle ich fest, dass ich nicht die Einzige bin, die sich überlegt, was wir mit dem Rest unseres Lebens anstellen wollen. Da gibt es noch die Kommune, die irgendwann einmal gegründet werden will. Ein gemeinsames Dorf, eine Vision, ein Miteinander, in der auch die Stille, die Individualität, das Wohlfühlen, das Reisen gelebt sein darf. In der die Kunst, der Austausch, der Spaß, die Weite eine Rolle spielen dürfen. Ist das jetzt die Zeit dafür, frage ich mich, in meinem Zug, der sich nicht bewegt? Heute las ich von verlassenen Immobilienprojekten – Ferienhäuser für dreißig, vierzig, fünfzig Familien, die nicht fertig gebaut in Spanien stehen – ist das ein Zeichen? Will ich nach Spanien? Ich lese weiter und spüre keine Begeisterung. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt dafür. Das sind Visionen für später und so lehne ich mich wieder seufzend wieder zurück, in die Polster in meinem Zug.

In meiner gestrigen Meditation sass mir Zarathustra, ein Meister-Engel, vor meinem inneren Auge gegenüber. Die meisten meiner Meditationen sind in Stille. Manchmal sehe ich mich mit meinen Lehrern. Wie üblich war ein Feuer zwischen uns und über uns ein weiter Himmel. Ich spüre seinen Blick auf mir ruhen und plötzlich steht er auf und nimmt meine Hand. Ich war überrascht. Seit zwanzig Jahren sitzen wir uns gegenüber und er ist noch nie aufgestanden. Wir gehen gemeinsame ein paar Schritte und dann bemerke ich, dass es keinen Boden mehr unter uns gibt. Wir fliegen, als wenn wir gehen würden. Ich war erstaunt darüber und fragte Zarathustra:
„Wo fliegen wir denn hin?“
„Wir fliegen! Reicht dir das nicht?“ antwortete er.